weather-image
28°

Wissen an Jüngere weitergeben

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Der ehemalige Botschafter Günther Schödel vor einer in chinesischer Tuschtechnik gemalten Ansicht Bischofswiesens. Foto: Anzeiger/Merker

Bischofswiesen/München – Botschafter a.  D. Günther Schödel wurde zum Ehrenmitglied der Gesellschaft für Außenpolitik in München ernannt. Der ehemalige Botschafter Deutschlands in Indonesien, der Volksrepublik China und Indien wird damit für sein Engagement in der renommierten Gesellschaft ausgezeichnet.


Die Wurzeln der Gesellschaft für Außenpolitik reichen bis in die 20er-Jahre des vorherigen Jahrhunderts. Von den Nazis verboten, gründete sie sich 1948 als Gesellschaft für Auslandskunde in München neu und heißt heute Gesellschaft für Außenpolitik. Sie bietet ein parteiunabhängiges Podium für den Dialog mit Politikern, Wissenschaftlern und Publizisten aus dem In- und Ausland. Dabei steht die Völkerverständigung zentral im Vordergrund. Für 700 Mitglieder und Gäste veranstaltet sie bis zu 20 Vorträge, Podiumsdiskussionen und Konferenzen im Jahr. Der Vorstand und das Kuratorium der Gesellschaft sind hochkarätig besetzt, ebenso der internationale Beirat.

Anzeige

Die Gesellschaft bietet Hintergrundinformationen aus erster Hand und ein internationales Netzwerk. Botschafter a.  D. Schödel ist gern gesehener Redner im Amerika-Haus am Karolinenplatz in München, wo die Veranstaltungen stattfinden. Erst im November hat er zu dem Thema »Der Buddhismus, die zweite Wiedergeburtsreligion in Asien. Seine politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen« gesprochen. Auch wird ihm gerne die Aufgabe übertragen, andere Redner, wie den ehemaligen indonesischen Staatspräsidenten Bacharuddin Habibie, einzuführen.

Schödel ist seit 1988 Mitglied in der Gesellschaft, war lange Jahre in ihrem Vorstand, seit 2004 im Kuratorium und im November wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Seine Kenntnisse, seine Verbindungen und auch die Stärke seiner Persönlichkeit werden in der Ehrenurkunde als Gründe für die Ernennung angeführt. Dem ehemaligen Botschafter ist es ein Herzensanliegen, sein Wissen an die jüngere Generation weiterzugeben und darum ist er auch seit 1989 Lehrbeauftragter an der Hochschule für Politik in München. Eine der Stärken Schödels ist, einen realistischen Blick auf die Dinge zu werfen. So fordert er in einem Aufsatz anlässlich des 50 jährigen Bestehens der Gesellschaft für Außenpolitik einen breiteren Blickwinkel auf China. »Globalisierung kann aber nicht Verwestlichung für alles Tun und Denken heißen.« Des Weiteren erkennt er den westlichen Wunsch nach mehr politischer Freiheit und Beachtung der für uns universell geltenden Menschenrechte. »Wir müssen aber auch erkennen, dass die Überführung eines Milliardenvolkes in ein demokratisches Wirtschaftssystem ohne gefährliche Einbrüche für Ordnung und Versorgung nur behutsam möglich ist.« Es ist diese Weitsichtigkeit, gepaart mit seiner tiefen Menschlichkeit, die durch die Ernennung Günther Schödels zum Ehrenmitglied gewürdigt wird. Christoph Merker