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Wenn Eltern und Kinder im Regen stehen

Ein Eis trotz Eiseskälte: Dieser Bub gönnte sich eine Nascherei im »Haus der Berge«.
Vorfreude auf die Romy-Schneider-Ausstellung: Nadja aus Bürmoos mit der Uroma aus der Schönau und der Oma aus Surheim.
Viel Gaudi gibt's im »Edelweiß«-Kinderclub.
Auch wenn der Urlaub ins Wasser gefallen ist: Familie Steitz aus München gefällt es gut in Berchtesgaden. Fotos: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden - Die Pfingstferien sind fast vorüber. Und wie schon in den Osterferien, spielte das Wetter den Schülerinnen und Schülern einen bösen Streich mit überwiegend Schlechtwettertagen. Aktivitäten im Freien waren kaum möglich. Nur gut, dass es im Talkessel ein großes Angebot an Freizeiteinrichtungen im Trockenen gibt.


Ein ideales Ziel bei schlechtem Wetter ist seit Kurzem das »Haus der Berge«, wo seit der Eröffnung vor zweieinhalb Wochen viel los ist. Vor allem sind es Eltern mit ihren Kindern, die das Angebot gerne annehmen und so dem miesen Wetter wenigstens für ein paar Stunden ein Schnippchen schlagen. Einige wetterfeste Gäste und auch Einheimische begaben sich mit ihren Kindern auf den neuen Sole-Themenwanderweg.

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Baden fällt ins Wasser

Ein Anlaufpunkt ist bei schlechtem Wetter die Tourist-Information im Kongresshaus. Dort verteilen die Mitarbeiter Prospekte, die auf Freizeitmöglichkeiten im Trockenen hinweisen. Natürlich bedauern vor allem Kinder, dass die Watzmann Therme wegen des Brandes für längere Zeit geschlossen bleibt. »Wir haben es in den Nachrichten gehört, aber nicht geglaubt, dass es nach einem Schwelbrand so lange mit der Wiedereröffnung dauern würde«, sagt Familie Steitz aus München. Selina (8) und Dominik (12) waren mit ihren Eltern schon öfter im Urlaub in Berchtesgaden. Die Familie wandert gerne. Neben einem Ausflug nach Salzburg stand auch ein Besuch der Eisriesenwelt im nahen Werfen auf dem Programm.

Viele Gäste kommen in erster Linie wegen des Wanderns nach Berchtesgaden. Weil man wandern auch bei schlechtem Wetter kann, waren die meisten Befragten gar nicht so sauer auf das Wetter. Viele Kinder wären jedoch gern in ein Bad gehüpft. Dies fiel jedoch bis auf ganz wenige Ausnahmen förmlich ins Wasser. Was vor allem die drei Freibäder stark zu spüren bekamen. Dafür war der Märchenpfad am Aschauerweiher sehr beliebt. Der ist nämlich im Wald, wo die Bäume einen gewissen Regenschutz bieten.

Einige Male war auch Rodelspaß auf der Sommerrodelbahn am Hochlenzer möglich. Immer, wenn es einmal nicht geregnet hat, kamen sofort vor allem Jugendliche, um sich zu Tal zu stürzen.

Eine willkommene Abwechslung im Schlechtwetterprogramm bot Manfred Nasko mit seinem Minigolfplatz am Luitpoldpark. Denn Minigolf ist auch bei Nieselregen möglich. Und so lief der kleine weiße Ball an mehreren Tagen in den Pfingstferien.

Auch das Bergsteigerhaus »Ganz« in der Strub konnte in den gesamten Pfingstferien weit mehr Gäste als sonst begrüßen. Man habe gemerkt, dass vor allem Familien mit Kindern das Angebot in der Kletter- und Boulderhalle angenommen hätten, erklärt Maresa Essler von der Hausleitung.

Hochkonjunktur herrscht an Regentagen stets im Salzbergwerk, wo man natürlich unter Tage vom Wetter völlig unabhängig ist.

Spielzeuggeschäfte freuen sich

Über gute Geschäfte freuten sich aber auch der »Kinderladen« und die Spielzeugabteilung im Müllermarkt. »Natürlich bemerkten wir eine weitaus höhere Frequenz als in der Schulzeit«, wissen die Damen an den Kassen. Viele Eltern schlenderten mit dem Nachwuchs gemütlich durch die Abteilungen und immer wieder wurde auch etwas gefunden, was das schlechte Wetter für einige Zeit vergessen ließ.

Ein Besuch bei Romy Schneider

Nadja (4) aus Bürmoos mit der Uroma aus der Schönau und der Oma aus Surheim besuchte die Ausstellung über Romy Schneider. »Nadja kennt die Sissi-Filme und so war es auch für sie ganz interessant«, freut sich die Oma, die mit ihrem Enkerl und ihrer Mutter dann noch zum Eisessen in die Eisdiele »Fontana« gegangen ist. »Wir spüren das schlechte Wetter auch«, bedauert Eisdielenbesitzer Rossano. Sobald sich allerdings die Sonne zeigte, sei sofort deutlich mehr los gewesen.

Heidi (6), Amelie (4) und Jakob (5) fühlten sich im Kinderclub des Hotels »Edelweiß« bei Betreuerin Annette so richtig wohl. Diese Einrichtung werde von den Hotelgästen mit Kindern sehr gerne angenommen. Die Kinder sind im großzügig angelegten Clubbereich bestens aufgehoben. Und die Eltern haben ein paar Stunden Zeit, mal etwas ohne den Nachwuchs zu unternehmen. Dazu gehörten Erkundungen der Umgebung ebenso wie sportliche Aktivitäten, Wellness im Hotel oder einfach Einkaufen. Im »Edelweiß«-Kinderclub spielen auch die Kinder des Personals. Deshalb ist dort immer etwas los.

Spaß im Kino

Während Familien mit Kindern in Berchtesgaden und Umgebung auch in Schlechtwetterperioden recht gut versorgt sind, vermissen Jugendliche ein geeignetes Angebot. »Ein Skaterplatz wäre in Berchtesgaden schon höchst willkommen. Was soll man denn hier als Jugendlicher machen«, meint Paul aus Fritzlar, der mit seinen Freunden einen Film im Kino im Kongresshaus angeschaut hat. »Wir waren schon am letzten Samstag beim Champions-League-Finale im Kino, da herrschte eine Superstimmung«, erzählt der 16-jährige Urlauber vom Buchenhaus in der Schönau, der es sehr bedauert nicht mehr das DFB-Pokalfinale zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart im Kino sehen zu können.

Trotz des vielfältigen Schlechtwetterangebots im Talkessel können die Eltern froh sein, dass es auch Spielekonsolen, Tablets, Smartphones und allerlei Computerspiele gibt, mit denen sich die Kinder und Jugendlichen bei Regenwetter beschäftigen können. Christian Wechslinger