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Warten auf das Kirchengut

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In St. Bartholomä wartet man noch immer auf die wegen des Schimmelbefalls ausgelagerten Kirchengegenstände. Foto: Anzeiger/B. Stanggassinger

Schönau am Königssee – Die Schimmelbekämpfung in der Wallfahrtskirche St. Bartholomä ist nicht so erfolgreich wie bislang angenommen (wir berichteten). Bis alle seit Jahren ausgelagerten Kirchengegenstände wieder zurückgeführt werden können, werden noch einige Monate vergehen. Das geht aus einem dem »Berchtesgadener Anzeiger« vorliegenden Schriftstück hervor. Verfasst hat dieses Bernd Schreiber, Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung.


Zwar hätten die »aufwendigen Maßnahmen zur Klimaverbesserung und damit zur Schimmelbekämpfung in der Wallfahrtskirche (...) die erhofften deutlichen Verbesserungen erbracht«, dennoch weise das Raumklima nicht in allen Bereichen des Gebäudes »akzeptable Werte« auf. So habe die für Klimafragen bei der Bayerischen Schlösserverwaltung zuständige Restauratorin gewisse Feuchtigkeitsschwankungen festgestellt, »die für einige Materialien noch immer unzuträglich sind.« Obwohl kostenspielige, aufwendige Verfahren im Kirchenhaus angewandt worden waren, die das Feuchtigkeitsproblem eigentlich beheben sollten.

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Gegenüber dem »Berchtesgadener Anzeiger« hatte die zuständige Restauratorin erklärt, »dass die relative Feuchte in der Wallfahrtskirche auf St. Bartholomä deutlich gefallen ist.« Auf einen Wert von 60 bis 80 Prozent. Zuvor lag dieser bei 80 bis 100 Prozent.

Anfang Juli noch hatten Mitarbeiter der Schlösserverwaltung Schimmelbefall an einem in der Kirche verbliebenen Votivbild festgestellt, das derzeit in München restauriert wird.

Laut Präsident Bernd Schreiber bedürfe es daher einer »Kontrollphase, die sich über die besonders kritische Winterperiode wird erstrecken müssen.« Frühestens im Frühjahr 2015 können die Experten über das weitere Vorgehen entscheiden. Auch in Sachen Diebstahlschutz möchte Schreiber ein Konzept vorlegen, »da Kirchendiebstahl zunimmt« und St. Bartholomä täglich von vielen Tagestouristen besichtigt wird.

Die zahlreichen Kunstgegenstände, die einst in der Wallfahrtskirche waren, sollen, wenn es nach Präsident Schreiber geht, so schnell als möglich wieder zurückgeführt werden: »Die Bayerische Schlösserverwaltung hat schon allein deswegen Interesse an einer Wiederaufstellung der Ausstattung an ihrem angestammten Platz, weil die Kunstgutdepots stark gefüllt sind und daher dort frei werdender Platz hilfreich sein wird.« Eine »alsbaldige Rückführung der Kunstgegenstände« sei angedacht. Kilian Pfeiffer