weather-image

Vorerst kein Jennerbahn-Aushub mehr auf die Koppenleiten

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Rund 1 000 Kubikmeter Aushub zu viel hat Peter Hettegger auf das von ihm gekaufte Grundstück befördern lassen. (Fotos: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Rund 2000 Kubikmeter Aushub waren es insgesamt, 1000 zu viel. Deshalb darf vorerst kein Jennerbahn-Aushub auf die Koppenleiten gebracht werden.


Das Material wollte Hotelier und Jennerbahn-Teilhaber Peter Hettegger auf einem seiner Grundstücke zur »landschaftlichen Verbesserung samt Sicht- und Lärmschutz« verwenden. Bis ihn jemand beim Landratsamt anzeigte. Ins Rollen gebracht hatten die Sache die Freien Wähler. Hettegger ist sauer.

Anzeige

Seit dem Bau des Hotels »Edelweiß« im Markt ist der Pongauer Unternehmer Peter Hettegger touristischer Taktgeber im Talkessel. Dass nun eines seiner Projekte zum Stillstand gebracht wurde, wurmt ihn. Die Baueinstellung nach einer Anzeige beim Landratsamt geht auf die Freien Wähler in Berchtesgaden zurück. Denn die Aushublagerung ist bislang nicht genehmigt. Unverständnis äußert Hettegger dennoch, das sagt er im »Anzeiger«-Gespräch ganz klar. »Hier wird jetzt erst einmal nichts passieren«, ärgert er sich. Dabei wolle er das Gelände doch nur auffüllen. Mit rund 3 000 Kubikmetern Aushubmaterial, das bei den Arbeiten an der neuen Jennerbahn angefallen war. »Wir wollten einen Sicht- und Lärmschutz realisieren«, erklärt er.

Bildtext einblenden
Der Pongauer Hotelier und Unternehmer Peter Hettegger hat in den vergangenen Jahren viel im Talkessel investiert. Nun kamen ihm bei einem seiner Vorhaben die Freien Wähler dazwischen.

Der Pongauer Hotelier und Unternehmer Peter Hettegger hat in den vergangenen Jahren viel im Talkessel investiert. Nun kamen ihm bei einem seiner Vorhaben die Freien Wähler dazwischen.

Grundsätzlich sei das auch möglich. Anton Kurz, der Geschäftsleiter des Marktes Berchtesgaden, sagt, dass Aufschüttungen mit einer Höhe von bis zu zwei Metern und einer Fläche bis zu 500 Quadratmetern genehmigungfrei seien. Allerdings treffe das auf den Bereich an der Koppenleiten nicht zu. In der Regel werden Überschreitungen mit Geldstrafen belegt. Eine Stellungnahme des Landratsamtes lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

Auf der Koppenleiten wurden bisher über 2 000 Kubikmeter abgeladen. Wegen der »unverhältnismäßig großen Menge« an Material, das dort abgeladen worden war, hat sich Widerstand in der Bevölkerung gebildet. Nachbarn wandten sich an FW-Gemeinderäte. Auf »Anzeiger«-Nachfrage wollte sich aber keiner der Betroffenen äußern.

Der Geschäftsleiter des Marktes Berchtesgaden, Anton Kurz, sagt, dass die ganze Sache aus Sicht der Gemeindeverwaltung kein Problem darstelle. Denn Hetteggers Anliegen sei auf dem Verwaltungsweg direkt an das Landratsamt Berchtesgadener Land weitergereicht worden. Von dort hat es allerdings bislang noch kein grünes Licht gegeben. Anträge könnten schon mal mehrere Wochen oder Monate bearbeitet werden, sagt Kurz.

Hettegger bedauert das, sagt, dass »wir zu spät mit der Einreichung dran waren.« Dennoch: Er kritisiert, dass sich die Freien Wähler den Faux-pas zum Anlass genommen hätten, um ihn anzuzeigen. Hettegger ist alles andere als erfreut über die aktuelle Situation. Denn das Aushubmaterial, das er für sich reserviert hatte, musste mittlerweile anderweitig entsorgt werden. Zuversichtlich zeigt er sich dennoch, dass er den Sicht- und Lärmschutz irgendwann umsetzen kann. Zumal die Aushubarbeiten am Jenner noch lange nicht beendet sind. Kilian Pfeiffer