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25 Jahre »Oxn-Aug'n Trio«: Hubert Ilsanker, Michael Rasp und Helmut Keilwerth gehen im Mai auf Jubiläums-Deutschlandreise

»Was den Leuten gefällt, spielen wir«

Schönau am Königssee – Über 100 selbst komponierte Lieder, rund 70 Auftritte pro Jahr, unterwegs im Namen der Bayerischen Staatsregierung: Hubert Ilsanker, Michael Rasp und Helmut Keilwerth vom »Oxn-Aug'n Trio« dürfen stolz auf ihre Erfolge der letzten 25 Jahre zurückblicken. Die drei Hobbymusiker aus Schönau am Königssee und Oberau feiern heuer ihr vierteljahrhundertjähriges Bühnenjubiläum. Als Dank für die jahrelange Unterstützung ihrer treuen Fans von nah und fern gehen sie auf eine zehntägige Deutschlandreise und beenden diese am 14. Mai mit einem Frühschoppen im Gasthof »Bodner«.

So hat alles begonnen: Auf dem Roßfeld wurde 1990 das erste Gruppenfoto des »Oxn-Aug'n Trios« mit ihrem original Marterl samt Spiegeleipfanne gemacht. (Foto: privat)
Prost auf 25 Jahre »Oxn-Aug'n Trio«: Für die langjährige Treue und Unterstützung bedanken sich Helmuth Keilwerth, Hubert Ilsanker und Michael Rasp (v.l.) bei ihren auswärtigen und einheimischen Fans mit einer Deutschlandreise und einem Frühschoppen im Gasthof »Bodner« im Mai. (Foto: Irlinger)

Angefangen hat alles bei einer Brotzeit am 10. September 1990 in Bischofswiesen. Im ehemaligen Kinderzimmer von Helmut Keilwerth trafen sich die drei Burschen, damals Anfang zwanzig, zu ihrer ersten Probe. Musikerfahrung hatte zu diesem Zeitpunkt bereits jeder: Während Michael Rasp und Helmut Keilwerth über fünf Jahre gemeinsam bei den »Noglstoana« musiziert hatten, war Hubert Ilsanker Mitglied beim »Almrausch Trio«. Eine Mischung aus Zufall und Langeweile ließ die drei schließlich das erste Mal gemeinsam proben. Und da junge Burschen eigentlich immer Hunger haben, hatte die Mutter von Helmut Keilwerth erst einmal Spiegeleier, in Berchtesgaden auch als »Ochsenaugen« bekannt, in die Pfanne gehauen. So waren zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, der Hunger war gestillt und der Gruppenname – »Oxn-Aug'n Trio« – gefunden. »Am Anfang hat niemand unseren Namen kapiert, aber wir hatten unseren Spaß«, erinnert sich Hubert Ilsanker. Seinen ersten Auftritt absolvierte das Trio nur einen Monat nach seiner Gründung beim 80. Jubiläum der Schützengesellschaft »Rauhe Köpf« Bischofswiesen. Im Repertoire hatten die drei zu diesem Zeitpunkt lediglich acht Lieder, doch sie haben es mit verschiedenen Besetzungen so geschickt angestellt, dass niemand die Wiederholungen bemerkte.

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Seitdem reihten sich die Auftritte der Hobbymusiker nur so aneinander: Heimatabende, Geburtstagsständchen, Maifeiern, Bierzelte, Frühschoppen, Oktoberfeste, Firmenveranstaltungen. Dementsprechend dauerte es auch nicht lange, bis das »Oxn-Aug'n Trio« eine große Fangemeinde um sich geschart hatte. Nicht nur Einheimische, sondern auch viele Gäste ließen sich die Auftritte nicht entgehen. »Seit 1992 spielen wir quasi als ›Hauskapelle‹ die ›bayrischen Abende‹ im Buchenhaus in Schönau am Königssee, so haben wir einfach viele Fans aus Hessen«, schmunzelt Michael Rasp.

