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Wildbret aus dem Forstbetrieb Berchtesgaden

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Die neue Wildbret-Verkaufsstelle am Forstbetrieb Berchtesgaden präsentierten (v.l.) Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller, Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Martin Neumeyer. (Foto: Pfeiffer)

Berchtesgaden – Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Bayerischen Staatsforste, Martin Neumeyer, und Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller eine Wildbretboutique im Forstbetrieb Berchtesgaden eröffnet. »Reh, Gams und Hirsch warten schon am Grill auf hungrige Gäste, und das ist gut so«, sagte Staatsministerin Kaniber, für die die Jagd einen besonderen Stellenwert hat.


»Mit dem Einstieg in die Direktvermarktung von Wildfleisch und Wildprodukten wollen wir zeigen, dass die Jagd für uns nicht nur eine Schlüsselrolle für eine naturnahe Forstwirtschaft inne hat, sondern dass dabei auch ein hochwertiges Lebensmittel produziert wird«, sagte Forstbetriebsleiter Dr. Daniel Müller.

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Kaniber sagte, dass sie als Forst- und Ernährungsministerin »voll hinter der Jagd und hinter gesunden, handwerklich und regional hergestellten Nahrungsmitteln« stehe. Sie freue sich, dass die Bayerischen Staatsforsten das Engagement beim Wildbret weiter ausbauten. Mit der Wildbretboutique habe man die insgesamt zwölfte Verkaufsstelle an einem bayerischen Forstbetrieb eröffnet. Kaniber unterstrich die Wichtigkeit von »Waldbewirtschaftung und Jagd« – beides benötige man, »um unsere Wälder stabil und zukunftsfähig aufzustellen.« Die Jagd sei vor allem im Bergwald unersetzlich, sagte die Staatsministerin: »Und das Endprodukt, das Wildbret, ist zum Glück nicht mehr, wie früher, dem Adel vorbehalten, es ist heute gefragter denn je.«

Die Ministerin fügte an, dass Wildfleisch »höchste Standards bei Tierschutz und Wildbrethygiene« garantiere. »Mehr Bio geht nicht.« Kaniber will bei allen Interessierten und Käufern den »Sinn für die Herkunft des Produktes schärfen.« Immerhin sei Tierwohl, Regionalität und lückenlos nachvollziehbare Produktion das A und O. Ab sofort können alle Bürger das gesamte Jahr über »frisches Wildbret aus erster Hand erwerben.« Forstbetriebsleiter Daniel Müller könne auf die neue Einrichtung am Forstbetrieb Berchtesgaden stolz sein. »Funktional wie ästethisch ist sie ein Volltreffer.« Kaniber bezeichnete die Verkaufsstelle als »Vorbildprojekt, das der Jagd »in unserer Gesellschaft den Stellenwert geben wird, den sie verdient hat.«

Tatsächlich hat man am Forstbetrieb viel Geld in die Hand genommen, die Bayerischen Staatsforste haben 45 000 Euro investiert und gleich nach dem Eingangsbereich einen Raum geschaffen, der ins Auge stechen soll. Große Glasvitrinen wurden installiert, im hinteren Bereich findet sich ein hintergründig beleuchtetes Bild des Wartsteins auf der Reiter Alpe. Mehrere Tiefkühlvitrinen und Kühlschränke finden sich hier ebenso. Besonders geachtet hat man auf den Ausbau mit heimischen Hölzern. Ein Innenarchitekt hat den Verkaufsraum gestaltet, dessen Boden aus dunkler Eiche besteht. Die Schränke sind aus Tanne gefertigt, die Schrankeinhausungen wurden aus Ulmenholz konstruiert. Auf einem riesigen Tisch, der vor dem beleuchteten Reiter-Alpe-Bild errichtet wurde, soll künftig das Wildbret präsentiert werden. Ein Schreiner hat die Platte aus einer 300 Jahre alten Zirbe hergestellt, diese ist kaum behandelt und handgehobelt und wurde eigens dafür auf der Reiteralpe geschlagen.

Der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforste, Martin Neumeyer, freute sich ebenfalls über die Eröffnung einer weiteren Direktvermarktung. Bis zum Jahresende wolle man bei den Staatsforsten insgesamt 20 Verkaufsstellen führen. Für den Staatsbetrieb ist dies ein weiteres Standbein, das man forcieren will. Mehrere Ziele habe man sich gesetzt, die es zu verfolgen gelte. So wolle man zum einen mit der Bevölkerung in Kontakt treten und dort vor allem »mehr Verständnis für die Jagd« aufbringen, so Neumeyer.

Landrat-Stellvertreter Rudolf Schaupp sagte, dass man entweder »Veganer oder zumindest Vegetarier« werden müsste, glaube man den Nachrichten, die derzeit immer wieder veröffentlicht werden. »Tatsache ist, dass sich vor allem die jüngere Bevölkerung über ihr Essen identifiziert. Für einen großen Teil gilt der Kauf von wässrigem Mastfleisch und medikamentenbelastetem Putenfleisch beinahe als abartig.« Dies sei eine Herausforderung für Kleinmetzgereien, »die in unserem eigenen Schlachthof von heimischen Betrieben ihr Fleisch beziehen.« Schaupp sagte, dass die Fleischvermarktung mit der Wildbretboutique »eine Steigerung« erfahre. Nun erhalte man Produkte »aus freier Wildbahn.« Höchste Qualität könne man als Endverbraucher erwarten – »Fleisch aus unseren Wäldern.«

Auch Berchtesgadens Bürgermeister Franz Rasp würdigte die Eröffnung, sagte, dass die regionale Wertschöpfung wichtig sei und eine Kooperation mit dem Berchtesgadener Schlachthof beste Qualität für die Verbraucher garantiere. Die Wildbretboutique hat ab sofort wochentags während der Öffnungszeiten des Forstbetriebs geöffnet. Kilian Pfeiffer