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»Wolken sind am gefährlichsten«

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Hier fliegt der Boss: Der Chef der Polizei-Hubschrauberstaffel Bayern, Joachim Walzik, ist bei der Höhlenforscherrettung im Einsatz. Foto: Polizei

Bischofswiesen – Joachim Walzik ist einer der Hubschrauberpiloten, die regelmäßig auf den Untersberg fliegen, um die Rettung des verunglückten Höhlenforschers zu unterstützen. Der »Berchtesgadener Anzeiger« sprach in einer Flugpause mit dem Chef der Polizeihubschrauberstaffel Bayern über dichten Nebel und dünne Luft.


Herr Walzik, was ist gefährlicher: die dünne Luft, wenn es heiß ist, oder die dichten Wolken an einem Regentag?

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Joachim Walzik: Das ist ganz klar: Die Wolken sind viel gefährlicher. Die dünne Luft an heißen Tagen ist zwar ebenfalls problematisch, aber berechenbar. Die Situation lässt sich gut einschätzen. Der Pilot nimmt dann einfach weniger Zuladung mit. Aber die schlechte Sicht ist doof und richtig gefährlich. Denn dann sieht man die Berge nicht mehr. Wenn ich in eine Wolke fliege, schaue ich, dass ich schnellstmöglich wieder raus komme und kehre um.

Wie viele Hubschrauber sind an der Rettung am Untersberg im Einsatz?

Walzik: In der Regel sind es zwei Hubschrauber. Einer von der Landespolizei und einer von der Bundespolizei. Bei Bedarf kommt eine Maschine der Bundeswehr hinzu. Das war in den vergangenen Tagen öfter der Fall.

Wie lange darf ein Pilot am Stück im Einsatz sein?

Walzik: Es gibt bei uns durch EU-Recht geregelte Flugdienst- und Ruhezeiten. Das System funktioniert etwa so wie bei Berufskraftfahrern. Allerdings gibt es für Rettungs- und Katastropheneinsätze Ausnahmeregelungen. Da darf der Pilot die vorgeschrieben Zeit überziehen. Das liegt im Ermessensspielraum des Piloten.

Und wenn der Pilot schon vor Ablauf der erlaubten Flugzeit erschöpft ist.

Walzik: Das kommt sehr selten vor. Gerade bei solchen Rettungseinsätzen möchte jeder so lange wie nur irgendwie möglich fliegen. Aber wenn ein Pilot erschöpft ist und nicht mehr kann, dann würde ihn keiner dazu überreden, weiterzumachen. Der Vorgesetzte, in diesem Fall ich, würde sich dann um die Ablösung kümmern. Christian Fischer