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Zünftige Klänge unweit der alten Soleleitung

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Der »Oimheisei«, Hermann Irlinger, spielte lustige Stückl auf seiner Okarina. (Fotos: B. Stanggassinger)
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Sänger und Musikanten spielten im Berggasthof »Gerstreit« anlässlich des Soleleitung-Jubiläums. Der BR hat den Hogoascht aufgenommen und sendet ihn am 2. Juni in »BR Heimat«.
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Sprecher Sigi Götze erzählte die spannende Geschichte der Soleleitung.

Ramsau – Das Jubiläum 200 Jahre Soleleitung in Ramsau feiern die Gemeinde und die Touristinformation Ramsau mit mehreren musikalischen Hogoaschten.


Der jüngste fand am Sonntag im Berggasthof »Gerstreit« statt. Wer ihn nicht miterlebt hat, kann das Hörvergnügen nachholen: Der Bayerische Rundfunk hat den Hogoascht aufgezeichnet. Er ist am Freitag, 2. Juni, von 19.05 bis 19.55 in »BR Heimat« zu hören. Die nächste Veranstaltung ist am 28. Mai im Wirtshaus »Wachterl«.

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Die Zusammenstellung des Programms und die Organisation von Sängern und Musikanten lag in den Händen von Fritz Resch und Michael Brandt. Ein großer Teil der gemütlichen Wirtsstube des Berggasthofs »Gerstreit« war am Sonntag mit Sängern und Musikanten besetzt. Dies waren die Häusler Hias Musi, die Schellenberger Holzbläser, die Jungen Ramsauer Sänger, die Antonibergmusi, der Dreigsang Ossiander Darchinger und die Almhäusei Musi. Sprecher war Sigi Götze.

Dass Götze als Chiemgauer, genauer gesagt als Marquartsteiner, über die Berchtesgadener Salzgeschichte sprach, hatte zwei Gründe: Zum einen hat ihn Fritz Resch aus Ramsau dazu eingeladen und zum anderen war der 44. Fürstprobst von Berchtesgaden auch ein Marquartsteiner gewesen. Auf Fresken in Maria Kunterweg ist er heute noch zu sehen, Anton Cajetan Notthafft von Weißenstein war sein Name. Götze berichtete vom 500. Jubiläum des Salzbergwerkes und vom flüssigen Salz, das in der Soleleitung erstmals vor 200 Jahren nach Bad Reichenhall gepumpt wurde.

Unweit von Gerstreit lief die Sole in hölzernen Rohren am Söldenköpfl vorbei, bis zur Saline in Bad Reichenhall. In Berchtesgaden hat man in erster Linie für den Export produziert, denn das kleine Land hätte mit dem reichen Salzvorkommen alleine nichts anfangen können. Über österreichisches Territorium zu liefern, bedeutete Maut, Zoll und Ärger. Der Gedanke, eine Salzleitung zu konstruieren, ist 1810 entstanden, als Berchtesgaden endgültig zu Bayern kam.

Dank einer technischen Meisterleistung des Konstrukteurs Friedrich Georg von Reichenbach konnte die Sole weit gepumpt werden: Von der Pfisterleite hinauf auf den Lockstein, hinunter zur Gmundbrücke, wieder nach oben, weiter nach Ilsank von dort 356 Meter nach oben zum Söldenköpfl, hinunter, vorbei am Gerstreit, vorbei am Zipfhäusl über Schwarzbachwacht nach Unterjettenberg und schließlich nach Bad Reichenhall zur Saline.

Passend zur interessanten Erzählung Sigi Götzes spielten und sangen die Musikgruppen Stücke und Lieder zum Thema Salz. So hatte das Lied der Jungen Ramsauer Sänger den Titel »Wia war es schlecht um uns bestellt, wenn es koa Salz gab auf dera Welt«. Die Antonibergmusi spielte das Stück »An Pauli seina«. Auf der Gitarre mitgespielt hat Paul Hallinger, der beim Salzbergwerk Berchtesgaden beschäftigt ist. Sein Name hat einen Bezug zum Salz. Nur die Stückl von Hermann Irlinger, dem »Oimheisei«, hatten keinen Namen. Er wusste erst hinterher, was er gespielt hat, scherzte das Berchtesgadener Original.

Sprecher Sigi Götze erzählte ausführlich von der Arbeit des Brunnwartes und von der besonderen Leistung von Georg von Reichenbach, über den man später lesen konnte, »sein Name genügt, sein Denkmal sind seine Werke«. Der Sprecher ging auf das bevorstehende Fest der Bergknappen zum 500. Jubiläum ein.

Mit einer ungarischen Polka von den Schellenberger Holzbläsern endete der Hogoascht zum 200. Jubiläum der Soleleitung. Fritz Rasp, Chef der Ramsauer Touristinfo, beendete die Veranstaltung mit einem Gedicht über den »Figlfoim« (das Maiglöckchen). Es gab kräftigen Applaus. Bernhard Stanggassinger