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Zerstörung von Landschaftselementen

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Eingezwängtes Eiszeitrelikt, Geotop und Naturdenkmal: Der Bund Naturschutz kritisiert, dass der »Löwenstein« bei Realisierung der Hotelbaupläne am Königssee zwischen Hotel und Wohntürmen eingezwängt würde anstatt dessen regionale Besonderheit herauszustellen. Foto: privat

Schönau am Königssee – Der Bund Naturschutz lehnt die Hotelprojekte am Königssee ab. Laut Pressemitteilung der Kreisgruppe Berchtesgadener Land gab der Kreisvorstand im Rahmen des Raumordnungsverfahrens vergangene Woche einstimmig eine negative Stellungnahme zu den Planungen ab.


Bis einschließlich 29. Juli lief das Raumordnungsverfahren für das Immobilienprojekt am Königssee, das neben den Hotels drei Wohntürme und zwei Geschäftshäuser mit Gaststättenbetrieb umfasst. »Von daher ist die Bezeichnung Hotelprojekt am Königssee irreführend«, so der Bund Naturschutz. Ihre ablehnende Stellungnahme, die dem »Berchtesgadener Anzeiger« vorliegt, begründet die Kreisgruppe damit, dass »naturräumliche und landschaftliche Besonderheiten genauso wie das denkmalgeschützte Ensemble mit dem Alten Bahnhof und seinem kleinen Park den Investoreninteressen untergeordnet werden«.

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Der Bund Naturschutz ist überzeugt, dass die derzeitige Konzeption »nicht zu einem gleichwertigen und eigenständigen Lebensraum in der betroffenen ländlichen Region beiträgt, weil sie den nachhaltigen Tourismus schwächt und zudem die Wohn- und Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung herabsetzt«. Das Dienstleistungsangebot des Ortsteils Königssee sei bereits jetzt überdimensioniert und für zusätzliche Angebote in Form von Geschäften oder Gaststätten sei kein Bedarf erkennbar. Der BN weiter: Bei Verwirklichung der geplanten Konzeption würden die regionale Wirtschaftsstruktur und der Tourismus langfristig sogar geschwächt, weil sich die Aufenthaltsqualität im Vorfeld des Königssees durch die massive Verbauung deutlich verschlechtert.

Zwar hält der Bund Naturschutz den Sanierungsbedarf rund um die Seelände sowie das ehemalige Asylbewerberheim für unstrittig, doch dürfe dies nicht dazu genutzt werden, »weitere Naturbesonderheiten und Landschaftselemente rund um den Königssee zu zerstören«. Ulli Kastner