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Waldarbeiten wegen Soleleitung

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Viel Wald ist beim Rabensteinerweg weg – aber alles läuft seinen rechten Gang, betont auch Forstamtmann Otto Ertl. Grund dafür: der Neubau der Soleleitung vom Salzbergwerk Berchtesgaden zum Hochbehälter. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden – Schwere Baugeräte, die Erschließung von Straßen und ein Wald, der weichen muss? Ein Anwohner des Rabensteinerweges zeigt sich besorgt. Doch scheint seine Sorge unbegründet. Das besagte Grundstück ist im Besitz einer heimischen Baufirma. Durch das Areal läuft ein Teil der Soleleitung des Salzbergwerks. Und diese wurde kürzlich erneuert.


Ein Waldgebiet, große Baumaschinen – die Bedenken des Anwohners sind groß, als er sich an die Redaktion wandte: »Als Anwohner am Rabensteinerweg in Berchtesgaden versuche ich seit einem Jahr erfolglos die Behörden auf einen Straßenbau aufmerksam zu machen«, schreibt der Berchtesgadener. »Es ist nicht etwa eine Waldbewirtschaftung vorgenommen worden. Es ist vielmehr großflächig abgeholzt worden.« Straßen seien entstanden, zwar nicht asphaltiert, dafür drei Meter breit und »mehrere Hundert Meter lang«, so der Anwohner. Die Nachbarn hätten die Befürchtung geäußert, dass hier mehr geplant sei, als zunächst angenommen werden könnte.

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Weil seitens der Behörden kein Hinweis an die Anwohner ergangen sei, was rund um den Rabensteinerweg passiert, wollte er Aufklärung – und wandte sich zunächst an das Landratsamt. Dort erhielt er Antwort von Hanni Eichner, Leiterin des Fachbereiches Naturschutz und Jagdwesen. »Die Anlage eines Forstwirtschaftsweges im genannten Bereich ist uns ordnungsgemäß angezeigt worden und war nicht zu beanstanden«, schreibt Eichner in einem dem »Anzeiger« vorliegenden Schriftverkehr. Für den Vollzug des Waldgesetzes sei aber das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein zuständig, so Eichner weiter. Das Amt müsse beurteilen, ob die Waldbewirtschaftung unterhalb des Rabensteinerweges ordnungsgemäß ablaufe.

Forstamtmann Otto Ertl, zuständig für das Forstrevier Berchtesgaden, bestätigte gegenüber der Heimatzeitung, dass alles rechtens sei. Ertl sei bereits vor Ort gewesen, habe sich ein Bild gemacht. »Die Soleleitung verläuft hier«, so der Forstamtmann. Nachfrage bei Franz Lenz, Standortleiter im Salzbergwerk Berchtesgaden. Dieser sagt, dass Teile der Soleleitung saniert wurden. »Seit vergangenem Jahr haben wir ein 1,8 Kilometer langes Stück neu gemacht.« Dieses verläuft vom Salzbergwerk aus in Richtung Café »Etzerschlössl«, von dort weiter bis zum Rabensteinerweg, wo sich ein Hochbehälter des Salzbergwerkes befindet.

Dort, wo die Soleleitung verläuft, dürften keine Bäume stehen, daher auch die Erklärung für die Baumentnahme in besagtem Areal. Mittlerweile ist jener Teil der Soleleitung verlegt worden, vor wenigen Wochen konnten die Arbeiten abgeschlossen werden, weiß Franz Lenz. Kilian Pfeiffer