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Berchtesgaden reicht Projekte für Städtebauförderung ein

Vorschläge für Visionen

Berchtesgaden – Die Marktgemeinde Berchtesgaden hat Visionen. Darunter ganz konkrete Projekte, aber auch Gedankenspielereien. All diese Ideen stehen jetzt auf einer Liste zur Städtebauförderung. Das von der Gemeindeverwaltung erarbeitete Dokument hat der Marktgemeinderat jetzt in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend abgesegnet.

Das konkreteste Projekt auf der Vorschlagsliste zur Städtebauförderung: die Neugestaltung des Kongresshaus-Vorplatzes. (Foto: Fischer)

Das Städtebauförderungsprogramm »Kleine Städte und Gemeinden – Überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerk« der Regierung von Oberbayern will Vorhaben finanziell unterstützen, die ein Alleinstellungsmerkmal der Bewerbergemeinde aufweisen, also etwas Besonderes sind. Zugleich soll die interkommunale Zusammenarbeit angeregt werden.

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Die Vorschläge sind aufgeteilt in drei geografische Schwerpunkte: Bahnhof und Markt, der Bereich Maximilianstraße, Ludwig-Ganghofer-Straße und Angergasse sowie das Nonntal und der Rathausplatz.

Ganz konkret ist die Neugestaltung des Kongresshaus-Vorplatzes, der komplett umgebaut werden soll. Geplant sind unter anderem eine Elektro-Tankstelle und E-Mobil-Verleih, die Verbindung von Touristinformation und Mobilitätsdienstleistungen sowie Kunst im öffentlichen Raum.

Ein weiteres Projekt auf der Liste ist der Verbindungsweg vom Bahnhof zum »Haus der Berge«. Erforderlich dafür ist die Komplettsanierung des Bahnhofstegs und die Barrierefreiheit der Wege. Daneben soll das gesamte Bahnhofsareal aufgewertet werden. Zum Beispiel mit zusätzlichen Toiletten und einer besseren Erreichbarkeit der Parkplätze.

Direkt im Markt sollen die Dr.-Imhof-Straße, die Griesstätterstraße und Teile der Ludwig-Ganghofer-Straße attraktiver werden. Geplant sind ein verkehrsberuhigter Bereich und die Sanierung der Parkdeck-Toiletten. Aufgewertet werden sollen auch der Franziskanerplatz, die Maximilianstraße und die Sonnenpromenade. Unter anderem mit einem »Kunstpunkt« und mit dem Umbau des Spielplatzes »Am Anger« zu einem Generationenfreizeitplatz.

Richtig visionär wird es bei der Neugestaltung des Rathausplatzes. So könnte der Platz zum Wochenmarkt für den ganzen Talkessel umfunktioniert werden. Wie es früher schon einmal war, wie Marktbürgermeister Franz Rasp (CSU) betonte. Sogar die Errichtung einer Schrannenhalle, ebenfalls nach historischem Vorbild, sei denkbar. Im Gespräch ist auch eine sogenannte »Landmark«, also eine Statue, die etwas Ortstypisches zeigt. »Das kann ein Miniatur-Watzmann sein, oder ein überdimensionales Mankei«, erklärte Geschäftsleiter Anton Kurz dem »Berchtesgadener Anzeiger«.

Und jetzt wird es wieder bodenständig: Auch die öffentlichen Toiletten am Rathaus sollen saniert werden. »Das haben wir eh vor«, erklärte der Bürgermeister.

Auf Nachfrage von Hans Kortenacker (BBG) erklärte Franz Rasp, dass die Planungen noch am Anfang stünden. »Das wird weiterentwickelt. Zunächst müssen wir klären, welche Projekte überhaupt förderfähig sind«, sagte Rasp. Eine Beteiligung der Bürger werde später selbstverständlich erfolgen. Für Dr. Bartl Wimmer (Grüne) ist die Vorschlagsliste »ein guter Mix aus kurzfristig realisierbaren Projekten und langfristigen Visionen«. Christian Fischer