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Sven Hosse von der Behindertenintegration freute sich bei der Inbetriebnahme des mobilen Lifts für alle körperlich Eingeschränkten. Nach 15 Jahren ist die Watzmann Therme jetzt zu 100 Prozent behindertengerecht. Silvia Hosse war beim Test begeistert. Foto: Anzeiger/kp

Berchtesgaden - Pünktlich zum 15-jährigen Jubiläum wird die Watzmann Therme behindertengerecht. »Ich freue mich, dass es endlich auch hier einen mobilen Lift gibt«, so Sven Hosse von der Behindertenintegration Berchtesgaden. Mit der Investition, der die Talkessel-Bürgermeister jetzt zustimmten, können gehandicapte Menschen mit technischer Hilfe in das Schwimmbecken gehoben werden. In der Rupertus Therme in Bad Reichenhall und im Schornbad in Schönau am Königssee gibt es vergleichbare Hilfsgeräte schon seit Längerem.


In der Watzmann Therme war für Behinderte bislang am Beckenrand Schluss. Die konnten zwar ohne weiteres in das öffentliche Bad gelangen, die behindertengerechten Umkleidekabinen nutzen, genauso den dafür ausgelegten Saunabereich sowie die rollstuhlgerechten Aufzüge. Aber ins Wasser? »Daran scheiterte es«, weiß Sven Hosse, der selbst eine körperlich eingeschränkte Tochter hat.

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Seit fünf Jahren hat er sich für einen mobilen Lift eingesetzt, zunächst mit wenig Erfolg. Während der jüngsten Jahreshauptversammlung der Behindertenintegration Berchtesgaden kam es dann zu einem Gespräch mit Ramsaus Bürgermeister Herbert Gschoßmann, der von dem Wunsch zwar schon wusste, sich nun aber dazu verpflichtet fühlte, mit seinen Bürgermeister-Kollegen zu sprechen und endlich die Investition einzuleiten.

9 000 Euro kostete der 400 Kilogramm schwere mobile Lift, der von Beckenrand zu Beckenrand geschoben werden kann. »Auch Senioren können den Lift nutzen«, sagt Hosse. Vom Beckenrand wird die sitzende Person mithilfe eines Hebearms in das Wasser hinabgelassen. Der Vorteil: Mit der Gerätschaft ist man auf keine zusätzliche Hilfe bei der Bedienung angewiesen. Das Steuerungsgerät ist wasserdicht.

Michael Grießer, Geschäftsführer der Watzmann Therme, zeigte sich bei der Inbetriebnahme am Dienstag zufrieden und räumte ein, dass es an der Zeit war, einen solchen Lift anzuschaffen: »Wir mussten uns zurecht den Vorwurf gefallen lassen, dass wir nicht komplett behindertengerecht waren.«

Der mobile Lift soll in Zukunft, entgegen anderslautender Aussagen, immer im Schwimmbereich zu finden sein und somit auf Wunsch in wenigen Minuten an das jeweilige Becken befördert werden können. Sven Hosse dankte allen Beteiligten und sagte zu, dass er über den Fortschritt auch all jene informieren werde, die wegen einer Behinderung nicht mehr zum Schwimmen in die Watzmann Therme gekommen waren. kp