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Was wird aus der Breitwiese?

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Dass die Breitweise sanierungsbedürftig ist, bestreitet niemand. Doch die Entscheidung zwischen großer und kleiner Lösung fällt schwer. In Kürze muss sich die TSV-Fußballabteilung entscheiden. Foto: Anzeiger/cw

Berchtesgaden - So harmonisch die sechs Tagungsordnungspunkte bei der Jahreshauptversammlung der TSV-Fußballabteilung im Gasthaus »Waldluft« abgehandelt wurden, so hitzig wurde es im zweiten Teil der Versammlung, als es um die Zukunft der Fußballplätze auf der Breitwiese ging. Aus den Neuwahlen ging Hans Klegraefe als neuer Fußballchef hervor (siehe eigener Artikel). Auch Klegraefes gesamte neue Vorstandsmannschaft bekam ein einhelliges Votum der Versammlung.


Bürgermeister Franz Rasp stellte zwei Varianten für die notwendige Sanierung der Breitwiese vor: eine große Lösung mit einer Komplettsanierung, die jedoch recht lange dauern könne. Weitaus schneller würde die kleine Lösung zu realisieren sein. Man würde auf den in die Jahre gekommenen Kunstrasenplatz einen neuen Belag aufbringen, was sehr schnell angegangen werden könnte und um die 200 000 Euro kostet. Auf eine prompte Nachfrage nach seiner Meinung votierte Rasp für die schnelle Lösung: »Aber das müsst ihr Fußballer wissen«, befand der Bürgermeister, dem der später neu gewählte Abteilungsleiter Hans Klegraefe und Hauptvorstand Werner Böhnlein Ende November den Beschluss der Fußballabteilung vortragen sollen.

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Überlegungen, den nur in den Mindestmaßen bestehenden Kunstrasenplatz zu vergrößern, scheitern an gesetzlichen Vorgaben. Zum einen müsste bei einer Vergrößerung eine vier Meter hohe Lärmschutzwand gebaut werden und im Weiteren dürften sich für die Nachbarn keine Verschlechterungen ergeben.

Zur großen Variante bemerkte Bürgermeister Rasp jedoch auch, dass der nächste Haushalt der Marktgemeinde schwierig werde. Eine große Lösung könnte frühestens 2014 beginnen. Diese große Lösung würde natürlich auch eine Vergrößerung des bisherigen Spielfeldes mit sich bringen und die Laufbahn müsste ebenfalls die richtigen Maße bekommen. Auch die bisherigen Funktionsgebäude müssten abgerissen und ein neues Funktionshaus gebaut werden.

Der Rekordspieler des TSV Berchtesgaden und langjährige Trainer Werner Hajek erteilte der kleinen Lösung eine klare Absage: »Ich bin seit über 50 Jahren mit dem TSV Berchtesgaden eng verbunden und habe in dieser Zeit vier Bürgermeister erlebt, die immer nur Versprechungen gemacht haben. Eine schnelle Lösung bringt nichts. Das Spiel auf dem zu kleinen Kunstrasenplatz hat mit Fußball nichts zu tun und auch die Breitwiese ist ja ohnehin eine Schmalwiese.«

Andere wiederum bevorzugten es, den Spatz in der Hand zu haben, was heißt, den Kunstrasenplatz zu sanieren. Dann wiederum kam aus der Versammlung die Meinung, dass es sodann sehr lange nichts mehr mit einer Sanierung des Rasenplatzes würde.

Franz Rasp forderte die Fußballer auf, nach einer für sie akzeptablen Lösung zu suchen und ihm diese bald mitzuteilen. Als dem Bürgermeister aus der Versammlung vorgeworfen wurde, dass andere Gemeinden im Gegensatz zu Berchtesgaden schon vorzeigewürdige Anlagen hätten, entgegnete Rasp: »Die haben auch keine Sprungschanzen, die Geld kosten, und kein Eisstadion, das in jedem Jahr 300 000 Euro Unkosten macht. Dafür könnten wir jedes Jahr einen Kunstrasenplatz bauen.«

Platzwart Franz Zechmeister machte darauf aufmerksam, dass der Rasenplatz völlig überlastet sei und bei weiterer Beanspruchung durch den Schul- und Vereinssport bald völlig hinüber wäre. »Ich plädiere für die kleine Lösung, denn dann können alle auf den Kunstrasenplatz ausweichen und der Rasenplatz kann sich erholen.«

Eine »Entscheidung zwischen Pest und Cholera« nannte TSV-Vorstand Werner Böhnlein die beiden Wahlmöglichkeiten. Es gebe derzeit keine Musterlösung. Aber wenn sich die Fußballabteilung nicht über kurz oder lang zersplittern soll, weil man permanent an andere Spielstätten ausweichen muss, dann müsse eine schnelle Lösung her, befand Böhnlein. Die sinnvollste Lösung sei es, den Kunstrasenplatz zu sanieren, damit der Rasenplatz entlastet wird. »Die Abteilung Fußball stimmt mich sehr zuversichtlich. Entscheidet euch, der Hauptverein ist auf euerer Seite«, versicherte der Hauptvorstand. cw