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Was passiert mit der Post?

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Die Postagentur in Berchtesgaden hat vorübergehend geschlossen. Unklar ist, bis wann. Foto: Anzeiger/Pfeiffer

Berchtesgaden – Die Postagentur in Berchtesgaden und der Post-Point in Unterstein sind seit letzter Woche wegen eines Trauerfalls geschlossen. Wann beide wiedereröffnen, ist noch unklar. Nun äußert sich Bürgermeister Franz Rasp in einer Pressemeldung: »Berchtesgaden als Mittelzentrum ist darauf angewiesen, eine Postfiliale zu haben.« Die Deutsche Post müsse die Wiedereröffnung »schnellstmöglich« vorantreiben.


Aus der Pressestelle der Deutschen Post erreichte den »Berchtesgadener Anzeiger« Ende letzter Woche die Information, man arbeite daran, die Poststellen zügig wiederzueröffnen. Ein Termin wurde nicht genannt.

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Vor der Filiale in Berchtesgaden herrscht am Samstagvormittag Ratlosigkeit. Dort standen fünf Kunden vor der geschlossenen Filiale, wollten Brief- und Paketpost aufgeben. »Und jetzt. Wo kann ich mein Packerl hinbringen«, fragte ein Berchtesgadener. Das weiß derzeit nicht mal der Pressesprecher in München. Bürgermeister Franz Rasp befindet sich momentan »bereits in Gesprächen mit der Deutschen Post AG, um eine schnellstmögliche Wiedereröffnung zu erreichen«, heißt es in einer Mitteilung an die Presse. Als Mittelzentrum sei die Gemeinde darauf angewiesen, eine Postfiliale vorzuweisen. »Gerade in der Urlaubszeit ist es für die Bürger und Urlauber unerträglich, keine entsprechenden Postdienstleistungen im südlichen Landkreis vorzufinden, zumal die Filiale in Unterstein ebenfalls geschlossen wurde.«

In einem Brief an die Deutsche Post forderte Rasp diese auf, »ihrem gesetzlichen Auftrag schnellstmöglich wieder nachzukommen und alle Bemühungen zur Wiederaufnahme des Betriebes aufs Äußerste zu beschleunigen«. Rasp ist sich sicher, dass es nicht sein könne, dass die »Bürgerinnen und Bürger die Leidtragenden der Einsparungen der Deutschen Post werden«.

Dieter Nawrath sagte auf Anfrage des »Berchtesgadener Anzeigers« am Montagmittag, dass der Zustand kein zufriedenstellender sei, allerdings könne man sich keinen Wunschpartner »herbeizaubern«. Bei der Deutschen Post arbeite man so schnell als möglich, derzeit werde in unterschiedliche Richtungen gedacht. Denkbar sei auch, dass Postmitarbeiter, die bis vor wenigen Jahren die Filiale betrieben, kurzfristig wieder einspringen könnten. Allerdings sei es das Ziel der Post, einen dauerhaften Partner zu finden.

Sendungen, die aktuell nicht zugestellt werden können, werden in der Postfiliale in Bischofswiesen, Hauptstraße 20, abgegeben und können mit Benachrichtigung und Personalausweis dort abgeholt werden. Kunden mit einem Postfach in Berchtesgaden wird die Post momentan per Briefträger zugestellt. Kilian Pfeiffer