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Winterbergsteigen im Val Grisenche: Heimische Heeresbergführer gefordert

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Am Grat des Bassac Nord. (Foto: Bundeswehr)
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Aosta/Val Grisenche – Um Heeresbergführer werden zu können, muss ein deutlich überdurchschnittliches alpines Können vorausgesetzt werden. Daher führt die Gebirgsjägerbrigade 23 für ausgewählte Soldaten das Heeresbergführer-Anwärterprogramm durch, um diese bestmöglich auf den anstehenden Lehrgang vorzubereiten. Man traf sich zum Winterbergsteigen im Val Grisenche.


Im Juni eines jeden Jahres beginnt der Heeresbergführerlehrgang am Ausbildungsstützpunkt für Gebirgs- und Winterkampf in Mittenwald. Zeit, um an den letzten Feinheiten zu feilen und die jungen Anwärter in besonders anspruchsvollen, unbekannten und weitgehend einsamen Berggelände herauszufordern. Das Val Grisenche ist ein kleines Tal nahe Aosta. Diese Berge der Westalpen zwischen Mont Blanc und Gran Paradiso bieten den Anspruch von vergletschertem Gelände, Höhen von bis zu 3700 Meter und vor allem endlos unverspurte Ziele und Routen. Hier lernt der Heeresbergführeranwärter, was er benötigt: Orientieren, Anlegen von Spuren, Schneedeckenbeurteilung und Einzelhangentscheidungen sowie Klettern im kombinierten winterlichen Gelände, das beherrscht werden muss, um in diesem später führen zu können.

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Drei Heeresbergführer mit insgesamt zehn Anwärtern waren im Val Grisenche aktiv. Der Weg zum Quartier, dem Rifugio Bezzi, war weit. Zwölf Kilometer zog sich das Tal nach hinten, bis die Gruppe die langersehnte Hütte erreichte. Die Soldaten trugen Ausrüstung für die gesamten zehn Tage, insgesamt zwischen 30 und 35 Kilogramm. Dabei gingen auch dieses Jahr wieder diverse Unterrichtsmaterialien wie Laptop und Beamer sowie Medikamentenkoffer mit auf den Berg.

Von einem Ausbildungstag im Bereich der Hütte abgesehen, wurden täglich 1500 bis 2000 Höhenmeter im Aufstieg bewältigt. Die niedrigen Temperaturen gingen den Soldaten in die Knochen. Die ersten vier Nächte lagen die Anwärter und eine Anwärterin mit Mütze, Socken und langen Unterhosen im Bett. Ausbildungsleiter Oberstleutnant Johannes Schwegler betont, dass auch diese Umstände Grund für die Wahl des Ausbildungsortes sind. »Wir haben, was wir brauchen, und wenn nach dem Abendessen wegen der kühlen Räumlichkeiten die Mannschaft das Bett gegenüber einem Hüttenzauber vorzieht, schadet das nicht. Mit Entbehrungen zu leben, gehört mit zur Aufgabe eines militärischen Bergführers.«

Ohne Verletzungen und wohlbehalten kehrten die Bergführeranwärter an ihre Standorte von Füssen bis ins Berchtesgadener Land heim. Jetzt müssen sie selbst engagiert bleiben, bis zum Lehrgangsbeginn die Form halten und letzte Mängel abstellen. fb

Fotos: Oberstleutnant Johannes Schwegler, Gebirgsjägerbrigade 23