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Wem gehört der Barren?

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Die Herkunft des Königssee-Goldbarrens gibt den Ermittlern nach wie vor Rätsel auf. (Foto: Polizei)

Berchtesgaden – Erste Hinweise gibt es inzwischen zur Herkunft des 500-Gramm-Goldbarrens, den ein 16-jähriges Mädchen am 7. August beim Baden im Königssee gefunden hat (wir berichteten). Laut Berchtesgadens Polizeichef Günther Adolph sind diese Spuren allerdings sehr vage.


So gab es eine Anfrage aus Niederösterreich, wo einem alten Ehepaar im August ein Goldbarren gestohlen worden war. Einen Eigentumsnachweis konnten die älteren Herrschaften bisher nicht erbringen. »Wenn der Mann das Gold, wie er sagt, in Österreich gekauft hat, müsste es von der Ögussa sein. Auf unserem Barren steht aber Degussa«, klärt Adolph auf.

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Ein weiterer Hinweis kommt aus dem Zillertal im österreichischen Tirol. Bei einem Mord im Jahr 2012 sind Goldbarren im Wert von rund 330 000 Euro verschwunden. »Dabei handelte es sich aber um Kilobarren«, so der Polizeichef, »der Königsseebarren wiegt 500 Gramm«.

Inzwischen hat sich auch eine Frau aus Stuttgart gemeldet. Bei einem Einbruch sei ihr ein Goldbarren gestohlen worden. »Auch hier gibt es leider keinen Eigentumsnachweis«, sagt Adolph. Ermittlungen der Polizei haben noch einen weiteren Anknüpfungspunkt zutage gebracht. Und zwar einen Fall in Unterfranken. Aber auch da gibt es keine brauchbaren Spuren. Seit Dienstag wird der Königssee-Barren von Experten des Landeskriminalamtes in München untersucht. »Die versuchen, die herausgeschliffene Nummer sichtbar zu machen«, erklärt Günther Adolph. Sollte das Gold keinem Eigentümer zugeordnet werden können, bekommt es zunächst die Gemeinde Schönau am Königssee zur Verwahrung. »Nach einem halben Jahr gehört der Barren dann der Finderin«, so der Polizeichef. Christian Fischer