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Vorsicht mit der Unterschrift

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Peter Lenz warnt vor den offiziell ausschauenden Formularen. (Foto: Rothenbuchner)

Berchtesgaden – Gewerbetreibende in Berchtesgaden sollten sich derzeit besonders genau anschauen, was sie unterschreiben. Darauf weist Peter Lenz vom Gewerbeamt Berchtesgaden hin. Seit Kurzem sind neue Betrugsschreiben unterwegs, die sich auch an Kleinvermieter von Pensionen richten.


»Die Briefe erwecken einen offiziellen Eindruck, im Kopf steht ›Berchtesgaden.Gewerbe-Meldung.de‹. Nur der Adler ist nicht der offizielle«, so Lenz. Im Anschreiben steht außerdem, dass es sich um eine eilige Mitteilung handle. Die Zweigstelle Leipzig würde seit der internen Auflösung dezentraler Gewerbeverzeichnisse die Abwicklung der Gewerbeverzeichnisse in der Bundesrepublik Deutschland übernehmen. Des Weiteren fordert das Schreiben dazu auf, das beigefügte Formular auszufüllen und bis 24. Juni zurückzusenden. So solle eine rechtzeitige Eintragung gewährleistet werden.

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»Auf dem Formular werden die Gewerbetreibenden explizit mit Namen, Straße, Hausnummer und sogar Telefonnummer angesprochen«, berichtet Lenz. Erst im Kleingedruckten ist zu lesen, dass es sich bei der Eintragung in das Register um ein kostenpflichtiges Angebot handelt. Durch die Unterzeichnung des Formulars wird das Leistungspaket verbindlich für drei Jahre bestellt. Für 384 Euro plus Umsatzsteuer pro Jahr.

»Ob der Vertrag vor Gericht rechtskräftig wäre, kann ich nicht sicher sagen. Ich könnte es mir aber vorstellen, weil der Verfasser sagen kann, ›hätten Sie eben das Kleingedruckte gelesen‹«, sagt Peter Lenz.

Betrugsschreiben wie dieses gab es in Berchtesgaden vor einigen Jahren schon einmal. Damals war es jedoch allgemeiner gehalten. »Dieses Mal steht explizit ›Berchtesgaden.Gewerbe-Meldung‹ auf dem Anschreiben«, so Lenz. »Und es sind nicht nur größere Betriebe betroffen, sondern auch kleine Pensionen. Wir sind als Behörde in der Pflicht, die Gewerbetreibenden zu schützen und früh zu handeln.«

Das Gewerbeamt Berchtesgaden hat bisher eines dieser Betrugsschreiben vorgelegt bekommen und an das Landratsamt weitergegeben. ra