weather-image

Wann wird's mal wieder richtig Sommer?

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Das Bäderangebot im südlichen Berchtesgadener Land ist ausgesprochen gut. Doch richtig genutzt werden kann es in diesem verregneten Sommer nur selten. Fotos: Anzeiger/Wechslinger
Bildtext einblenden
Bei Regenwetter wird es in der Watzmann Therme schon einmal eng.

Berchtesgadener Land – Wenig Grund zum Jubeln haben im aktuellen Sommer wieder einmal die »Wasserratten«. Wer gerne zum Baden geht, der muss sein Glück heuer vor allem im Süden suchen, denn im Berchtesgadener Land ist die Freibadsaison eher kläglich. So hat man sich in den hiesigen Freibädern schon damit abgefunden, dass die fehlenden Besucher bis zum Saisonende nicht mehr aufgeholt werden können. Wenigstens der Watzmann Therme beschert die feuchte Witterung mehr Besucher.


Im Aschauerweiher beginnt der Tag, egal ob schönes oder schlechtes Wetter, zunächst einmal mit bis zu 20 Morgenschwimmern, die als treueste Kundschaft bezeichnet werden können. Das »Aschi« mit seiner zirka 4 200 Quadratmeter großen Wasserfläche weist auch an kühlen Tagen eine Temperatur von 20 bis 23 Grad auf. Wenn es zur Abwechslung doch einmal ein paar heiße Tage gibt, steigt die Wassertemperatur schnell auf 25 Grad und mehr an, sodass das Wasser herabgekühlt werden muss. Das war allerdings heuer nur selten notwendig. Dennoch kamen an den Spitzentagen dieses Sommers bis zu 1 600 Gäste (19. Juli) in eines der größten deutschen Naturbäder. Den größten Ansturm gab es über Pfingsten im Juni, als es einmal sogar vier Tage schön war und täglich um die 1 000 Besucher gekommen sind.

Anzeige

Bisher hält man insgesamt bei gut 25 000 Besuchern, die über 50 000 aus dem letzten Jahr können bei weitem nicht mehr erreicht werden. Dabei hatte auch der Sommer 2013 verhalten begonnen, ehe damals eine Schönwetterperiode im Hochsommer die Bilanz noch auffrischte. Auch »Aschauer Wirt« Hannes Schneider mit seinen Partnerinnen Mucki Köllhofer und Michaela Weinbuch war von den vielen schlechten und oftmals kalten Tagen betroffen. Im Juli seien die Umsätze um mehr als die Hälfte eingebrochen, so Schneider.

Auch im vor fünf Jahren umgebauten und generalsanierten Schornbad ziehen schon am frühen Morgen bis zu 20 Schwimmer ihre Bahnen. Sogar an den letzten verregneten und teilweise recht kühlen Tagen zählten die Bademeister zehn bis 14 Morgenschwimmer. Wenn das Wetter nicht mitspielt, schließt das Schornbad um 10 Uhr seine Pforten. Und das war heuer schon öfters der Fall.

Auch an den beiden Themenabenden »Mondscheinschwimmen« spielte das Wetter nicht mit. Dennoch wertete man den Aktionstag als Erfolg, immerhin erfreuten sich die Badenden am 30 Grad warmen Wasser. Auch die Aktion des »Jugend-Treff.5 Fördervereins« von Heike Mechelhoff kam gut an.

Stefan Kandler zeichnet seit 22 Jahren für das Schellenberger Bad verantwortlich. Das Bad ist an schönen Tagen gut besucht, vor allem Familien mit kleinen Kindern kommen regelmäßig ins kleine, aber feine Bad. Das war auch heuer öfters so, doch gab es laut Kandler beim bisherigen Badesaisonverlauf Höhen und Tiefen.

Bis zu zehn Morgenschwimmer kommen regelmäßig ins Schellenberger Bad, an ganz unfreundlichen Tagen lassen sich jedoch auch diese Unentwegten nicht sehen. »Wir heizen dann halt nicht und so ist es den Morgenschwimmern ganz einfach zu kalt«, erklärt der Bademeister.

Des einen Leid ist oft des anderen Freud. So bekommt die Watzmann Therme freilich an Regentagen großen Zulauf. Im Vergleich zur Situation vor zwei Jahren (im letzten Sommer war die Therme wegen der Renovierungsarbeiten nach dem Brand vom 16. Mai geschlossen) sind die Zahlen durchaus in Ordnung, aber nicht so gut wie das Jahr davor. Die Badegäste kommen nämlich nur in großer Zahl, wenn es regnet. Dann platzt die Watzmann Therme fast aus allen Nähten. Kaum lässt der Regen nach, begeben sich viele Badegäste sogleich ins Freie und suchen Abwechslung im Freien. So muss man sich an schönen Tagen auch einmal mit 500 Gästen begnügen.

In den drei Freibädern sind die verregneten und zu kalten Tage in den restlichen Wochen nicht mehr aufzuholen. Dennoch gibt man die Hoffnung auf ein paar schöne und warme Sonnentage nicht auf. Auf ein Ende der Badesaison wollen sich die Bademeister nicht festlegen, das sei Sache der Kommune. Zwar plane man immer so lange offen zu halten wie die Sommerferien dauern, doch aufgrund des späten Beginns des neuen Schuljahres am 16. September könnte das Saisonende für die heimischen Bäder auch schon viel früher kommen. Christian Wechslinger