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Wirtschaft will Flüchtlinge schnell integrieren

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Von links: Irene Wagner, Vorsitzende des IHK-Gremiums Berchtesgadener Land, IHK-Präsident Dr. Eberhard Sasse und Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern. (Foto: Privat)

Bad Reichenhall – Hoher Besuch beim Gremium der Industrie und Handelskammer (IHK) Berchtesgadener Land: IHK-Präsident Eberhard Sasse war erstmals zu Gast bei der hiesigen ehrenamtlichen Vertretung der Industrie- und Handelskammer. Bei dem Treffen im Bergrestaurant Predigtstuhl wurde unter anderem über Sonntagsöffnungszeiten, Fachkräftemangel und Flüchtlingszustrom gesprochen.


Im Dialog mit Unternehmern und Vertretern der Kommunalpolitik diskutierte Eberhard Sasse die schwelenden und ganz aktuellen Sorgen und Nöte der Betriebe, wie Sonntagsöffnungszeiten im Einzelhandel, der Ausbau der Autobahn A 8, der Fachkräftemangel und der Flüchtlingszustrom, zur Sprache. Die Gremiumsvorsitzende Irene Wagner wies etwa auf die weitreichenden Auswirkungen der Grenzkontrollen für die regionale Wirtschaft hin. Der Einzelhandel leide deswegen teilweise unter starken Umsatzeinbußen. Für Industriebetriebe und Speditionen seien die großen Zeitverluste an der Grenze überaus problematisch, so Wagner. Gleichzeitig rief die IHK-Gremiumsvorsitzende alle Unternehmen und die ganze Gesellschaft auf, sich auf die große Aufgabe des Flüchtlingszustroms einzustellen und zur schnellen Integration der Flüchtlinge beizutragen.

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Eberhard Sasse brach bei seinem Antrittsbesuch eine Lanze für den Mittelstand und vor allem die Familienbetriebe. Er verglich etwa die Predigtstuhlbahn mit mittelständischen Betrieben: »Sie hat eine lange Tradition, ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt und wird immer wieder erneuert - aber im Gegensatz zur Predigtstuhlbahn stehen Unternehmen nicht unter Denkmalschutz.« Sasse kritisierte die wirtschaftspolitischen Weichenstellungen jüngster Zeit, wie die Rente mit 63, die unausgegorene Energiewende oder das ungelöste Problem der Erbschaftsteuer, die besonders zulasten des Mittelstands gingen. »Es ist die Aufgabe der IHK, zu solchen Fragen frühzeitig Stellung zu beziehen und den Dialog mit der Politik zu führen, damit unsere Unternehmen in Oberbayern auch in Zukunft optimale Rahmenbedingungen für ihren Erfolg haben«, betonte der IHK-Präsident.

Zur Flüchtlingsfrage sagte Sasse, dass die Wirtschaft helfen müsse, aber keine Zusagen machen dürfe, die sie nicht einhalten kann. »Wir werden es schaffen, die meisten zu qualifizieren und in Lohn und Brot zu bringen«, gab er sich aber zuversichtlich.

Dr. Thomas Birner von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land berichtete von steigendem Interesse an Gewerbeansiedlungen im Landkreis, es würden jedoch aktuell Flächen fehlen. Derzeit plane der Landkreis aber bereits zwei neue Gewerbegebiete und bemühe sich um die effizientere Nutzung vorhandener Flächen. Birner kündigte außerdem einen Informationsabend des Landratsamts zum Thema Bürokratieabbau an. In der im Juni veröffentlichten IHK-Standortumfrage hatten viele Betriebe im Landkreis die lange Dauer von Genehmigungsverfahren kritisiert. fb

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