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Yousef Afandi aus Bischofswiesen mit Note 1,6

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Die Prüfungsbesten der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe waren Yousef Afandi (2.v.r.), Michael Stitzl (3.v.r.) und Okubamichael Kesete (3.v.l.). Ihnen gratulierten Klassenlehrer Wolfgang Raufeisen (l.), der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser (2.v.l.) und Schulleiter Alexander Hoh (r.). (Foto: Buthke)

Traunstein – Mit einer Feier im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe wurden nach einjähriger Ausbildung 22 staatliche geprüfte Pflegefachhelfer aus der Berufsfachschule für Krankenpflegehilfe verabschiedet. Das Erfreuliche: 14 von ihnen waren Menschen mit Migrationshintergrund aus Afghanistan, Eritrea, Senegal, Somalia und Syrien.


Und das Beachtliche: Zwei von ihnen, nämlich Yousef Afandi aus Bischofswiesen mit einem Notendurchschnitt von 1,6 und Okubamichael Kesete aus Traunreut mit einem Notendurchschnitt von 1,8, gehörten zu den drei Prüfungsbesten. Dritter im Bunde war Michael Stitzl aus Trostberg mit einem Notendurchschnitt von 1,6. Zu den erfolgreichen Absolventen gehört außerdem Rueen Mohammad Niazi (Schönau am Königssee).

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»Die Kliniken Südostbayern AG redet nicht über Bildung, sie macht Bildung«, stellte der Leiter des Bildungszentrums, Rupert Überherr, fest. Und das über viele Jahrzehnte und Trägerschaften hinweg. Stets habe er Unterstützung erfahren, wenn es um den Weiterbestand des Ausbildungsangebots und Initiativen zum Ausbau des Angebots gegangen sei. Zu den Absolventen aus den anderen Ländern sagte Übelherr, Deutschland, Bayern, die Schulleitung und die Klassengemeinschaft hätten ihnen im Miteinander und gegenseitigen Respekt ein kleines Stück neue Heimat geschenkt. Die Migranten hätten bewiesen, dass Integration gelingen könne.

Auch wenn die Ausbildungsinhalte nicht so sehr in die Tiefe wie in der dreijährigen Ausbildung gingen, hätten die Schüler innerhalb eines Jahres umfassende Kenntnisse in vielerlei medizinischen und pflegerischen Bereichen erworben, sagte Schulleiter Alexander Hoh. Die Pflegefachhelferausbildung sei nicht zuletzt wegen des bestehenden und weiter zunehmenden Personalmangels in der Pflege von enormer Bedeutung. Sie verschaffte nämlich den Zugang zur dreijährigen Fachkraftausbildung.

In einem Team mit verschiedenen Qualifikationen arbeiteten sie in einem klar definierten Aufgabenbereich. Sie seien insbesondere für die grundpflegerische Versorgung, eine aktivierende Pflege, Prophylaxen und in Teilbereichen für behandlungspflegerische Maßnahmen qualifiziert und erbrächten einen Teil der originären Aufgaben der Pflege. Auch Hoh wies auf den integrativen Charakter der Ausbildung hin. Die 14 geflüchteten Männer seien allesamt motiviert und engagiert gewesen. Der Einstieg in die Ausbildung sei jedoch nur der erste Schritt gewesen. Im zweiten Schritt sei es nun die Aufgabe, jeden Einzelnen ins Berufsleben zu integrieren und zu fördern. Die Berufsfachschule biete daher zusätzlichen Deutschförderunterricht an. Der Fachbereichsleiter Krankenpflegehilfe und Klassenlehrer, Wolfgang Raufeisen, sprach von zwei Premieren: erstmalig waren mit 19 Männern mehr Männer als Frauen in einer Klasse. Von diesen 19 Männern hätten 14 einen Migrationshintergrund. »Umso mehr ist hervorzuheben, wie positiv die Klassengemeinschaft von allen Lehrkräften empfunden wurde«, sagte er. Er habe die Klasse als sehr liebenswert erlebt. Jeder habe sich wertschätzend, diszipliniert und engagiert eingebracht und verhalten.

Erstmals habe eine Klasse der Berufsfachschule an einem offiziellen Wettbewerb, dem Sozialpreis der Stiftung Passauer Neue Presse, teilgenommen und den vierten Platz belegt.

»Gesundheit ist das Kostbarste, was wir besitzen können. Darum sind ein humanes Gesundheitswesen und ihre Arbeit so wertvoll«, erklärte der stellvertretende Landrat Sepp Konhäuser. Eine der wichtigsten Aufgaben des Landkreises sei, für eine bestmögliche gesundheitliche Versorgung der Bürger und den Erhalt der Kliniken in kommunaler Trägerschaft zu sorgen. Bjr