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»Weihnacht wird's nun wieder«

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Die Hochalm Dirndln mit der Lockstoa-Musi. Fotos: Schöbinger
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Die Schellenberger Sänger, links Pfarrer Bernhard Bielasik.
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Der gemeinsame Bischofswieser Kirchenchor.

Bischofswiesen/Winkl – Klassisches wie alpenländisches Liedgut, Volksmusik vom Feinsten. – Heimische Musik- und Gesangsgruppen gaben dem 37. Winkler Adventssingen in der voll besetzten Johann-Nepomuk-Kirche wieder ein besonders Gepräge. Pfarrer Bernhard Bielasik schuf mit seinen auf die Ereignisse der Geburtsnacht des Herrn bezogenen Texten die thematische Grundlage und wünschte bei seiner Begrüßung, dass sich in den Herzen frohe Stille ausbreiten möge.


Die Bischofswieser Bläser hatten zuvor von der Kirchenempore aus mit mächtigen Bläserklängen auf die kommende besinnliche Stunde eingestimmt. Auch im weiteren Verlauf des Adventssingens sorgten die vier Musiker mit ihren harmonischen Weisen für einen gelungenen Auftritt.

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Ein ganz anderes Klangbild war von den Sängerinnen und Sängern der vereinigten Kirchenchöre des Pfarrverbandes Bischofswiesen zu hören, »Siehe, eine Jungfrau wird empfangen« wurde lupenrein vorgetragen. Darauf kam von den fünf Musikanten der Lockstoa-Musi ein passendes gemütliches Stück »Glanzt de Sunn«. Die Schellenberger Sänger intonierten mit ihren fein abgestimmten Männerstimmen das bekannte Adventslied »Rorate«.

Mit »Dunkelheit, weit und breit« folgte eine musikalische Kostbarkeit von Antonin Dvorak; Text und Melodie wurden eindringlich dargeboten von Max Reichenwallner und der Winkler Geigenmusi. Jung, frisch, unbekümmert, stimmlich sauber trugen die Hochalm Dirndl ihr »Gegrüßt sei’st du, Maria« vor. Dieses Frauenquartett, zwei Geschwisterpaare aus Bischofswiesen und der Schönau, überzeugte bei ihrem erstmaligen Auftritt in Winkl.

In seinem Wortbeitrag ging Pfarrer Bielasik auf die Hirten, die einfachen Leute ein. Und was haben die Windeln im Evangelium zu suchen? Für den Sprecher ein Zeichen, dass Gott ganz Mensch geworden ist.

Mit seiner sonoren Bassstimme intonierte Toni Kranawetvogel von den Schellenberger Sängern das gehaltvolle Lied »Trat ein Engelsbot«, während seine Kollegen den Gesangsbeitrag harmonisch abrundeten. Die Lockstoa-Musi begleitete die Gesangsquartette gekonnt dezent und aufmerksam, spielte als Quintett mal temporeiche, die einzelnen Instrumente betonenden, mal heitere Stückl wie den »Berchtesgadener Weihnachtsschützen Boarischen«. Silvia Bernegger an der Harfe verstand es dabei, besondere Akzente zu setzen.

Die Hochalm Dirndl zogen mit ihrem freudigen Gesangsvortrag vom Verkündigungsengel »Vor mia brauchst di net fürcht’n« wie auch mit dem bekannten »Nun, es nahen sich die Stunden« die Zuhörer in ihren Bann. Diese Gruppe sollte man sich für künftige Veranstaltungen merken.

Pfarrer Bernhard Bielasik wandte sich über die Person des hl. Josef dem Thema Flucht zu und zog Parallelen zum Heute. Wie gewohnt oder wie erwartet in Hochform präsentierten sich die Kirchenchöre Bischofswiesen. Unter der souveränen Führung von Angela Hanke hatte man sich seit September zum Proben getroffen. Alle Darbietungen zeigten höchste gesangliche Qualität; selbst das viel gesungene »Tauet Himmel den Gerechten« erfuhr an diesem vierten Adventsonntag einen neuen Hörgenuss.

Gleiches gilt für einen weiteren musikalischen wie besinnlichen Höhepunkt: »Weihnacht wird's nun wieder«. Dem stimmlich gut aufgelegten Max Reichenwallner gelang es mit dieser Gesangsdarbietung, bestens begleitet von der Winkler Geigenmusi, Wort und Melodie stimmig wie eindringlich zu vermitteln. Nochmals ein weihnachtlich freudiges Halleluja vom Kirchenchor und Pfarrer Bielasik konnte die Dankes- wie Segensworte sprechen, fein hinterlegt durch eine zarte Weise der Lockstoa-Musi. Bevor die Hochalm Dirndln zum gemeinsam gesungenen Andachtsjodler anstimmten, waren die Bläser mit einem getragenen Bläserstückl zu hören.

Dieses adventliche Singen und Musizieren hat bleibenden Eindruck hinterlassen. Erneut ist es den Organisatoren im Pfarrgemeinderat Winkl gelungen, Sänger und Musikanten zusammenzubringen, die mit ihren Darbietungen in Wort, Lied und Musik die Stimmung, die Erwartungen und die Bedürfnisse der Besucher genau so erreichen wie es im Liedtext heißt »Weihnacht wird's nun wieder«. Dafür gab es viel Beifall, verdient, dankbar und reichlich. Johannes Schöbinger