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Zünftig aufg'spuit auf der Mitterkaseralm

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Drei Musikanten von den Berchtesgadener Buam spielten bei der Mitterkaseralm auf. (Fotos: B. Stanggassinger)

Schönau am Königssee – Was war es für ein Auftakt zu den musikalischen Hüttenveranstaltungen unter dem Motto »Musikalisch vom Frühling in den Bergsommer« veranstaltet von der Tourist-Information Schönau am Königssee.


»Ab 12 Uhr wird auf de Berg in Schönau am Königssee g'sunga, g'lacht und musiziert, des werd a Gaudi, des is' garantiert«, so hieß es in der Ankündigung der Tourist-Info.

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Das traumhafte Wetter lud zum ersten Treffen auf der Mitterkaseralm vergangenen Sonntag ein. Blauer Himmel, schneebedeckte Berggipfel und Bergwiesen, die sich von unten nach oben verjüngten. So hatten die, die von Hinterbrand aus aufstiegen, schon die erste Begegnung mit kürzlich aufgetriebenen Almkühen, Almwiesen mit Trollblumen und den Enziangewächsen. Wer mit der Jennerbahn hochfuhr und von oben zur Mitterkaseralm ging, konnte Krokusse, Heidekraut, Aurikel – auch »Gamsbleame« genannt – und die jungen Triebe der Lärchen und Schusternagerl bestaunen. Es kamen so viele Bergbegeisterte über den Jennerklettersteig und über den Kleinen Jenner, dass man aus der Ferne nur Kletterhelm hinter Kletterhelm sah. Wer mit dem Fernglas Richtung Schneibstein oder Windschartenkopf schaute, konnte noch Skispuren auf der »Kleinen Reibe« sehen. Es war ein Frühlingstag im Hochgebirge, wie man ihn sich schöner nicht hätte vorstellen können. Auf der Mitterkaseralm war Hochbetrieb. Drei Musikanten von den »Berchtesgadener Buam« spielten fleißig auf. Vor der Alm war fast kein Sitzplatz mehr zu bekommen. Unter den Gästen war auch Bürgermeister Hannes Rasp aus Schönau am Königssee. Die Veranstaltung bedeutete eine strapaziöse Aufgabe für den neuen Wirt, den »Klaus Sepperl«. Er ist der Enkel des unvergessenen »Klaus Maxei«, der seine Besucher immer zum Staunen brachte. Zum Beispiel spielte er seinen Gästen beim Verlassen der Hütte unvergessliche Weisen mit seiner Trompete.

Auch sein Sohn verstand es, mit seinen Gästen umzugehen. Er strahlte eine gewaltige Ruhe aus und kurz vor der Verabschiedung hielt er seine Gäste noch mit einem sogenannten »Pfiff« (ein Schluck Bier).

Der jetzige Wirt, der »Klaus Sepperl« war am Sonntag mit der Veranstaltung »Musikalisch vom Frühling in den Bergsommer« in der Küche voll beschäftigt. Darum hatte er keine Zeit, sich unter die Gäste zu mischen. Irgendwann ist sicher auch der »Klaus Sepperl« so gelassen, wie es sein Großvater und sein Vater waren.

Die nächste musikalische Hüttenveranstaltung der Reihe findet am Sonntag auf der Grünsteinhütte statt. Es folgen an den weiteren Sonntagen bis zum 10. Juli die Jenner Berggaststätte, das Dr.-Hugo-Beck-Haus, die Wasserfallalm, die Königsbachalm, die Priesberg-alm und das Carl-von-Stahl-Haus. Jeden Sonntag spielen andere Musikgruppen. Beginn ist stets um 12 Uhr. Bernhard Stanggassinger

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