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Wer darf im Pfarrhaus wohnen?

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Das alte Pfarrhaus steht seit Jahren leer. Kurz nachdem bekannt wurde, dass die Diözese dort 15 Flüchtlinge unterbringen will, hat eine Oberauer Familie ihr Interesse bekundet. Pfarrer Frauenlob spricht sich für eine Flüchtlingsunterkunft aus. (Archivfoto: Wechslinger)

Berchtesgaden – Eine Familie aus der Oberau will das dortige Pfarrhaus mieten. Die Diözese plant allerdings, dort Asylbewerber unterzubringen. Nun gibt es Gerüchte im Ort. Pfarrer Thomas Frauenlob erklärt, warum das Haus als Asylbewerberunterkunft genutzt werden soll.


Noch am Freitag vor einer Woche gab es einen gut besuchten Informationsabend für die Oberauer. Denn die Diözese plant, im alten Pfarrhaus, das seit Jahren leer steht, 15 Asylbewerber unterzubringen. Einen Mietvertrag mit dem Landratsamt gibt es aber noch nicht, wie Pfarrer Frauenlob betont. Jetzt hat sich vor wenigen Tagen eine Familie aus der Oberau beim Pfarrverband gemeldet, die gerne in das Pfarrhaus ziehen möchte. Es gibt mehrere Gründe, warum eine Vermietung des Pfarrhauses an die einheimische Familie unwahrscheinlich ist. Zum einen handelt es sich dabei um ein dienstliches Gebäude, also eine Dienstwohnung, sagt Frauenlob. »Es gibt noch eine offene Seelsorger-Stelle im Pfarrverband. Solange diese nicht besetzt ist und wir nicht wissen, ob eine Dienstwohnung gebraucht wird, kann das Pfarrhaus nicht langfristig vermietet werden.«

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Zum anderen ist das Haus sanierungsbedürftig und es ist eine größere Investition nötig, damit das Haus auf lange Sicht vermietet werden kann. Wegen der hohen Ausgaben gibt es derzeit einen »größeren Planungsprozess«. So lange wird die Stiftungsaufsicht laut dem Pfarrer keine Genehmigung erteilen, das Haus langfristig an eine Familie zu vermieten. »Und es wäre auch unfair der Familie gegenüber, wenn sie dann nach der kurzen Zeit wieder ausziehen müsste«, fügt Frauenlob hinzu. Obendrein gibt es einen offensichtlichen Grund, warum Asylbewerber hier Vorrang haben sollten: »Es ist nicht so, dass die Familie akut in einer Notsituation ist und ansonsten auf der Straße stehen müsste. Sie haben noch bis Sommer 2016 einen Mietvertrag laufen.«

Die Asylsituation ist hingegen »äußerst bedrängend, und wird immer bedrängender«. Gerade jetzt im Winter sei es wichtig, dass den Flüchtlingen geholfen wird und sie unterkommen. Annabelle Voss