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Watzmann Therme auf dem Prüfstand

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Die Watzmann Therme vor einem finanziellen Desaster? Die Orts-Grünen meinen, dass es kritisch um das Familienbad steht. Anzeiger-Foto

Berchtesgaden (Gr/kp) - Die Grünen verlangten auf ihrer ersten Ortsversammlung des Jahres 2013 in der »Rostalm« Klarheit über die finanzielle Situation von Tourismusverband und Watzmann Therme. Die zunehmende Medienberichterstattung und die derzeit kursierenden Gerüchte ließen einen deutlichen Besucherrückgang im Laufe des letzten Jahres erwarten, so Ortsvorsitzender Michael Drummer.


Bei dem relativ hohen Fixkostenanteil der Therme hätte dies unmittelbare negative Konsequenzen für das laufende Betriebsergebnis. Gerüchten zufolge, so Drummer, führte dies sogar zur teilweisen Aussetzung der Pachtzahlungen an die TRBK und damit zu unmittelbaren Folgen für Verband und Verbandsgemeinden.

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Es gehe nicht an, so Drummer, dass, obwohl die Verbandsgemeinden praktisch unmittelbar betroffen seien, bisher keinerlei öffentliche Information der verschiedenen Gemeinderäte erfolgt sei.

Die Grünen fordern deswegen maximale Transparenz, weil weder Rücklagen für eine Sanierung, Generalsanierung oder gar für einen Rückbau der Therme gebildet wurden und aus den ursprünglichen Pachteinnahmen der Therme die Finanzierung der Sanierung des Kongresshauses erfolgen sollte. Ein Sanierungsbeschluss mit Millionenausgaben für das Kongresshaus sei aber unverantwortlich, wenn die Finanzierung auf derart wackligen Beinen stünde, so Drummer.

Er mahnte eine öffentliche Debatte über das weitere Vorgehen an. Natürlich seien sowohl der Erhalt und die Sanierung der Therme als auch die Sanierung des Kongresshauses wünschenswert. Verantwortlich agieren bedeute aber nur, die Dinge zu beschließen, die man auch finanzieren könnte.

Darüber hinaus gaben die Grünen zu bedenken, dass die Weiterführung der Therme als eigenständige GmbH nur dann Sinn mache, wenn sie zumindest formal finanziell noch eigenständig sei. Sollte die Situation eine komplette Risikoübernahme seitens des Verbands und der Gemeinden erfordern, seien die hohen zusätzlichen Ausgaben für eine GmbH-Struktur praktisch nicht mehr zu rechtfertigen. Auch hierüber müsse nun endlich transparent informiert werden, forderte Drummer.

Weiters beschäftigten sich die Grünen mit der Thematik der Gewerbegrundstücke und Baulandausweisungen im inneren Landkreis. Hier laufe ihrer Meinung nach einiges schief. Während die Bürger in einer mehr als eindeutigen Abstimmung die Zersiedelung des Kressenfeldes stoppten, gehe es nun in der Ramsau mit der geplanten Bebauung im Bereich Zauberwald weiter.

Es mutet nach Ansicht der Grünen wie ein Hohn an, wenn, wie am Triftplatz und am Panoramapark erst kürzlich geschehen, Gewerbegrundstücke für den Einzelhandel faktisch reserviert werden und anschließend geklagt werde, dass für heimische Betriebe kein bezahlbarer Gewerbegrund zur Verfügung stünde und Geschäfte in Innerortslagen in Existenznot kämen.

Diese Art einer »hirnlosen Gewerbepolitik« führe dazu, dass einerseits jetzt ein privater Bauhof im Zauberwald drohe, anderseits fast 3 000 Bischofswieser Bürger keinen Supermarkt mehr zu Fuß erreichen können. Dieser »Irrsinn«, so Drummer, müsse endlich durch eine verbesserte Zusammenarbeit der Gemeinden bei der Raumplanung gestoppt werden.

Eine Bebauung an der Klauspoint sei in jedem Falle aus ökologischen und städtebaulichen Gründen eindeutig abzulehnen.