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Wehmütig-heiterer Abschied von Stefan Leitenbacher

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Kaplan Stefan Leitenbacher (M.) feierte mit Monsignore Thomas Frauenlob (l.), Pater Benno vom Franziskanerkloster (r.) und weiteren Diakonen seinen Abschiedsgottesdienst. Foto: Anzeiger/Pfnür

Berchtesgaden – Kaplan Stefan Leitenbacher feierte am Sonntagabend seinen letzten Gottesdienst in Berchtesgaden in der Pfarrkirche St. Andreas. Zahlreiche Gläubige füllten das Gotteshaus und zeigten, welcher Wertschätzung und Beliebtheit sich der scheidende Kaplan erfreut. Mit ihm am Altar standen Monsignore Dr. Thomas Frauenlob, Pater Benno vom Franziskanerkloster sowie die drei Diakone Bernhard Hennecke, Karl Bodinger und Michael König. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von der Dürrnberger Bergknappenkapelle unter der Leitung von Hans Ebner.


»Als ich vor drei Jahren nach Berchtesgaden gekommen bin, waren mir die Gesichter fremd«, begrüßte Kaplan Stefan Leitenbacher die Gläubigen, »jetzt sehe ich viele vertraute Gesichter, und mit jedem Gesicht ist ein persönliches Erlebnis, eine gemeinsame Wegstrecke verbunden.« In seiner Predigt, die er auf Bayerisch hielt, ging er auf das Evangelium vom »Schatz im Acker« ein. Sein persönlicher Schatz sei der Glauben und so richtig freuen könne man sich über etwas nur, wenn man es gemeinsam tun könne. Die Freude am Glauben weiterzugeben, nichts anderes habe er in seinen drei Kaplansjahren versucht. Er bedankte sich bei allen, mit denen er zusammengearbeitet hatte und die ihn in irgendeiner Weise unterstützt hatten, und sagte allen, auch denen, die er in seiner Aufzählung vergessen hatte, ein großes Vergelt's Gott.

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Dieses Vergelt’s Gott griff Pfarrer Frauenlob nach dem feierlichen Gottesdienst auf – ebenfalls auf Bayerisch – und gab es an den Kaplan zurück. Er dankte ihm insbesondere für seine Umsicht und seine Loyalität, nicht zuletzt für seine »Beratertätigkeit«, was die komplizierten Berchtesgadener Familiengeflechte betrifft. Er hob seine Begabung zur Seelsorge hervor: »Da ist nichts Einstudiertes oder Angelesenes – was er sagt, kommt aus seinem Inneren und ist seine Überzeugung.« Ausdrücklich wollte der Pfarrer abschließend dem »Vergelt's Gott« ein »Pfüat di« (Behüte dich Gott) hinzufügen, bevor er ihm als Geschenk der Pfarrei ein Berchtesgaden-Bild überreichte.

Für die Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen von Au, Berchtesgaden und Marktschellenberg sowie den Dekanatsratsvorsitzenden Michael Koller sprach der Berchtesgadener Pfarrgemeinderatsvorsitzende Tobias Vogl Abschiedsworte. Mit einem herzlichen, emotionalen Gedicht, vorgetragen von Oberministrant Andreas Angerer, verabschiedeten sich die Ministranten von ihrem Kaplan, der sie noch auf ihr Zeltlager nach Pasian di Prato begleiten wird. Nach dem Gottesdienst gaben die »Dürrnberger« ein kurzes Konzert, bei dem auch Pfarrer Frauenlob an der Klarinette mitwirkte.

Danach wechselten alle von der Pfarrkirche ins Pfarrheim St. Andreas zu einem Stehempfang. Der Chor unter der Leitung von Simone Resch, der seinerzeit auf Vermittlung des Kaplans zustande gekommen war, bedankte sich bei diesem mit ein paar Liedern. Der Frauenbund bot die Tritsch-Tratsch-Polka dar – mit Luftpumpen unterschiedlichster Art und Größe. Vor allem aber gab es ausreichend Gelegenheit, mit dem scheidenden Kaplan zu sprechen, sich persönlich von ihm zu verabschieden und ihm gute Wünsche mit nach Bad Endorf zu geben. Andreas Pfnür