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»Was g'freit mi auf dera Welt?«

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Die Grünstoa-Klarinetten-Musi sorgte für beste Stimmung im vollen Pfarrsaal. Zwei Stunden lang gaben mehrere musikalische Gruppierungen Kostproben ihres Könnens. (Fotos: Schöbinger)
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Freuten sich über den gelungenen Abend (v.l.): Hans-Jörg Hasenknopf, Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob, Hildegard Hasenknopf und Moderator Adi Hölzl.

Berchtesgaden – Draußen ging ein herrlicher Frühlingstag zu Ende, drinnen im voll besetzten Pfarrsaal, begann anhaltend locker-heitere Frühlingsstimmung. Musikanten und Sänger, Junge wie Alte, hatten sich zum 25. Mal auf Einladung von Hans-Jörg Hasenknopf eingefunden, um beim Frühlingssingen mit Gesang, Musik und Texten Freude unter die Anwesenden zu bringen.


Für den beschwingten Auftakt sorgte die Grünstoa-Klarinetten-Musi, obwohl krankheitsbedingt umbesetzt, mit einer rhythmisch exakt gespielten Polka. Sprecher Adi Hölzl führte mit seinen launigen wie nachdenklichen Textbeiträgen durch den kurzweiligen Abend.

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Mit ihren verschiedenen Stückeln, ob dem Rigei-Boarischen oder beim Königsbach-Landler, zeigte sich die Berchtesgadener Soat'nmusi, an der Zither verstärkt von Reinhard Baumgartner, den gesamten Abend über als bewährte, gut eingestimmte Musikantengruppe. Schon das erste Lied des Nachwuchses, der Rothendiandln Veronika, Regina und Maria mit ihren feinen Kinderstimmen, sicher an der Zither eingespielt und begleitet von Tamara Kaltenbacher, war ein gelungener Auftakt.

Der seit Jahren zum festen Repertoire gehörende Jochen-stoana 4/4 Zwoagsang aus Passau gewann bereits bei seinem ersten Auftritt mit dem »Schneewasserl« die ungeteilte Zustimmung der Gäste. Die Fleitlmusi, die beiden »Hasein« und Hans Neumayer, lockerte mit ihren mal lustig beschwingten, mal melodisch heiteren Stückeln wiederholt den Programmablauf auf. Erstmals dabei war heuer der Davidl-Zwoagsang aus Mühldorf. Reinhard Baumgartner, der auch an der Zither begleitete, und Maria Königsbauer boten selten gehörte Lieder wie etwa »Und im Hintertal hint«. Bei all ihren Gesangsbeiträgen konnte vor allem die sichere Frauenstimme überzeugen. Die Grünstoa-Klarinetten-Musi überzeugte mit jugendlich schwungvollem Zusammenspiel wie »In der oidn Pichlerstub'm« oder bei der »Rossfeld-Polka« die interessiert lauschenden Besucher.

Mit der verschmitzten Episode »Wann ist eine Predigt für die Katz'« hatte Adi Hölzl die Lacher schnell auf seiner Seite. Vor der Pause trafen sich Gäste und Mitwirkende zum gemeinsamen Singen: »Iazt fangt des scheene Fruahjahr o« klang kräftig im Pfarrsaal. Für die Pause hatten Mitglieder des Pfarrgemeinderats reichlich Speis' und Trank vorbereitet.

Der zweite Teil des Abends begann mit einem besinnlichen Teil. Der bevorstehende Marienmonat Mai stand bei allen Beiträgen im Mittelpunkt. Soat'n- wie Fleitlmusi brachten dabei aus ihrem umfangreichen Repertoire einen feinstimmigen Jodler und den »Staade Landler Kerschbaam« zu Gehör. Zwischendurch das frische, unbekümmerte Aufspielen der Grünstoa-Klarinetten-Musi, während Adi Hölzl an den 70. Jahrestag der Bombardierung des Obersalzberges erinnerte. »Der güldene Rosenkranz« wurde vom Davidl-Zwoagsang gekonnt dargeboten, und von den Jochenstoana kam ein inwendiges Marienlied. Bevor es in die Abschlussrunde ging, sprach Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob ein paar Worte, galt es doch Hildegard und Hans-Jörg Hasenknopf für ihren 25-jährigen Einsatz und ihre Ausdauer zum Gelingen des Frühlingssingens mit einer kleinen Anerkennung zu danken.

Der Erlös des Abends dient für soziale Vorhaben der Pfarrei. Alle Musik- wie Gesangsgruppe gaben als Zugabe eine Kostprobe ihres umfangreichen musischen Könnens. Es folgte noch ein temporeicher Außischmeißer von der Klarinettenmusi und Adi Hölzl wünschte »a guads Hoamkemma«. Johannes Schöbinger