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Wer erwirbt die Schubert-Villa?

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Das Bogensberglehen liegt auf einem Hochplateau bei Bischofswiesen. Es ist durch ein Eisentor und Zäune abgeschottet. Foto: Anzeiger/kb

Bischofswiesen (kb) - Er galt als Deutschlands Bierkönig und war millionenschwer: Bruno H. Schubert starb vor zwei Jahren im Alter von 90 Jahren. Seine Erben streiten bis heute um das Vermögen, von dem niemand so recht weiß, wo es ist. Über den Nachlass läuft ein Insolvenzverfahren und seine Villa im Berchtesgadener Land soll noch heuer unter den Hammer. Geschätzter Verkehrswert: 9,8 Millionen Euro.


Das Bogensberglehen liegt versteckt und abgelegen auf einem Hochplateau bei Bischofswiesen. Eine unscheinbare kleine Privatstraße führt durch den Wald direkt zu einem großen Tor, das durch schwere Eisenstäbe nur einen vagen Blick auf das Anwesen erlaubt. Ein hoher Zaun hält unliebsamen Besuch fern. Hier oben soll Bruno H. Schubert immer wieder prominente Gäste empfangen haben, auch Staatsgäste des Außenministers Hans-Dietrich Genscher, der zu seinen Freunden zählte.

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Die gesamte Anlage erstreckt sich über 188 000 Quadratmeter. Das Anfang der 30er-Jahre von dem berühmten Architekten Professor Alfred Breslauer erbaute Anwesen besteht aus einem Haupthaus, dem Gesindehaus, einem am Waldrand gelegenen Gästehaus, sowie Stallungen und Remise. Das Haupthaus ist mit ortstypischen Holzschindeln eingedeckt und im für diese Gegend typischen Stil erbaut. Im Inneren des Anwesens dominiert eine Kreuzrippengewölbedecke die Eingangshalle, deren Boden mit Adneter Marmor ausgestattet ist.

Das Bogensberglehen ist völlig uneinsehbar inmitten parkähnlicher Gärten mit großen Rasenflächen, Seerosenteichen und eigenen Wäldern und Wiesen. Ein weiteres Highlight: die großzügige Pool-Anlage mit eigenem Badehaus samt Sauna.

Bruno H. Schubert machte die Frankfurter Henninger-Bräu zu einer der erfolgreichsten und größten Brauereien in ganz Europa. 1979 verkaufte er das Unternehmen und widmete sich ganz dem Tier- und Umweltschutz. Die tatsächliche Höhe des von Schubert hinterlassenen Vermögens ist bis heute unklar. Seit seinem Tod im Oktober 2010 wird über seinen Nachlass eine gerichtliche Auseinandersetzung geführt. Die 30-jährige Witwe Meharit streitet um das Erbe und mit ihr mehrere Gläubiger, darunter das Finanzamt, welches laut einem Bericht der renommierten Zeitung »Die Welt« 16 Millionen Euro aus dem Nachlass verlangen soll. Angeblich suchen Anwälte sogar bis nach Panama nach den verschollenen Millionen.

Der Insolvenzverwalter Jan Roth hat bisher als tatsächlichen Vermögenswert nur das auf 9,8 Millionen dotierte Anwesen in Bischofswiesen in der Hand, das noch heuer im Zuge einer nicht öffentlichen Auktion versteigert werden soll, wie er auf Nachfrage bestätigte. Interessenten soll es schon geben, über deren Herkunft schweigt sich der Insolvenzverwalter aber aus. Den Auftrag zur Versteigerung hat Roth an den Langener Auktionator Matthias Vinson übergeben. An diesem liegt es nun, einen genauen Termin und den Ort der Versteigerung zu benennen. kb