Doch nicht nur die hessischen Berchtesgaden-Liebhaber, auch Urlauber aus Köln, Düsseldorf, Fulda, Sylt und Usedom sowie Österreich, der Schweiz und Südtirol schicken den »Oxn-Aug'n« immer wieder Anfrage für Auftritte im In- und Ausland. Ihre hauptsächliche Bühnenpräsenz liegt aber seit jeher im inneren Talkessel: »Wir müssen eigentlich gar nicht so oft wegfahren, die Leute kommen zu uns, das ist der große Vorteil«, so Helmut Keilwerth, »wegfahren ist zwar schön, aber praktischer ist es schon daheim.«

Repräsentant der Bayerischen Staatsregierung

Besonders stolz sind die Musiker auf ihre Auftritte im Namen der Bayerischen Staatsregierung: Barcelona, Ljublijana, Belgrad, Budapest, Moskau, Vilnius, Istanbul, Posen, Mailand – das »Oxn-Aug'n Trio« war bereits über 15 Mal für die Regierung unterwegs, um Bayern bei Staatsempfängen oder Messen zu repräsentieren. Den Auftrag an Land gezogen hat Hubsi Ilsanker auf der Priesberghütte. »Eines Tages war ein Vertreter vom Landwirtschaftministerium im Urlaub bei mir auf der Hütte und hat einen Prospekt vom »Oxn-Aug'n-Trio« mitgenommen, völlig unerwartet klingelte kurze Zeit später das Telefon und wir hatten unseren ersten Auftritt auf der Lebensmittelmesse im März 2004 in Barcelona in der Tasche«, so der Schönauer.

In den letzten 25 Jahren hat das Trio mehrere Fernsehauftritte im ZDF, Bayerischen Fernsehen und ORF absolviert sowie acht CDs auf den Markt gebracht, die neunte mit dem Titel »Wen Gott liebt« wird am 1. Mai beim Maibaumaufstellen beim Gasthaus »Kohlhiasl« vorgestellt. Die neueste Platte beinhaltet wieder zwölf selbst komponierte Lieder, damit erhöht sich die Zahl ihrer Eigenkompositionen auf über 100 Stück. »Wir haben ziemlich schnell angefangen, unsere eigenen Stücke zu schreiben, um von den herkömmlichen bekannten Liedern wegzukommen«, so Michael Rasp.

Größter Hit: »Berchtesgadener Bier«

Ihr größter Hit ist übrigens »Berchtesgadener Land, Berchtesgadener Bier«. Ein Lied, das 1997 für das Hofbrauhaus Berchtesgaden komponiert wurde und zunächst keinen interessiert hat. »Doch von einem Tag auf den anderen hatte jeder das Lied als Klingelton auf dem Handy und dann haben wir es auch bei anderen Brauereien gespielt«, schmunzelt Hubert Ilsanker.

Neben zwei verschiedenen Grundbesetzungen mit bis zu acht unterschiedlichen Instrumenten und Gesang liegt das Erfolgsrezept des Volksmusiktrios in ihrem Humor und ihrer Spontanität. »Wir haben nie ein festes Programm«, verrät Keilwerth, » zuerst schauen wir unser Publikum an und dann entscheiden wir, was gespielt wird.«

Zum 25-jährigen Bestehen plant das Trio ab 3. Mai für zehn Tage eine Jubiläumsfahrt durch Deutschland, die über zehn Regionen und Städte von Sylt zurück nach Berchtesgaden führen wird. Die Idee für dieses Unterfangen kam Helmut Keilwerth bereits vor zwei Jahren. »Musikantentreffen sind irgendwie abgedroschen, zu den anderen Jubiläen haben wir immer etwas organisiert, jetzt machen wir etwas für uns selbst.«

Mit großer Freude blicken sie ihrer 3 000 Kilometer langen Reise in einem angemieteten Wohnmobil entgegen, als Dank an ihre Fans werden alle Auftritte unentgeltlich gespielt. Großer Abschluss ist ein Frühschoppen mit befreundeten Gruppen im Gasthof »Bodner« am 14. Mai. Und Hubsi Ilsanker verspricht: »Wenn wir nicht zerkriegt sind und alle gemeinsam in einem Wohnmobil zurückkommen, spielen wir noch weitere 25 Jahre.« Caroline Irlinger