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Von der Kriegsopfer-Versorgung zum Sozialdienst

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Der Vorstand des Sozialverbundes VdK Ortsverband Berchtesgaden feierte das 70-jährige Bestehen des Verbands und ehrte langjährige Mitglieder. Mit diesen freuten sich die Bürgermeister-Stellvertreter Josef Wenig aus Berchtesgaden und Thomas Resch aus Bischofswiesen. (Foto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Der VdK-Ortsverband hat am Samstag in »Spiesbergers Alpenküche« im Haus der Berge sein 70-jähriges Bestehen gefeiert und seine langjährigen Mitglieder geehrt.


Nach dem Zweiten Weltkrieg herrschte in Deutschland große Not. Viele heimkehrende Soldaten waren teilweise schwer verwundet und es gab viele Hinterbliebene, denen es zu helfen galt. So gründeten mehrere beherzte Männer und Frauen den Verein der Kriegsopfer. 1950 wurde ein Dachverband gegründet, der den Namen »Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands« erhalten hat. Im Jahr 1994 wurde aus dem alten Namen der »Sozialverbund VdK Deutschland«.

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Die Geschicke des Ortsverbandes Berchtesgaden leitet nach dem krankheitsbedingten Rücktritt von Gabriele Kuhlemann bis zu den Neuwahlen deren Stellvertreter Wolfgang Kemmler kommissarisch.

Kemmler hielt nach der Begrüßung der Anwesenden, darunter die Bürgermeister Stellvertreter Thomas Resch aus Bischofswiesen und Josef Wenig aus Berchtesgaden, Rückschau auf den Beginn des Berchtesgadener Ortsverbandes, der nach Genehmigung der US-amerikanischen Besatzungsmacht am 22. Juni 1947 war. Zum ersten Vorsitzenden wurde Gert Cramer gewählt. Des Weiteren nannte Kemmler beeindruckende Mitgliederzahlen des VdK, dem deutschlandweit 1,76 Millionen Mitglieder angehören. Der Ortsverband Berchtesgaden betreut knapp 1 400 Personen.

Kreisverbandsvorsitzender Manfred Rau, der für 7 000 Mitglieder zuständig ist und bereits seit 29 Jahren im ehrenamtlichen Dienst wirkt, sprach die soziale Gerechtigkeit an und nannte einen jüngsten Missstand aus der großen Kurstadt Bad Reichenhall. Dort wurde aus wirtschaftlichen Gründen die Eintrittsermäßigung für Schwerbehinderte in das Schwimmbad Marzoll gestrichen.

Die Begründung des Verwaltungsaktes war eine ohnehin knappe Kalkulierung für Rentner sowie Schwerbehinderte, welche die Eintrittspreise bezahlen könnten, führte Rau weiter aus. Dies bezeichnete Rau als beschämend und unmoralisch. Man werde sich das auch nicht gefallen lassen, so der Kreisvorsitzende, der abschließend das Leitmotiv »Zukunft braucht Menschlichkeit« ansprach und dabei Ehrlichkeit, Kameradschaft, Zusammenarbeit und gegenseitige Hilfe und Toleranz einforderte. »Besinnen wir uns auf unsere Entstehungsgeschichte, auf die Stärke unseres Verbandes, unsere Gemeinschaft und unser Bestreben um mehr Mitmenschlichkeit und gegenseitiges Verständnis«, schloss der Kreisvorsitzende seine Ausführungen.

Bürgermeisterstellvertreter Josef Wenig vom Markt Berchtesgaden sprach für seine Kollegen und lobte die ehrenvolle Arbeit des Ortsverbandes und des VdK im Allgemeinen.

Kemmler ehrte anschließend mehrere langjährige Mitglieder mit Urkunden und Anstecknadeln für ihre Treue zum VdK. Dabei erwähnte er ebenso die 95-jährige Käthe Schwinghammer, die seit 70 Jahren Mitglied im VdK-Ortsverband Berchtesgaden ist und in Bad Hindelang lebt.

Des Weiteren wurde eine große Anzahl für zehnjährige Mitgliedschaft und auch einige für 25 bis 50 Jahre ausgezeichnet (siehe Kasten). cw

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