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Wer über Rot fährt, riskiert sein Leben

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Nicht jeder ist so brav wie dieser Radfahrer und hält sich an die Straßenverkehrsordnung. Bei der Polizei gingen schon Beschwerden über Radler ein, welche die Ampel in Marktschellenberg missachten und sich an der Baustelle und den entgegenkommenden Autos vorbeidrängeln. (Foto: Voss)

Berchtesgaden – Eine rote Ampel bedeutet: »Stehen bleiben« – das weiß jedes Kind, sollte man meinen.


Aber erstaunlich viele Radfahrer ignorieren dieses Signal. Zum Beispiel an der Baustelle auf der B 305 in Marktschellenberg. Andreas Hölzl, der Verkehrsexperte der Polizeiinspektion Berchtesgaden, appelliert an die Vernunft: »Man gefährdet sein Leben, wenn man über eine rote Ampel fährt.«

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Das Bild bietet sich in den vergangenen Wochen häufig: Die Ampel an der Baustelle in Marktschellenberg wird rot, die Autos bleiben stehen – und die Radler ziehen an den Autos vorbei. Teils links, teils rechts an der Schlange. Und das, obwohl nur eine Spur freigegeben ist. In Richtung Salzburg fahren sie schlicht jenseits der Absperrung auf der Baustelle. In die andere Richtung wird es noch brenzliger: Dort radeln sie auf der engen Fahrbahn einfach so weit rechts, dass sie fast an der Mauer kleben. Wenn dann noch ein Reisebus entgegen kommt, ist die Gefahrensituation perfekt.

Die Polizei Berchtesgaden hat bereits Beschwerden erhalten, wie Andreas Hölzl auf Nachfrage erzählt: »Ein Marktschellenberger hat schon angerufen und darauf hingewiesen, wie gefährlich die Radfahrer dort fahren.« Er fügt hinzu: »Dieses Verhalten der Radler ist strafbar.« Aber was kann jemand tun, der so ein Handeln beobachtet? »Am besten an die Vernunft appellieren«, rät Hölzl. Wenn sich die Möglichkeit biete, müsse man den Radfahrer anhalten und mit ihm reden. »Das ist schwierig, ich weiß«, gibt er zu. Man solle demjenigen sagen, dass er gegen die Straßenverkehrsordnung handelt und er sein eigenes Leben gefährdet. »Oft reicht das schon, um die Leute zum Nachdenken zu bringen.« Eine Frage nach dem Namen sei aber sinnlos: »Von 15 Radfahrern wird kaum einer dabei sein, der einem seinen Namen nennt«, winkt der Polizist ab.

Nicht nur an der Baustelle auf der B 305, sondern »überall« gibt es laut Andreas Hölzl Probleme mit den Zweirad-Sportlern. Kontrolliert werden sie aber in der Regel nicht, wie er informiert. »Wir stellen uns zum Beispiel nicht an eine Ampel und warten, ob jemand bei Rot drüberfährt.« Wenn aber eine Streife so ein Verhalten bemerkt, wird derjenige belehrt. Zunächst wird geredet, aber das ist nicht alles.

»Das kann bis zum Bußgeld gehen«, weiß der »Mitarbeiter Verkehr«, wie Hölzls Aufgabe heißt. Sollte ein Autofahrer über eine Ampel fahren, die länger als eine Sekunde rot ist, gibt es eine Anzeige und einen Punkt in Flensburg. »Das hängt aber auch von Faktoren ab. Manchmal übersieht ein Ortsunkundiger auch mal eine Ampel«, gibt Hölzl zu bedenken.

Laut dem Polizisten verhalten sich die Radfahrer im Talkessel nicht nur an der Schellenberger Baustellenampel falsch. So hapert es auch bei der Nutzung der Radwege, wozu die Sportler eigentlich verpflichtet sind. Andreas Hölzl nennt das Beispiel Hallthurmer Berg: »Dort wurden extra die Radwege geteert, damit die Rennradler sie auch benutzen können. Trotzdem fahren alle auf der Straße.« Und viele gehen noch einen Schritt weiter und fahren zu zweit und zu dritt nebeneinander. »Das ist verboten. Radfahrer, egal wie viele, sollten immer hintereinander fahren.« Annabelle Voss