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Viergeschoßiges Gebäude für künftige Grund- und Mittelschule

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Der neue Schultrakt soll im Bereich des jetzigen Hangs an den sogenannten Hartmannbau angegliedert werden.
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Mit der Errichtung eines viergeschoßigen Anbautrakts im großen Schulhof soll die Grund- und Mittelschule Bischofswiesen für ihre künftigen Aufgaben fit gemacht werden. Das Modell zeigt den geplanten Bau, vorne die Kirche, ganz links das alte Feuerwehrhaus. (Fotos: Kastner)

Bischofswiesen – Mit einem Kraftakt will die Gemeinde Bischofswiesen dafür sorgen, dass sie ab dem Jahr 2022 neben den eigenen Grundschülern auch alle Mittelschüler aus den Gemeinden des Berchtesgadener Talkessels aufnehmen kann. Der Gemeinderat sprach sich kürzlich in nicht-öffentlicher Sitzung für den Neubau eines viergeschoßigen Anbautrakts im großen Schulhof aus. Den Beschluss gab Bürgermeister Thomas Weber am Dienstag in öffentlicher Sitzung bekannt.


Es war eine heftige Debatte im ganzen südlichen Berchtesgadener Land, an deren Ende im Dezember 2016 der einstimmige Beschluss des Mittelschulverbands stand: Die Mittelschule für alle Schülerinnen und Schüler des Berchtesgadener Talkessels wird künftig in Bischofswiesen angesiedelt. Für die Gemeinde Bischofswiesen war damit klar, dass sie zusätzlichen Platz schaffen müsse. Immerhin wird sich die Gesamtschülerzahl um rund 200 Mädchen und Buben auf dann 500 bis 550 erhöhen.

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Das Ausschreibungsverfahren für die Planungsleistungen zur Schulerweiterung hat schließlich das einheimische Büro Schulze Dinter Architekten gewonnen. Die daraufhin gebildete Planungsgruppe, bestehend aus Schulleitung, Gemeindevertretern, Gemeinderat und Architekten, hat sich daraufhin intensiv mit den Bedürfnissen der zukünftigen Schule auseinandergesetzt. Bis zur endgültigen Planung, die der Gemeinderat kürzlich in nicht-öffentlicher Sitzung beschloss, hatte man mehrere Varianten verworfen. So ist eine Unterkellerung wegen des Grundwassers wirtschaftlich kaum realisierbar. Auch ein Anbau auf der Nordostseite, wo sich aktuell das provisorische Rathaus befindet, und ein aufgestelzter Querbau im kleinen Schulhof schienen nicht zielführend.

Man entschied sich schließlich für den Neubau eines viergeschoßigen Anbautrakts etwa im Hangbereich zwischen Turnhalle und großem Schulhof. Aus gestalterischen und auch praktischen Gründen wird das Erdgeschoß ein wenig gedreht, sodass die Aula südöstlich und nordwestlich ein wenig hervorragt. Während der Bau selbst im rechten Winkel zum sogenannten Hartmannbau steht, orientiert sich das Erdgeschoß an der Flucht der benachbarten Turnhalle. Insgesamt wird der neue Trakt die umliegende Bebauung deutlich überragen. Dazu Bauamtsleiter Mathias Irlinger: »Das ist ein Kompromiss, den man eingehen musste. Die Planung orientiert sich aber am Trend zur Innenverdichtung. Und der Flächenverbrauch ist deutlich geringer, wenn man höher baut.«

Der Neubau soll künftig das Zentrum des gesamten Schulcampus werden. Untergebracht werden eine Mensa und Küche für die Verpflegung von 80 Kindern, eine Aula für Veranstaltungen mit bis zu 200 Besuchern, ein Pausenkiosk, drei Fachunterrichtsräume, drei Klassenzimmer für die Mittelschule, ein Unterrichtsbereich für die Berufsfachschule für Kinderpflege mit drei Klassenzimmern, ein großer Multifunktionsraum im Obergeschoß mit rund 100 Quadratmetern sowie Nebenräume für Lehrer und Schüler. Die Aula kann zum Innenhof hin geöffnet und damit für Freiluftveranstaltungen erweitert werden.

Wenn das neue Gebäude steht, wird es auch im Altbau, dem sogenannten Kellnbergerbau, Erweiterungsmaßnahmen geben. Geplant ist eine Abflachung des Daches, sodass das Obergeschoß künftig vollständig genutzt werden kann. Hier werden drei weitere Klassenzimmer für die Grundschule sowie Räume für die offene Ganztagsschule errichtet. Die offene Ganztagsschule bekommt einen Raum zur Hausaufgabenbetreuung, zwei Gemeinschaftsräume, Räume zum Toben und Ruhen sowie einen Intensivbetreuungsraum. Durch den Ausbau wird auch die Fluchtwegsituation optimiert und Barrierefreiheit gewährleistet.

Der Baubeginn ist für Frühjahr 2019 geplant. Wenn der Neubau etwa im Sommer 2020 fertiggestellt ist, kann ein Teil der Schüler bereits dort unterrichtet werden. In einem zweiten Bauabschnitt wird dann die Grundschule erweitert. Mit Fertigstellung der Aufstockung Ende 2021 sollten dann genügend Unterrichtsräume zur Verfügung stehen, um die aktuell noch in Berchtesgaden unterrichteten Mittelschüler aufnehmen zu können.

Zur Höhe der Investition für das Großprojekt hält man sich bei der Gemeinde Bischofswiesen aktuell noch bedeckt. Schließlich geht man davon aus, dass ein Großteil der Kosten von der Bayerischen Staatsregierung über Förderprogramme übernommen werden. Ulli Kastner