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Zwei Berchtesgadener geben Gas und haben Spaß

Hof bei Salzburg – Mit dem Histo-Cup, einer Rennserie für Oldtimer, hat sich in den letzten 16 Jahren eine Rennserie entwickelt, die sich Tausender Zuschauer erfreut und eine der größten europäischen Rennserien ist. Die beiden Berchtesgadener Autorennfahrer Franz Graßl und Christian Neunemann starteten am Wochenende beim Histo-Cup Austria auf dem Salzburgring, einer der schönsten Rennstrecken Europas.

Alt, aber schnell: ein historisches Formel-V-Fahrzeug.
Erfolgreich: die Berchtesgadener Fahrer Franz Graßl ...
... und Christian Neunemann. Fotos: Anzeiger/Wechslinger

Neunemann ging mit einem Porsche 911 RS (Baujahr 1980) an den Start, Graßl mit einem BMW 320 IS, den er im letzten Jahr motormäßig völlig neu konzipiert hat. Beide Autorennfahrer aus Berchtesgaden gaben tüchtig Gas und fanden sich auf Spitzenrängen wieder.

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Der historische Motorsport weist acht Rennserien aus. Dabei maßen sich die »Oldies« schon am Red-Bull-Ring in Zeltweg, in Brno, am Salzburgring, am Hockenheimring, am Pannoniaring und am Slowakiaring. Nach Hof bei Salzburg folgt das Finale im Motodrom von Monza (27. bis 29. September). Über 200 Fahrer mit Mechanikern und Begleitpersonen kämpfen auf sieben Rennstrecken fair um Sieg und Ränge.

Üblicherweise gehört ein Automobil mit mehr als 20 Jahren auf dem Buckel zum Alteisen und kommt in die Schrottpresse. Anders bei den Boliden vergangener Tage. Auch die beiden Berchtesgadener Automobilfreaks restaurieren und pflegen ihre Renn-Oldtimer und liefern sich bei den Rennen der Histo-Cup-Serie packende Positionskämpfe. Mit sehenswerten Drifts und rauchenden Reifen jagen die Piloten in packender Rennaction und wagemutigen Positionskämpfen ihre PS-Protze um die Rennstrecken. Schwindelerregende Höchstgeschwindigkeiten, krasse Kurven und eine traumhaft schöne Umgebung machen die älteste Rennstrecke Österreichs längst zur Legende.

Fahrer wie Zuschauer lassen bei derartigen Rennserien das Rennfieber der 60er- und 70er-Jahre aufleben. Tausende begeisterte Zuschauer beweisen immer wieder, welch hohen Stellenwert Rennserien wie der Histo-Cup besitzen. Dabei starten die Fahrer mit ihren Boliden natürlich in ganz verschiedenen Klassen, wobei nach Baujahren und Hubraumklassen gewertet wird. Somit hat auch ein hubraumschwächeres Auto Siegchancen im Gesamtklassement.

Nach Einführung der Histo- Cup-Rennserie gewann gleich einmal ein Mini Cooper 1300 S. Danach folgten als Gesamtsieger die Ford Escort 1600, RS 2000 und ein Capri 1600 GT. Aber auch die BMW 2002 waren ebenso erfolgreich wie die schönen Lotus Elan oder wie der letzte Gesamtsieger, ein Mini Cooper S mit nur 1 000 Kubikzentimetern.

Christian Neunemann ließ es am Wochenende mal wieder richtig krachen. Mit seinem Porsche 911 RS hat er die lang gezogenen Kurven mit knapp 250 km/h genommen. Er kam in seiner Liga der Spezialtourenwagen bis 4 000 Kubikzentimetern hinter dem Favoriten Michael Steffny aus Salzburg und Klaus Möst aus Babenhausen mit deren überlegenen BMW 320 an die dritte Stelle.

Franz Graßl, in den letzten Jahren stets auf dem Siegerpodest in der BMW-325-Challenge, hatte nach seinem Umbau des Motors noch diverse Probleme und musste mit Rang sieben zufrieden sein.

Nächste Woche starten Graßl und Neunemann beim Finale im Motodrom von Monza. Christian Wechslinger