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Zum Zuzeln süß

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Kräuterpädagogin Evi Hajek erklärt den Kindern die Wildpflanzen. (Foto: Merker)

Schönau am Königssee – Kräuterpädagogin Evi Hajek veranstaltet Kurse für Erwachsene, aber auch für Kinder...


Die Teilnehmer sollen dabei die Scheu verlieren, die vielen Kräuter, die sprichwörtlich vor der Haustür wachsen, in der Küche oder als Heilmittel zu verwenden. Ganz praxisnah fördert sie eine intensive Beschäftigung mit den einzelnen Pflanzen. Gerade für Kinder ist das beeindruckend und lehrreich.

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»Wer hat denn die ganzen Blüten von der Taubnessel gegessen?« Schnell schickt Kräuterpädagogin Evi Hajek die Kinder los, neue Pflanzen zu sammeln. Denn die kleinen blauen oder weißen Blüten kann man auszuzeln, das schmeckt dann richtig süß. Vorsichtig werden die Blüten abgezupft und in einem Schälchen gesammelt. »Schaut euch mal den Stängel der Taubnessel an. Der ist richtig viereckig«, erklärt Hajek.

Genauso genau haben sie schon den Löwenzahn, das Gänseblümchen und den Spitzwegerich angeschaut. Mit allen Sinnen sollen die Kinder diese essbaren Pflanzen begreifen lernen. Es wird eine Runde Gänseblümchen ausgegeben. »Die schmecken richtig nussig.« Natürlich dürfen auch die Mütter probieren. Für einen frischen Frühlingsquark schneiden die Kinder die Blätter des Spitzwegerichs klein. Ganz konzentriert hantieren sie mit dem Messer und ein wenig ungläubig schauen sie, als Evi Hajek das Grün und die Blüten in den Quark mischt. Jeder darf mal umrühren und probiert wird er mit selbst gebackenem Baguette.

»Des schmeckt guat«, sagt einer der kleinen Teilnehmer und säbelt sich gleich noch ein Stück Brot herunter. Inzwischen haben sich die Stängel des Löwenzahns, die in eine Schüssel mit Wasser gelegt wurden, ordentlich gekringelt. Das Unkraut aller Unkräuter ist aber viel besser, als sein Ruf. Die Blüten kann man abzupfen und über Nacht ins Wasser legen. »So gehen die Heilkräfte des Löwenzahns in das Wasser über«, erklärt die Kräuterpädagogin. »Die sind gut für den Bauch und das Blut.« Aus dem Sud wird nun ein Sirup hergestellt. Der Saft einer ausgepressten Orange und einer Zitrone wird hinzugefügt und Zucker zum Haltbarmachen. Das Ganze wird nun aufgekocht. Auch hier wird der Reihe nach gerührt.

Evi Hajeks Interesse an Heilkräutern wurde durch die eigenen Kinder geweckt. Da sammelte sie erste Erfahrungen darin, mit der Natur zu heilen. Stetig hat sie sich weitergebildet und schließlich in Salzburg die Ausbildung zur Kräuterpädagogin absolviert. Bei dem Gesundheitsangebot »Fit durch unser Gmoa« und den Schellenberger Gesundheitswochen war sie heuer als Kräuterexpertin mit dabei. »Mir ist wichtig, auch Unbekanntes und wenig Gewusstes über die Pflanzen weiterzugeben.« Sie möchte die Teilnehmer, seien es Erwachsene oder Kinder, faszinieren und begeistern.

Inzwischen ist der Sirup aufgekocht und nach dem er ein wenig geköchelt hat, wird er in Gläser abgefüllt. »Die Bitterstoffe in dem Sirup sind sehr gesund.« Die Gläser der Kinder werden ordentlich beschriftet. Doch mit Löwenzahn kann man noch mehr machen. Hajek zeigt getrocknete Blüten, die in Gläser gefüllt werden. Jedes Kind gießt nun Öl darüber und verschließt es fest mit dem Deckel. »Ihr müsst das Glas jeden Tag einmal gut durchschütteln. Nach drei bis vier Wochen holt ihr die Blüten raus und dann habt ihr eine tolle Einreibung.« Bei Muskelkater oder Verspannungen ist sie ideal und so haben auch die Eltern etwas von dem Kurs.

Am Ende liest Evi Hajek noch eine Löwenzahngeschichte vor. Dass manches Unkraut ein Wildkraut und Heilkraut ist, das haben die Kinder an diesem Nachmittag spielerisch gelernt.

Mehr Infos zu den Kursen von Evi Hajek gibt es auf www.kraeuter-zeit.de. Christoph Merker