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Wilde Gesellen eroberten den Markt Teisendorf

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Diese Mädchen erweckten immer wieder die Aufmerksamkeit der wilden Kramperl aus vieler Herren Länder. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Ebenso wild wie die schaurigen Gesellen, die beim Teisendorfer Krampus- und Perchtenlauf die Marktstraße eroberten, war das Wetter. Doch auch das unentwegte Schneetreiben hielt die etwa 60 Passen aus Bayern, Österreich, Südtirol und Tschechien nicht von der Beteiligung ab. Die weiteste Anreise hatten die Kramperl und Hexen aus Prag.


Nach einem fulminanten Feuerwerk schritten zu den Klängen von Leonard Cohens »Halleluja« der Nikolaus und seine Engerl von der Achthaler Krampusgruppe durch den Markt und verteilten Süßes. Danach erst durften die Achthaler Kramperl mit ihren Ruten losstürmen. Die »Achthal Teufeln« bestehen seit Januar 2009 und sind seit 2012 ein eingetragener Verein. Die Masken fertigt seit 2015 der Schnitzer Anton Waltl.

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Auch um die Beschallung und Moderation kümmern sich seit zwei Jahren die Veranstalter selbst. »DJ Booster« legte Musik auf von Rock bis zu mystischen Klängen aus Carl Orffs »Carmina Burana«, und Michael Glück stellte die einzelnen Gruppen vor. Da er selbst beliebtes Opfer der Kramperl ist, schützt er sich immer mit mehreren übereinander angezogenen Hosen vor den schmerzhaften Rutenschlägen.

Manche Kramperl und Perchten rüttelten wild an den Absperrgittern, andere zeigten sich eher sanft und streichelten Kinder mit ihren behaarten Händen. Viele Teilnehmer beeindruckten mit kunstvoll handgeschnitzten Masken, mit origineller Dekoration mit Naturmaterialien, Fellkleidung und tiefen Glocken. Einige waren auch aneinander gekettet und zerrten wild in verschiedene Richtungen.

Dazwischen fegten freche Hexen durch den Markt; eine holte mit ihrem Besen zum Schlagen eines allzu wilden Krampus-Kollegen aus. Auch weiße und schwarze Engel waren unter dem bunt gemischten, düsteren Volk. Viel Bewunderung fand ein kleines Kind, das an der Hand seiner Mutter, einem höfisch gekleideten dunklen Engel der »Wöhrsee Teufeln« aus Burghausen, tapfer mitging.

Mystische Stimmung verbreiteten die »Achthal Teufeln« mit ihrer Rauchmaschine mit Wasserdampf und buntem Licht. Den Gast-Gruppen waren bengalische Feuer oder Ähnliches nicht erlaubt. Ebenfalls aus Sicherheitsgründen war der Krampuslauf an beiden Seiten der Marktstraße durch schwere Lastwagen abgesperrt. Etliche Hundert Besucher aller Altersgruppen verfolgten dicht gedrängt amüsiert, sich fürchtend oder gruselnd das höllische Spektakel.

Weitgehend störungsfrei verlief der Kramperl- und Perchtenlauf aus Sicht der Polizei. Demnach verzeichneten die Veranstalter rund 3000 Zuschauer. 51 Passen mit etwa 800 Teilnehmern zogen durch die Marktstraße. Lediglich ein 16-jähriger Ainringer wurde im Rahmen einer Jugendschutzkontrolle mit zwei Schnaps, einer Packung Zigaretten sowie einem gedrehten Joint erwischt. Den 16-Jährigen erwartet nun eine Anzeige. fb