weather-image
28°
Marktgemeinderat Berchtesgaden verabschiedet Haushalt für das kommende Jahr

Weniger Schulden, gestiegene Kosten erdulden

Berchtesgaden – Der Marktgemeinderat Berchtesgaden verabschiedete in seiner jüngsten Sitzung am Montagabend einstimmig den Haushalt für das Jahr 2015. Das Zahlenwerk ist geprägt von einem minimalen Schuldenrückgang und gestiegenen Personalkosten.

Ein vorweihnachtliches Geschenk machte Kämmerer Richard Beer dem Berchtesgadener Gemeinderat: den Haushalt für das kommende Jahr. (Foto: Fischer)

Details zum Haushalts- und Finanzplan der Marktgemeinde erläuterte Kämmerer Richard Beer, dessen Fachkompetenz mehrere Räte explizit lobten. Demnach beträgt die Summe des Verwaltungshaushalts im Jahr 2015 mit 20,4 Millionen Euro 660 000 Euro mehr als im Vorjahr. Im Wesentlichen haben laut Kämmerer zwei positive und drei negative Faktoren zu diesem Ergebnis beigetragen. Als günstig sei die steigende Einkommenssteuerbeteiligung zu werten. Mit etwa 3,1 Millionen Euro soll sie um 100 000 Euro über dem eingeplanten Wert von 2014 liegen. Auch die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sprudeln. Rund 2,5 Millionen Euro fließen im nächsten Jahr vermutlich in die Gemeindekasse.

Anzeige

Nicht so günstig sind die steigenden Personalkosten. Unter anderem wegen Neubesetzungen in der erweiterten Kindertagesstätte und Nachbesetzungen im Bauhof liegt der Ansatz um 331 000 Euro über dem des Vorjahres. Außerdem sinken die Schlüsselzuweisungen auf 1,2 Millionen Euro (2014: 1,4 Millionen). Dafür steigt die Umlage, die der Markt an den Landkreis zahlen muss um 314 000 Euro auf 3,3 Millionen Euro.

Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt beträgt diesmal 1,9 Millionen Euro (1,8 Millionen). Damit wird die Mindestzuführung, also der Tilgungsbetrag für Kredite in Höhe von 1 Million, locker überschritten.

Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von 6,3 Millionen Euro (-1,6 Millionen). Davon entfallen 5,2 Millionen auf In- vestitionen, gut eine Million auf Schuldentilgungen und 48 000 Euro auf Rücklagenzuführungen. Ungefähr eine Million Euro will die Marktgemeinde an Krediten aufnehmen. Im Gegenzug wird aber über eine Million Euro getilgt, sodass sich ein Schuldenrückgang von knapp 48 000 Euro ergibt. Bleibt ein Schuldenstand von knapp 21 Millionen Euro, woraus sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von knapp 2 700 Euro ergibt.

Vorsichtig optimistisch zeigte sich Kämmerer Beer auch für die kommenden Jahre. Bis 2018 rechnet er damit, dass die Mindestzuführung jeweils deutlich überschritten wird. Der Schuldenstand soll sich im selben Zeitraum um über 700 000 Euro verringern. Trotzdem bleibt Raum für zahlreiche Investitionen. Insgesamt knapp eine Million will die Marktgemeinde bis 2018 in verschiedene Anschaffungen stecken: Unter anderem in Fahrzeuge und Garagen für die Feuerwehr, Straßensanierungen, den Parkplatz an der Ganghoferstraße und das Abwasserentsorgungskonzept. Christian Fischer