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Wassereintritte, Straßenüberflutungen, Muren

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»Land unter« in der Bergwerkstraße. Feuerwehrkräfte und Arbeiter des märktischen Bauhofs waren hier im Einsatz. (Fotos: Feuerwehr)
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Übergehende Bäche und Geschiebe gefährdeten viele Häuser.
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Ausgespülte Straßenbankette. Der Sand blieb zumeist auf den Straßen liegen.
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Die Bundesstraße 305 auf Höhe Gollenbach war ebenfalls überflutet.
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Vor dem Bräuhaus bildete sich ein kleiner See.
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Desolate Stützmauer.

Berchtesgaden – »Wir hatten ein Riesenglück«, fasst Kommandant Thomas Pfnür von der Freiwilligen Feuerwehr Berchtesgaden die Auswirkungen des Unwetters vom Samstagabend zusammen. Obwohl die Wehren überwiegend im Markt Berchtesgaden 35 Einsätze zu verzeichnen hatten, blieben die Schäden in der Summe relativ gering. Trotzdem waren die Einsatzkräfte zwischen 17.30 und 21 Uhr bei zahlreichen Wassereintritten in Häuser, Straßenüberflutungen und Murenabgängen intensiv gefordert.


Starke Regenfälle mit Hagelschlag gingen am späten Nachmittag des Samstags über dem gesamten Talkessel nieder. Die dunkelsten Gewitterwolken bildeten sich aber über der Marktgemeinde Berchtesgaden, die deshalb auch Unterstützung von den Nachbarwehren bekam. Die Florianijünger der Wehren Bischofswiesen, Schönau und Königssee halfen in Berchtesgaden aus, erstmals gefordert war auch die neu geschaffene Abschnitts-Führungsstelle Berchtesgadener Land Süd, die vom Berchtesgadener Feuerwehrhaus aus koordinierend wirkte. Rund 130 Einsatzkräfte waren beschäftigt.

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»Der erste Alarm ging um 17.30 Uhr ein, dann ging es fast im Minutentakt«, erinnert sich 1. Kommandant Thomas Pfnür. Einer der ersten Einsätze war bei der Pfarrkirche Berchtesgaden, wo sich – wie regelmäßig bei Starkregen – Wasser vor dem tief gelegenen Eingangsportal ansammelte. Die Einsatzkräfte dichteten den Kircheneingang, so gut es ging, mit Sandsäcken ab und pumpten dann das Wasser nach oben. Nach erster Einschätzung von Kreisbrandinspektor Anton Brandner drang allerdings nicht sehr viel Wasser in die Kirche ein.

Zu tun gab es auch einiges in der Tiefgarage unter dem Hotel »Edelweiß«, wo das Wasser teilweise massiv durch die Schächte eindrang. Im frisch renovierten Kongresshaus kämpften die Feuerwehren ebenfalls gegen einlaufendes Wasser. »Aus vielen Privathäusern mussten wir auch immer wieder Wasser abpumpen«, sagt Thomas Pfnür.

Des weiteren kam es teilweise zu Straßenüberflutungen. Betroffen war unter anderem die Bundesstraße 305 zwischen Gollenbachbrücke und Unterau. Einerseits hatte massives Hangwasser die Straße überflutet, andererseits verstopfte Geschiebe aus dem Duftbach die Schächte. Die Feuerwehrkräfte reinigten die Schächte und befreiten die Straßen mithilfe des märktischen Bauhofs vom Geschiebe. Ähnlich war es auch im Umfeld des Salzbergwerks in der Bergwerkstraße, wo die Straße auch mithilfe von schwerem Bauhof-Gerät vom Geschiebe gereinigt werden musste.

An einer Zufahrt am Schablweg ging eine Mure ab. Bürgermeister Franz Rasp begutachtete die Schäden und hatte zusammen mit den Verantwortlichen der Feuerwehren vor allem einen wachsamen Blick auf den Gerer Bach, von dem in den vergangenen Jahren bei Unwettern schon so viel Unheil ausgegangen war. »Das Wasser im Gerer Bach stieg zwar bedrohlich an, aber letztendlich ist hier nichts passiert«, weiß Kommandant Pfnür, der am Sonntagmorgen noch einmal zu kleineren Nachfolgeinsätzen unterwegs war. Sein Resümee: »Es mag in Einzelfällen erhebliche Schäden gegeben haben. In der Summe aber hatten wir ein Riesenglück.« Ulli Kastner

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