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Der Vereinsname »Doyobe« steht für »do your best« (»Gib dein Bestes«). Er hat ein innovatives, kulturell ausgerichtetes und integratives Konzept. (Foto: Doyobe)

Zustimmung für drei Zuschussanträge: Jugendhilfeausschuss macht den Geldbeutel auf

Berchtesgadener Land – Der Jugendhilfeausschuss behandelte in seiner jüngsten Sitzung Anträge auf Zuschuss, Mittelfreimachung und Förderung für 2023. Konkret einen Antrag für die Zuschussfinanzierung des Kreisjugendringes Berchtesgadener Land (KJR), für Haushaltsmittel für Zuschüsse zur Förderung der Jugendarbeit und auf Förderung der Jugendkultureinrichtung »Doyobe«. Die drei Anträge nickte der Jugendhilfeausschuss ab.


Der KJR hatte bereits im August den Haushaltsentwurf für 2023 aufgestellt und insgesamt 136.019 Euro beantragt, um weiterhin gleichermaßen in der Jugendarbeit tätig sein zu können. Er hatte einen Pauschalzuschuss in Höhe von 22.850 Euro (plus 800 Euro im Vergleich zum Vorjahr), einen Personalkostenzuschuss in Höhe von 97.800 Euro (plus 8500 Euro im Vergleich zum Vorjahr), sonstige zweckgebundene Zuschüsse (zum Beispiel Reisekosten) in Höhe von 7369 Euro (plus 3069 im Vergleich zum Vorjahr) und einen Projektmittelzuschuss in Höhe von 8000 Euro (plus 4000 Euro im Vergleich zum Vorjahr) beantragt.

Mathias Kunz vom Amt für Kinder, Jugend und Familie erklärte, die erhöhte Zuschussforderung des KJR für Personalkosten rühre daher, dass eine Verwaltungsfachkraft eingruppiert werden soll. Außerdem fielen stets Sitzungsgelder an. Das Engagement der Vertreter in den Sitzungen »im Sommer bei 30 oder 40 Grad in der Turnhalle« gehöre gebührend honoriert, rechtfertigte Mathias Kunz. Zum Projektmittelzuschuss sagte er, dass dieser nur eingesetzt werde, wenn Projekte angestoßen werden, die das Angebot der Jugendarbeit erweitern oder verbessern. »Es kann auch sein, dass der Landkreis den Betrag zurückbekommt«, sagte er. Einstimmig gab der Jugendhilfeausschuss dem Antrag statt.

Der KJR ist zwar eigenständig in der verbandlichen Jugendarbeit tätig, kooperiert aber in vielen Projekten mit dem Landkreis. Der Landkreis steht in der Pflicht, entsprechend Zuschüsse zu gewähren. So beriet der Jugendhilfeausschuss auch darüber, Haushaltsmittel frei zu machen zur Förderung der Jugendarbeit von insgesamt 73.500 Euro (1500 Euro für internationale Jugendarbeit, 10.000 Euro für außerschulische Jugendbildung und 62.000 Euro für sonstige Jugendarbeit). Die beantragte Summe entspricht der des Vorjahres. Die fließt in Projekte, die laut Mathias Kunz sehr gut angenommen würden. »Die Karten für den Sommerurlaub am Hafnersee sind weggegangen wie Karten für Michael Jackson«, betonte er. Er wandte sich an »Leute, die das Budget der Jugendhilfe gerne kürzen« möchten: »Das geht nicht, die Nachfrage ist so groß.« So gab der Jugendhilfeausschuss freilich auch diesem Antrag statt.

Ebenso nachgefragt sind die Angebote des Jugendkulturvereines »Doyobe« mit Sitz in Freilassing. Der Verein hatte einen Förderantrag für 2023 gestellt. Die Verwaltung hatte daraufhin empfohlen, 20.000 Euro für den Träger öffentlich anerkannter Jugendarbeit freizumachen. »Die gleiche Fördersumme wird die Stadt Freilassing geben«, informierte Landrat Bernhard Kern.

»Doyobe« ist mit dem innovativen, kulturell ausgerichteten und integrativen Konzept einmalig in Bayern und ist Mitglied im Bayerischen Jugendring (BJR) sowie im Verein junger Menschen mit Migrationshintergrund (VJM). Er hat sogar Stimm- und Antragsrecht.

»Doyobe« ist auch der Verein, der hinter dem ersten Jugendkongress »Future« kürzlich im Königlichen Kurhaus in Bad Reichenhall steht (wir berichteten). Über den wollte Tanja Kosmaier, die vom Landratsamt beim Kongress dabei gewesen war, »unbedingt ein paar Worte verlieren«. Sie lobte die Jugend, die den Kongress mit 500 Besuchern am Tag, 600 am Abend und 170 Künstlern auf der Bühne auf die Beine gestellt hatte. Sie lobte die Jugend: »Die haben bis Mitternacht zusammengeräumt und sich höflich bedankt, dass sie ins Königliche Kurhaus gehen haben dürfen.« Der Jugendkongress sei ein voller Erfolg gewesen. »Die jungen Leute haben sich gehört gefühlt.« Der Landrat als Schirmherr der Veranstaltung nahm sich auch extra Zeit für die Jugend.

In der Sitzung machte auch er deutlich, wie positiv er den Kongress in Erinnerung hat. Die Jugendlichen hätten alle mitgerissen. Bei der Euphorie, die in den Stimmen von Tanja Kosmair und Bernhard Kern mitschwang, konnte der Ausschuss gar nicht anders, als auch diesem Antrag stattzugeben.

li