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Vom Vatikan nach Berchtesgaden

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In der vergangenen Woche am Petersplatz während der Papstwahl: Berchtesgadens zukünftiger Pfarrer Monsignore Thomas Frauenlob (l.) galt als beliebter Gesprächspartner bei Fernsehteams. Unter anderem hat er am Dienstag bei der Vorstellung von Papst Franziskus I. live für das Bayerische Fernsehen sowie die ARD aus Rom berichtet. Foto: privat

Berchtesgaden - Die Meldung kommt überraschend, war sie doch erst für Ende April angekündigt: Monsignore Thomas Frauenlob, der bislang in der Vatikanischen Bildungskongregation in Rom arbeitet, wird zum 20. Oktober dieses Jahres das Dekanat Berchtesgaden betreuen - und damit der Nachfolger von Pfarrer Peter Demmelmair.


Jetzt ist es offiziell: Monsignore Thomas Frauenlob, 50 Jahre alt, wird Berchtesgadens neuer Pfarrer. Der Wechsel nach Berchtesgaden ist zum 20. Oktober bestätigt. Frauenlob ist künftig »zuständig für den Aufbau des Pfarrverbands von Berchtesgaden, Marktschellenberg und Au.

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Frauenlob ist in der Region - und darüber hinaus kein Unbekannter. Der ehemalige Papst Benedikt XVI. hatte Frauenlob auf Vorschlag der päpstlichen Bildungskongregation den Ehrentitel »Päpstlicher Ehrenkaplan« verliehen. Daher kann er sich seither »Monsignore« nennen. Bis 2006 war der Theologe Leiter des Erzbischöflichen Studienseminars St. Michael in Traunstein. Dann folgte der Ruf des Papstes nach Rom in den Vatikan. Seit 2006 ist er Mitarbeiter der dortigen Bildungskongregation. Unter anderem war er mitverantwortlich für die Bildungspläne der katholischen Kirche im deutschsprachigen Raum.

Als eines von fünf Kindern wurde Thomas Frauenlob am 13. Februar 1963 in Bad Reichenhall geboren. Seine ersten Schritte in der katholischen Kirche machte er als Ministrant unter Pfarrer Ludwig Klöck. Schon damals besuchte er während einer Ministrantenwallfahrt Rom, Papst Johannes Paul II. durfte er damals die Hand geben, was ihn nachhaltig beeindruckte. 1978 kam er als Hauptschüler im Rahmen eines Besinnungstages an das Erzbischöfliche Studienseminar St. Michael in Traunstein, dessen damaliger Leiter der spätere Regionalbischof Engelbert Siebler war. In Bad Reichenhall begann der 15-Jährige eine Briefträgerlehre bei der Deutschen Post. Die Kirche übte eine ständige Faszination auf ihn aus. Mit 18 Jahren besuchte er daher ein »Spätberufenenseminar«, das er mit dem Abitur abschloss.

Was folgte, war ein Doppelstudium bei den Jesuiten an der Philosophischen Hochschule und an der Fakultät für Katholische Theologie an der Universität München. Zum Priester geweiht wurde Monsignore Frauenlob im Oktober 1993. Von 1995 bis 1997 war er Kaplan in Garmisch. Bis 2006 leitete er als Direktor das Erzbischöfliche Studienseminar St. Michael in Traunstein. Von 2004 bis 2005 hatte er eine zusätzliche Tätigkeit im Pfarrverband Waging am See inne: Dort war er Pfarradministrator in der Pfarrgemeinde St. Martin in Waging, darüber hinaus in St. Stephan in Otting sowie Kurat in St. Leonhard am Wonneberg. Seit 2006 ist er an der Kurie im Vatikan in Rom tätig.

Um Frauenlobs damalige Berufung in den Vatikan kümmerte sich Benedikt XVI. persönlich: In einem Brief unterbreitete er dem Monsignore Vorschläge für eine Tätigkeit in Rom. Angeblich hätte ihn Kardinal Friedrich Wetter damals gerne in der Erzdiözese behalten. Nun geht es für den Kirchenmann wieder zurück in heimatliche Gefilde. Ab 20. Oktober ersetzt er Pfarrer Peter Demmelmair. Kilian Pfeiffer