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Frisch an den Start gegangen: das Bildungsportal des Landkreises Berchtesgadener Land. (Screenshot: Kilian Pfeiffer)

Wegweiser in der Bildung: Landratsamt geht mit »Bildungsportal« an den Start

Berchtesgadener Land – Der Landkreis Berchtesgadener Land hat seit Kurzem ein eigenes »Bildungsportal«. Katharina Heyking, Koordinatorin der Bildungsregion, stellte das Angebot während der jüngsten Ausschusssitzung zur Landkreisentwicklung vor. In dem Portal sollen alle Bildungsanbieter und -einrichtungen aufgelistet, zudem Bildungsthemen »aus und für den Landkreis« dargestellt werden. Auch Unternehmen präsentieren sich dort. Damit will man auch dem Fachkräftemangel begegnen. 


Die Webseite, die unter bildungsportal-bgl.de erreichbar ist, soll ab sofort einen umfassenden Überblick über das Angebot an regionalen Bildungseinrichtungen und Lernorten im Berchtesgadener Land bereitstellen, zudem Ausbildungs- und Bildungsmöglichkeiten auflisten, so Julia Aschauer, die seit Kurzem die Bildungsregion im Landratsamt unterstützt. »Unser Ziel war es, alles transparent auf einen Blick in die Öffentlichkeit zu bringen«, sagte Katharina Heyking. »Jung und frisch« – so wollten die Koordinatorinnen das Angebot an die Zielgruppe heranführen, damit einen Wegweiser zur Orientierung schaffen.

Hintergrund des Bildungsportals ist der mitunter zunehmende Fachkräftemangel in der Region, etwa im Tourismus, in der Gastronomie, aber auch im produzierenden Gewerbe, der den Wirtschaftsunternehmen im Landkreis zu schaffen macht. Ausbildungsplätze können kaum noch vergeben werden. Die Bewerbungsquote nach Ausschreibungen ist häufig gering, wie Mitglieder der IHK während des Regionalausschusses mitteilten.

Das Bildungsportal sei »vorrangig für die Jugend« angedacht, daher angepasst worden für mobile Endgeräte wie Smartphones. Neben allgemeinbildenden und weiterführenden Schulen werden alle außerschulischen Einrichtungen und weitere Institutionen aus dem Bildungssektor zu finden sein – explizit für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, aber auch Senioren. Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sollen ebenso enthalten sein wie Bildungsaktivitäten in der Freizeit. Zur Ermittlung, welche Informationen für die Zielgruppe wichtig sind, werden Nutzer zu Beginn des Besuchs auf der Webseite einen kurzen Fragenkatalog beantworten müssen. Alle Bildungseinrichtungen des Landkreises, darunter auch Volkshochschulen, werden mit Basisinformationen wie Adresse und Kurzprofil, zudem mit der eigenen Website verknüpft dargestellt. Alle Einrichtungen sollen über Suchmasken auffindbar sein und können gefiltert werden.

Zu den Bildungseinrichtungen zählen auch heimische Ausbildungsbetriebe. Um ein möglichst großes Spektrum der heimischen Betriebe darstellen zu können, wurde der Berchtesgadener Land Wirtschaftsservice herangezogen. Das Projekt läuft unter dem Projektnamen »Digitaler Ausbildungsatlas«. Ziel sei es, die Betriebe des Landkreises sowie deren Ausbildungsangebote abzubilden. Darüber hinaus werden die einzelnen Berufsbilder erklärt. »Wir sehen uns als Bildungsbotschafter«, sagte Julia Aschauer. »Im Laufe des Sommers wollen wir alle Bildungseinrichtungen mit guten Fotos versehen, zudem auch Videos einbinden«, ergänzte Katharina Heyking. Auch freie Plätze für Praktika sollen künftig im Portal zu finden sein.

Vor wenigen Tagen ist der Prototyp des Bildungsportals ans Netz gegangen. »Es sind noch Fehler und Ungereimtheiten enthalten«, sagte Heyking. »Wenn man ein gutes Portal hat, muss man es aber so schnell wie möglich nach außen tragen«, sagte Landrat Bernhard Kern. Der nächste Schritt sei die Erstellung weiterer Inhalte sowie die Abfrage zusätzlicher Daten bei den Einrichtungen, »um möglichst alle abzubilden und weitere Themenschwerpunkte aus dem Bildungsbereich platzieren zu können«, so die Bildungskoordinatorin. Zudem planen die Verantwortlichen die Seite um Biografien und Beispielkarrieren von Personen aus dem Berchtesgadener Land zu ergänzen. Als gute Möglichkeit, sich im Dschungel an Bildungsmöglichkeiten zurechtzufinden, erachtet das Portal Ausschussmitglied Hannes Rasp (CSU).

Er habe beim ersten Durchschauen noch einige Fehler festgestellt, die behoben werden sollten. Bewerber zu finden, sei momentan schwierig. »Früher haben wir automatisch 20 Bewerbungen erhalten«, so Schönau am Königssees Bürgermeister Rasp, »heute bekommen wir nur noch eine – wenn wir die Stelle ausgeschrieben haben.« Das Bildungsportal soll über Öffentlichkeitsarbeit Bekanntheit erlangen und während der Berufsinfomesse Anfang April in Freilassing beworben werden.

Kilian Pfeiffer