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»Es braucht mehr Sonnenkollektoren auf den Dächern« fordert Grünen-Kreisrat und Landtagskandidat Dr. Bernhard Zimmer. (Foto: Karin Kleinert)

Wege zur Energiewende im Landkreis

Berchtesgadener Land – Wie packen wir die Energiewende an, wie wird Energie sicher, bezahlbar, effizient und klimaneutral? Fragen, mit denen sich auch die Menschen im Berchtesgadener Land tagtäglich konfrontiert sehen und die die Grünen in ihrer jüngsten Kreisversammlung im Gasthaus »Neuwirt« in Aufham ausführlich zur Sprache brachten. Erneuerbare Energien ausbauen ist eine der Antworten. Diskussionsgrundlage bildete ein Vortrag von Dr. Bernhard Zimmer über Solarthermie. Der Kreisrat und frischgewählte Landtagskandidat stellte das Konzept solcher Anlagen vor.


Zum Einstieg berichtete Bernhard Zimmer, was in den letzten Jahren im Landkreis in puncto regenerative Energie passiert ist. So wurde etwa 2012 ein Klimaschutzkonzept auf den Weg gebracht und ein Klimaschutzmanager eingestellt. Das Thema Solarwärme führt jedoch seit Jahren »ein Schattendasein«, was der Kreisrat bedauert. Das Prinzip einer Solarthermie-Anlage sei relativ einfach: Es beruht auf der Umwandlung von Sonnenenergie in Wärme. Mit dieser kann Trink- und Duschwasser erhitzt sowie die Heizung unterstützt werden. Laut Zimmer ist so eine Anlage viel effizienter als eine Fotovoltaik-Anlage. Es werden Sonnenkollektoren auf das Dach montiert und mit der Heizanlage im Keller verbunden. Eine Kombination mit herkömmlichen Heizungssystemen, etwa mit Gas und Öl, ist möglich. Daneben braucht es noch einen Speicher mit einigen hundert Litern Wasser, der die Wärme zwischenlagert.

Dreiviertel aller Haushalte im Landkreis könnten ihre Heizung mit Solarthermie kombinieren, was im Sommer und vor allem in der sogenannten Übergangszeit eine enorme Einsparung bringe. Daher hatte die Kreistagsfraktion unter Federführung von Simon Köppl, einem Elektroingenieur, und ihm selbst einen Antrag gestellt, der Landkreis solle ein Förderprogramm aufstellen für Bürger, die eigens auf Solarthermie setzen wollen (wir berichteten). Erst nach hitzigen Debatten hatte der Kreistag dem Antrag letztlich mehrheitlich noch zugestimmt, der allerdings leicht abgeändert wurde. Gefördert werden sollen nun nicht nur Solarthermie-Anlagen, sondern auch weitere Maßnahmen der Wärmewende mit erneuerbaren Energieträgern.

»Klimaschutz und Energieeffizienz muss das Ziel sein«, wie Zimmer betonte. Daher habe die Fraktion weitere Anträge gestellt, etwa hinsichtlich der Errichtung von Fotovoltaik-Anlagen. Grüner Wasserstoff und eine bessere Nutzung von Biomüll und Grünschnitt in einer eventuell landkreiseigenen Biogasanlage seien ebenfalls wichtige Themen. »Das ist unser Weg auf Landkreisebene, wie wir die Energiewende anpacken. Wir sind gut aufgestellt«, schloss der Pidinger seine Ausführungen.

Es folgte ein lebhafter Austausch, in der einige Mitglieder weitere Ideen für die Energiewende im Berchtesgadener Land zur Diskussion stellten. So kann sich Wolfgang Fieweger aus Freilassing einen Landkreis-Windpark mit Bürgerbeteiligung vorstellen.

Neben dem Schwerpunkt »Energie« kamen in der Versammlung weitere aktuelle Themen zur Sprache. Hinsichtlich des Bürgerantrags zur Notfallversorgung an den Krankenhäusern Freilassing und Berchtesgaden war es Franz Eder aus Laufen wichtig zu erwähnen, dass die grüne Kreistagsfraktion die Bürger in der Kreistagssitzung hätte sprechen lassen. In puncto Mobilität und schnelle Radwege sprach sich der langjährige Stadt- und Kreisrat für bessere überörtliche Planungen aus. Ein Gesetz, das den Radverkehr fördert, sei seiner Meinung nach dringend erforderlich.

Zu der gut besuchten Kreisversammlung trugen auch die ausführlichen Informationen von der Landes- sowie der Bundesdelegiertenkonferenz in Landshut und Bonn bei. Ulrike Schweiger, die Direktkandidatin für den Bezirkstag, und Wolfgang Ehrenlechner, Sprecher des Kreisverbands, hatten dort teilgenommen. Beide berichteten von intensiven, ernsthaften Diskussionen und teils sehr knappen Entscheidungen.

Magdalena Wimmer, die zweite Sprecherin des Kreisverbands, gab zum Schluss noch einen Ausblick auf die anstehenden Termine, bevor die Kreisversammlung, die Start in das Landtagswahljahr war, beendet wurde.

Karin Kleinert