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Wertschöpfung im Wald

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Sieht den Wald vor lauter Bäumen: der Leiter des Forstbetriebs Berchtesgaden, Dr. Daniel Müller. (Foto: privat)

Berchtesgaden – Dr. Daniel Müller steht oft im Wald. Denn das ist sein Beruf. Der promovierte Forstökonom leitet den Forstbetrieb Berchtesgaden. Seine Bilanz zehn Jahre nach der Forstreform fällt eindeutig aus: »Durch Professionalisierung ist alles besser geworden.«


Vor zehn Jahren wurde die große Forstreform in Bayern umgesetzt. Aus 138 Forstämtern wurden die Bayerischen Staatsforsten als Anstalt des öffentlichen Rechts mit der Zentralverwaltung in Regensburg. Seither bewirtschaften 41 Forstbetriebe den Staatswald in Bayern. Einer dieser Betriebe ist der Forstbetrieb Berchtesgaden, dessen Fläche 28 400 Hektar umfasst, 22 500 davon sind Wald. Eine Besonderheit des Berchtesgadener Betriebs ist, dass er 63 Prozent, also 14 100 Hektar, Schutzwald betreut. Das Gebiet des Forstbetriebs Berchtesgaden reicht von Ramsau bis Traunstein und von Marktschellenberg bis Laufen. Der Berchtesgadener Betrieb hat 62 Beschäftigte und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 9 Millionen Euro.

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Dr. Daniel Müller leitet den Forstbetrieb Berchtesgaden von Anfang an. Im Juli 2005 kam er von Schongau, wo er eineinhalb Jahre Forstamtsleiter gewesen war, nach Berchtesgaden. Der gebürtige Münchner begann seine Karriere im Referat Betriebswirtschaft des Bayerischen Forstministeriums. Danach war er zwei Jahre stellvertretender Forstamtsleiter in Ebersberg und danach stand er ein Jahr lang dem Forstamt Feuchtwangen in Mittelfranken vor.

Mit der Forstreform kamen die Befürchtungen in der Bevölkerung. Nämlich, dass ein Wirtschaftsunternehmen aus Profitdenken mehr Holz verkaufen könnte, als dem Wald guttut. »Diese Befürchtung hat sich nie bewahrheitet«, betont Dr. Müller. »Wir haben deutlich weniger entnommen als nachgewachsen ist.« Natürlich müsse der Betrieb wirtschaftlich arbeiten, der Freistaat Bayern als Eigentümer will seine Dividende. Eine moderne Organisation – weniger Mitarbeiter, optimierte Abläufe – und der seit Jahren hohe Holzpreis ermöglichten es laut Dr. Müller, die verschiedenen staatlichen Vorgaben zu erfüllen.

Man versorge die regionale Holzwirtschaft mit Rohstoff. »Dabei haben wir ihr meistens weniger gegeben, als sie haben wollte«, stellt der Forstbetriebsleiter klar. Schließlich laute das Motto der Bayerischen Staatsforsten: »Nachhaltig wirtschaften.« Man wolle stets einen besseren Wald an die Nachfolger weitergeben.

Denn die Wirtschaftlichkeit ist der eine Aspekt des Forstbetriebs, der Naturschutz der andere. Hinzu kommt, die Leistungsfähigkeit des Waldes zu steigern, seine Schutzfunktion zu verbessern und ihn als Erholungsraum attraktiv zu halten. »Wir geben viel Geld dafür aus«, sagt Dr. Müller. Zum Beispiel für die Schutzmaßnahmen an der Weißwand. Oder für die Beseitigung der Schäden des Orkans »Kyrill« auf dem Untersbergplateau. Aber auch in das Radwegenetz und zahlreiche Gebäude fließt Geld. Alleine die Sanierung der Burgruine Karlstein hat an die 360 000 Euro gekostet. Seit Bestehen hat der Forstbetrieb auch sechs Kapellen renovieren lassen.

»Wir sind Partner der Kommunen. Wir haben eine Verantwortung für die Region«, betont der Betriebsleiter. Und die gehe laut Müller – und da muss er lachen – weit darüber hinaus, dass die Gemeinden ihre Christbäume vom Forst bekommen. Christian Fischer