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Warten auf das 200. Mitglied

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Eine Kulturfahrt führte den Verein der Freunde des Heimatmuseums Schloss Adelsheim nach Innsbruck. Schloss Ambras zählt zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Tiroler Landeshauptstadt. ( Foto: privat)

Berchtesgaden – Auf ein veranstaltungsreiches Jahr konnten die Mitglieder des Vereins der Freunde des Heimatmuseums Schloss Adelsheim bei ihrer Jahreshauptversammlung im Gasthof »Neuhaus« zurückblicken. Der Verein hat sich die Förderung des Museums auf die Fahnen geschrieben. Auch im vergangenen Vereinsjahr hatte er zahlreiche Initiativen entfaltet, um dieses kulturhistorische Kleinod im südlichen Landkreis mit Leben zu erfüllen. Für 2016 plant das Museum zwei große Ausstellungen und der Verein auf seine Kosten eine neue Präsentation der Exponate der Berchtesgadener Beinschnitzerei und -drechslerei.


1. Vorstand Dr. Hermann Amann wies darauf hin, dass trotz einiger Neueintritte die Mitgliederzahl unter 200 gesunken ist. Der Verein wartet also erneut auf das 200. Mitglied, um dieses – wie im letzten Jahr – besonders zu begrüßen.

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In seinem Bericht über das vergangene Vereinsjahr hob Dr. Amann vor allem die Hans-Richter-Gedächtnisausstellung hervor, eine Frucht der Zusammenarbeit des Museums mit dem Künstlerbund, den Freunden der Schnitzschule und nicht zuletzt den Angehörigen des Künstlers. Die Sommermonate waren geprägt durch die Sonderausstellung »Lichtenbergs Hühner«. Die Oldenburger Künstlerin Heidi Beilstein verband darin humorvolle Lebensweisheiten des deutschen Universalgelehrten Georg Christoph Lichtenberg mit ebenso ironischen Scherenschnitten von Hahn und Henne in kraftvollen Farben. Wie bereits frühere Ausstellungen, hat auch diese der erst vor wenigen Tagen verstorbene Peter Reimers aus Rastede bei Oldenburg vermittelt. Beide Ausstellungen hat der Verein finanziell gefördert, aber auch durch persönlichen Einsatz seiner Mitglieder.

Zum Internationalen Museumstag im Mai und zum »Tag des offenen Denkmals« im September hat der Verein – wie jedes Jahr – freien Eintritt und Führungen für alle Besucher finanziert. Hans Neumeier und Fritz Schelle präsentierten am »Tag des offenen Denkmals« den Besuchern Holz- und Beindrechslerarbeiten aus dem Bestand des Museums, insbesondere die Arbeitstechniken, mit deren Hilfe solche Werke entstehen. Durch die Finanzierung des freien Eintritts will der Verein gezielt Einheimische in das Museum einladen, auch mit dem Ziel, dass diese ihre Gäste zum Besuch ermuntern.

Nach dem detaillierten Bericht der Schatzmeisterin Linda Pfnür sowie der Kassenprüferinnen Renate Rauscher und Gabriele Köppl erhielt der Vorstand einstimmig Entlastung.

Aktuell laufen im Museum, so Dr. Amann, die Vorbereitungen für die Advents- und Weihnachtsausstellung »Zwischen Himmel und Erde – Engel«, die der Verein auf eigene Kosten und unter der bewährten Regie des 2. Vorsitzenden Fritz Schelle vom 1. Dezember bis zum 5. Januar ausrichtet.

Über die für 2016 geplante Neu-Präsentation der Exponate der Berchtesgadener Beinschnitzerei und -drechslerei informierte Schelle, der die momentane Ausstellungssituation als äußerst unbefriedigend bezeichnete. Der Verein wird Vitrinen für die wertvollen Objekte anschaffen sowie den Umzug in einen anderen Raum organisieren, um eine angemessene Präsentation zu ermöglichen. Zur Eröffnung des Museums nach der Winterpause soll die Umgestaltung abgeschlossen sein. Im ehemaligen Kassenraum, der nach dem Umbau zusätzliche Ausstellungsfläche bietet, plant Fritz Schelle im nächsten Jahr eine Fotoausstellung über den Umbau des Marktes im Dritten Reich. Materialien dazu finden sich sowohl im Archiv des Heimatmuseums als auch im Marktarchiv.

Museumsleiterin Friederike Reinbold bezeichnete die im Zuge der monatelangen Umbauarbeiten erfolgte sogenannte »Brandschutz-Ertüchtigung« als Maßnahme, die gigantischen Kraft- und Zeitaufwand sowie finanzielle Mittel erfordert habe, sich jedoch summa summarum als Gewinn für die Einrichtung erweise, weil unter anderem auch ein zusätzlicher Ausstellungsraum gewonnen wurde.

Für nächstes Jahr plant die Museumsleiterin eine große Jubiläumsausstellung der Berchtesgadener Feuerwehr, die ab der Eröffnung im Frühjahr bis Ende August zu sehen sein wird. Danach wird das Museum auf Initiative des verstorbenen Peter Reimers die Wanderausstellung »Wildlife« präsentieren.

Reinbold berichtete über die nun endgültig erfolgte Umbenennung des Museums in »Museum Schloss Adelsheim«, die auch eine Umgestaltung der Homepage nötig gemacht habe. Nach jahrelangen Überlegungen habe man ganz bewusst die Bezeichnung »Heimatmuseum« entfernt, da man sie für nicht mehr zeitgemäß halte.

Die kurze Aussprache machte deutlich, dass die überwiegende Mehrheit der Mitglieder sich mit der Namensänderung des Museums nicht anfreunden kann. Kreisheimatpfleger Johannes Schöbinger erklärte, der Begriff »Heimat« erfahre in der letzten Zeit eine enorme Aufwertung und werde nicht mehr mit »verstaubt« oder »antiquiert« assoziiert. Jürgen Zimmermann, langjähriger Vereinsvorsitzender und Beirat, schloss sich Schöbingers Ausführungen an. Er plädierte dafür, die Bezeichnung »Heimatmuseum« unbedingt zu erhalten und sie zumindest in einer Unterzeile des neuen Namens weiterzuführen. Ein Großteil der Mitglieder sah das genauso.

Die Grüße und den Dank der Marktgemeinde für die Unterstützung des Museums sowie eine kleine Spende übermittelte 2. Bürgermeister Bartl Mittner. Das Engagement der Museumsfreunde erfülle Schloss Adelsheim mit Leben und dokumentiere gleichzeitig die Verbundenheit des inneren Landkreises mit dem Museum. fb