weather-image
20°

Zustimmung für Öffnung des Zulehenwegs

4.0
4.0
Bildtext einblenden
Schrankenlos: Der Zulehenweg wird als Einbahnstraße für den Verkehr geöffnet. (Foto: Wechslinger)

Schönau am Königssee – Der bisher für den Verkehr gesperrte Zulehenweg wird in eine Einbahnstraße umgewandelt. Das hat der Gemeinderat Schönau am Königssee in seiner jüngsten Sitzung am Dienstagabend einstimmig beschlossen. Außerdem soll dort künftig ein sogenanntes eingeschränktes Zonenhalteverbot gelten. Franz Graßl (CSU) stimmte dem allerdings nicht zu.


Der Verkehr ist das Problem. Er stört sowohl die Anwohner des Zulehenwegs als auch der Artenreitsiedlung. Der Schönauer Gemeinderat beschäftigt sich mit diesem Thema schon lange. Die momentane Lösung – der Zulehenweg ist per Schranke gesperrt – brachte nicht den gewünschten Erfolg. Denn das Fahrzeugaufkommen, darunter auch Lastwagen, verteilt sich nun auf die zwei anderen anliegenden Straßen.

Anzeige

Eine Asphaltierung des gekiesten Zulehenwegs sei ebenfalls nicht realistisch, so Bürgermeister Hannes Rasp (CSU). Denn der Weg gehört nicht vollständig der Gemeinde. Und der andere Eigentümer halte nichts vom Asphaltieren. »Es gibt zwei Rechtsauffassungen darüber, ob in einem solchen Fall asphaltiert werden darf«, erklärte Rasp. Da eine Asphaltierung zudem Geld koste, habe man sich dagegen entschieden.

Sein Vorschlag, den der Bürgermeister gemeinsam mit dem Bauausschuss erarbeitet hat, sieht nun eine Einbahnregelung für den Zulehenweg vor. Und zwar in Richtung Grünsteinstüberl. Da die Beschränkung auf 30 km/h meist ignoriert werde, solle der Zweckverband »Kommunale Verkehrsüberwachung« nach Absprache mit den Anliegern dort Radarkontrollen durchführen.

Ein weiteres Problem am Zulehenweg seien wild geparkte Autos. In der Regel von Klinikpatienten oder -besuchern und Urlaubern. Auch Haus- und Hofeinfahrten seien laut Rasp oft davon betroffen. Dem soll künftig ein sogenanntes eingeschränktes Zonenhalteverbot, das kürzlich auch in der Artenreit-Siedlung eingeführt wurde, entgegenwirken.

Der Vorteil: Für diese Variante werden lediglich drei Hinweisschilder benötigt. Die Einhaltung des Verbots soll ebenfalls der Zweckverband überwachen.

Für Thomas Janzen (FW) ist die neue Regelung eine »gute Idee«. Allerdings bemängelte er die ungünstige Parkplatzsituation. »Neue Parkplätze bringen aber nichts. Die Klinikbesucher sind das Problem. Das Halteverbot ist richtig«, betonte auch Beppo Maltan (FW). Das sah Franz Graßl etwas differenzierter. Er plädierte für ein zeitlich beschränktes Halteverbot. Und zwar für das Sommerhalbjahr. Denn: »Das Grünsteinstüberl hat, vor allem im Sommer, ein massives Parkplatzproblem.«

Stefan Lochner (CSU) wies zudem auf den Schwerlastverkehr, der immer wieder über den Zulehenweg rollt, hin. »Das führt zu Schlaglöchern, die wir dann permanent füllen müssen«, sagte er. Lochner forderte, die Schranke beizubehalten.

Bürgermeister Rasp zeigte zwar Verständnis für die Bedenken und Einwände einiger Räte, betonte aber: »Ziel ist es, den Verkehr auf alle drei Straßen zu verteilen. Deshalb ist die Einbahnstraße die gerechteste Lösung.« Dem stimmte sein Stellvertreter Richard Lenz (FW) zu: »Die Aufteilung des Verkehrs ist eine faire und gerechte Sache.« Christian Fischer