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»Wir kontrollieren regelmäßig«

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Eine beliebte Abkürzung: Viele Verkehrsteilnehmer halten sich nicht an die Schlossplatz-Sperrzeiten oder, wenn er freigegeben ist, nicht an die vorgeschriebene Schrittgeschwindigkeit. Foto: Anzeiger/Wechslinger

Berchtesgaden – Braucht der Schlossplatz mehr Geschwindigkeitskontrollen? Eine Frage, die immer wieder aufkommt. So auch neulich wieder in einem Leserbrief im »Berchtesgadener Anzeiger«. Das Problem: Der Schlossplatz ist zwischen 11 und 17 Uhr für den Verkehr gesperrt. Und wenn er befahren werden darf, dann nur mit Schrittgeschwindigkeit. Vorgaben, an die sich viele Verkehrsteilnehmer nicht halten. Die Polizei hat deshalb in den vergangenen Wochen dort häufig kontrolliert.


»Die Situation auf dem Schlossplatz ist meinen Kollegen und mir alles andere als gleichgültig«, betont Berchtesgadens Polizeichef Günther Adolph. Anfang Juli startete die Berchtesgadener Inspektion eine Kontrolloffensive auf dem verkehrsberuhigten Bereich. Alleine zwischen 5. und 22. Juli gab es 18 Kontrollen. Die jeweilige Dauer bewegte sich zwischen 15 und 60 Minuten. Insgesamt zehn Stunden sind somit zusammengekommen. Dabei wurden 39 Fahrer gebührenpflichtig verwarnt. »An zahlreiche Fahrer am Rand der Sperrzeit oder mit nachvollziehbarer Begründung haben die Kollegen lediglich eine mündliche Verwarnung ausgesprochen«, so Günther Adolph.

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Gravierende Verstöße oder eine auffällige Häufigkeit kann der Berchtesgadener Polizeichef auf dem Schlossplatz nicht erkennen. Ziehe man jedoch die mündlichen Verwarnungen hinzu, ändere sich das Bild, so Adolph. »Man darf auch nicht vergessen, dass es Ausnahmegenehmigungen für die Schlossplatzdurchfahrt gibt«, erklärt der Polizeichef.

Wie viele davon tatsächlich ausgegeben wurden, kann die Leiterin des Berchtesgadener Ordnungsamtes, Elke Lanzendörfer, nicht sagen. Fest steht nur, dass diese Genehmigungen für ganz unterschiedliche Personengruppen ausgestellt werden. Zum Beispiel für Anwohner, Lieferanten, Sozialdienste und Handwerker. Diese Genehmigungen laufen jeweils zum Jahresende aus. »Ob eine Berechtigung vorhanden ist, wird regelmäßig überprüft«, sagt Lanzendörfer. Bei Missbrauch werde die Genehmigung entzogen.

Die zahlreichen Kontrollen haben laut Günther Adolph ergeben, dass sich Urlauber und Einheimische gleichermaßen nicht an die Sperrzeit halten. »Auswärtige realisieren die Sperrsituation nicht richtig, zu spät oder gar nicht«, sagt er. Dem gegenüber stehe eine große Anzahl Einheimischer, denen die Sachlage sehr wohl bekannt sei. »Wir müssen also von einer bewussten Missachtung ausgehen«, so der Polizeichef. Einige Autofahrer hätten den Beamten zu verstehen gegeben, dass sie für die Sperrzeit kein Verständnis hätten.

Günther Adolph will auch künftig auf dem Schlossplatz kontrollieren lassen. Erst am Dienstagabend hat die Polizei wieder zahlreiche Sperrzeit-Ignorierer erwischt. Christian Fischer