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Werben mit dem Welterfolg

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Produktionsleiterin Karin Mergner (v.l.), mit Anni Stocker, BGLT-Chef Stephan Köhl und Julie Andrews-Darstellerin Vroni Springl mit Paul Günczler von der Produktionsfirma GATE Gagern Television, der den neuen Trappfilm »The last Christmas« drehen wird. (Fotos: Wechslinger, privat)
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Christian Strasser aus Salzburg hatte das Original-Drehbuch des Musicals »The Sound of Music« mit dabei.

Berchtesgaden – Anlässlich des 50. Jahrestages der Premiere des Musical-Films »The Sound of Music« am 2. März 1965 in New York hatte Stephan Köhl zu einem Nachmittag im Kongresshaus-Kino eingeladen. Die Touristiker wollen mit den Drehorten des Welthits werben. Denn während der Streifen in den USA und vielen anderen Ländern Kultstatus hat, ist er im Berchtesgadener Land so gut wie unbekannt. Damit das anders wird, hat die Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT) einen Image-Film in Auftrag gegeben. Gedreht an den Originalschauplätzen. Mit Vroni Springl in der Rolle von Hauptdarstellerin Julie Andrews.


Bisher sollen »The Sound of Music«, der mit fünf Oskars ausgezeichnet worden ist, an die 1,2 Milliarden Menschen gesehen haben. Die meisten Amerikaner sowie viele Chinesen und Japaner kennen den Musicalfilm über die berühmte Trapp-Familie. »Das Jubiläum möchten wir dazu nutzen, um auf die Schauplätze im Berchtesgadener Land aufmerksam zu machen. Die Stadt Salzburg bietet schon seit vielen Jahren Touren zu den Drehorten in Österreich an, die jedwede Mozartangebote klar schlagen. In unserem Kurzfilm zeigen wir die spektakuläre Einstiegsszene am Mehlweg bei Marktschellenberg und die Schlussszene auf dem Roßfeld. Außerdem gibt es Sequenzen vom Kloster Höglwörth und vom Königssee, die im Originalfilm ebenfalls vorkommen«, erklärte BGLT-Chef Stephan Köhl. In die Rolle von Julie Andrews schlüpfte Vroni Springl vom Tourismusbüro in Marktschellenberg. Sie ließ sich dazu sogar die Haare wie die amerikanische Schauspielerin schneiden und trug ein echtes Dirndl der damaligen Novizinnen. Über 25 Prozent der jährlich über 1,2 Millionen Salzburg-Touristen kommen ausschließlich wegen des Musical-Films und der Stätten, an denen er gedreht wurde.

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Großartige Landschaftsaufnahmen

So begann der interessante Nachmittag auch mit etwa sieben Minuten Originalfilmsequenzen, in denen großartige Landschaftsaufnahmen aus Berchtesgaden und dem Salzkammergut gezeigt wurden. Ferner rückte die Wiese am Mehlweg hoch über Marktschellenberg in den Vordergrund, wo vor 50 Jahren Julie Andrews imposante Sequenzen gedreht hat. Zeitzeugin Anni Stocker, die erst jüngst 80. Geburtstag gefeiert hat, kaufte sich damals ihre erste Kamera und lichtete Andrews schwarz-weiß ab (wir berichteten). Sohn Franz spielte damals mit Andrews Tochter Emma. »Mich freut es unglaublich, dass ich heute hier stehen darf und das alles noch miterlebe«, erklärte Anni Stocker.

Imposant war dann der Kurzfilm »Sound of Bavaria«, in dem Vroni Springl als Nachfolgerin von Julie Andrews am Mehlweg sowie an verschiedenen herrlichen weiteren Stellen im Land zu sehen ist. Simon Thußbas und das Team Mischfabrik haben dazu einen herrlichen Beitrag gedreht, der sicher viele Menschen in seinen Bann und nach Berchtesgaden ziehen wird.

David Harper als Fachmann für den amerikanischen Markt und für »Sound of Music« erklärte dem interessierten Publikum, warum die Amerikaner diesen Film so sehr lieben. Er betreue seit 28 Jahren neben großen Bustouren viele Privatgäste, die »The Sound of Music« sehen möchten. »Die Kinder kennen alle Lieder im Musical und singen sie mit«, so Harper, der das Erfolgsgeheimnis des Films neben herrlicher Landschaftsaufnahmen mit entsprechender Musik auch auf gewisse Gefühle wie Liebe und Hoffnung sowie darauf zurückführt, dass Moral und Sitte in diesem Streifen noch großgeschrieben werden und den Menschen besonders nahegehen. So sei der Film bisher in 27 Sprachen vertont worden, wusste der Spezialist aus den USA, der in Berchtesgaden lebt.

»Viele werden jetzt nach Marktschellenberg an den Mehlweg kommen und die Stelle besichtigen wollen, wo einst mit Julie Andrews gedreht wurde«, wusste der Marktschellenberger Bürgermeister Franz Halmich, der zunächst einmal allen heimischen Schauspielern für ihren Einsatz beim Trailer gratulierte. Wenn der Schnee getaut sei, dann werde die Gemeinde daran gehen am Mehlweg Parkplätze zu schaffen und auch einen Bereich zu umzäunen, wo sich die Besucher des Mehlweges umsehen können. An die Vermieter richtete Halmich den Appell, mit dem Film zu werben.

Regieassistent erinnert sich

Nachdem viele interessante Menschen zu Wort gekommen waren, wurden dem Publikum noch 50 zusammengeschnittene Minuten des Mammutwerks von insgesamt 170 Minuten vorgeführt. Projektleiterin Karin Mergner hatte dazu Zeitzeugen und Kenner des Themas ins Kongresshaus-Kino eingeladen.

Christian Strasser aus Salzburg hatte sogar das Originaldrehbuch mitgebracht, der ehemalige Regieassistent Georg Steinitz plauderte über die Hollywood-Stars. Als weitere Werbemaßnahmen sind Informationstafeln an den Drehorten geplant, die BGLT hat bereits eine eigene Rubrik auf ihrer Webseite angelegt und bietet eine Pauschale unter dem Namen »Sound of Bavaria« mit englischsprachiger Führung an. Der Kurzfilm ist ab heute auf der BGLT-Webseite zu sehen: www.bglt.de/soundofmusic. Christian Wechslinger