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Wasser und Abwasser werden teurer

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Für Kanalsanierungen, wie hier im Sommer am Oislerfeld, betreibt die Gemeinde Bischofswiesen erheblichen Aufwand. (Foto: Enenkel)

Bischofswiesen – Für Wasser und Abwasser werden die Bischofswieser Bürger bereits ab 1. Januar 2018 tiefer in die Tasche greifen müssen. Der Wasserpreis wird von bislang 1,15 auf künftig 1,45 Euro steigen. Die Kanalgebühren erhöhen sich von 2,65 auf 2,93 Euro (Schmutz- und Regenwasserableitung) beziehungsweise von 2,53 auf 2,81 Euro (nur Schmutzwasserableitung). Die neuen Gebühren beschloss der Gemeinderat Bischofswiesen am Dienstag einstimmig.


Grundlage für die Gebührenerhöhungen sind die kalkulatorischen Berechnungen für die Jahre 2018 bis 2020/21, denn nach dem Gesetz müssen die Gebühren kostendeckend sein. In die Berechnungen floss laut Bürgermeister Thomas Weber auch die Übernahme von Wasser- und Kanalleitungen in Strub und Stanggaß vom Markt Berchtesgaden ein. Unter anderem erhielt die Marktgemeinde Berchtesgaden einen Betrag von rund 900 000 Euro als Anteil der Gemeinde Bischofswiesen für die erhöhte Durchleitung von Abwässern in Richtung Kläranlage. »Der Markt hat die Kläranlage ja damals auch für uns gebaut«, fügte Weber erklärend hinzu. Dazu Sepp Stangassingers (UBB) Kommentar: »Herzlichen Dank an Berchtesgaden.«

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Die Zahlen, die Kämmerer Robert Mayr vortrug, beinhalteten hinsichtlich der Gebührenfestsetzung verschiedene Investitionen. Die betragen beispielsweise bei der Wasserversorgung über 1 Million Euro, beim Kanal sogar fast 5,2 Millionen Euro. Personal- und Unterhaltungskosten werden sich ebenfalls erhöhen. Somit müssen die Wassergebühren um 26 Prozent auf 1,45 Euro, die Bauwassergebühren um denselben Prozentsatz auf 2 Euro pro Kubikmeter steigen.

Angehoben werden nach den Neuberechnungen auch die Herstellungsbeiträge für die Wasserversorgung. Der Beitrag für die Grundstücksfläche steigt von 1,64 auf 1,83 Euro pro Quadratmeter. Der Beitrag für die Geschoßfläche steigt von 3,58 auf 3,84 Euro pro Quadratmeter.

Um 10,56 Prozent auf 2,93 Euro pro Kubikmeter werden die Kanalgebühren für die Schmutz- und Regenwasserableitung steigen. Wer nur Schmutzwasser ableitet, muss künftig 11,07 Prozent mehr bezahlen: 2,81 Euro pro Kubikmeter.

Kompliziert waren die Berechnungen für den Kanal-Herstellungsbeitrag. Denn wegen der Kanalübernahmen Stanggaß und Strub haben sich die Geschoß- und Grundstücksflächen deutlich erhöht. Der Herstellungsaufwand war also auf mehr Flächen zu verteilen. Der Beitrag für die Grundstücksfläche reduziert sich deshalb sogar von bislang 4,77 Euro pro Quadratmeter auf 4,15 Euro pro Quadratmeter. Und der Beitrag für die Geschoßfläche erhöht sich geringfügig von 17,89 auf 18,05 Euro pro Quadratmeter.

Bürgermeister Thomas Weber hatte die Kostenerhöhung beim Wasser für einen Vier-Personen-Haushalt hochgerechnet. Bei einem Wasserverbrauch von rund 200 Kubikmetern sind künftig rund 5 Euro mehr im Monat zu bezahlen. »Das ist vertretbar, schließlich dürfen wir kein Defizit machen.« Ulli Kastner