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Zwei neue »Nationalpärke« in der Schweiz

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Nationalpark-Leiter Dr. Michael Vogel begrüßte zum Auftakt der diesjährigen Winter-Vortragsreihe des Nationalparks Berchtesgaden die Referentin Simome Remund aus der Schweiz. Foto: NPV

Berchtesgaden (NPV) - Der Plural von »Park« ist »Pärke« - so schreibt es zumindest die neue, schweizerische Ausgabe des Dudens. Bislang mussten sich die Eidgenossen um die Mehrzahl von Nationalpark keine Gedanken machen, denn sie hatten nur einen. Nun sollen zwei weitere Folgen - Grund genug, sich über verschiedene Aspekte rund um die Ausweisung neuer Schutzgebiete Gedanken zu machen. Simone Remund, Mitarbeiterin des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) in Bern, stellte beim Auftakt der Winter-Vortragsreihe des Nationalparks Berchtesgaden erste Ergebnisse der Parkvermehrung in der Schweiz vor.


Der Schweizerische Nationalpark wurde 1914 als einer der ersten in Europa gegründet. Danach passierte lange nichts. Erst seit 2008 hat die Schweiz die gesetzliche Möglichkeit, neue Schutzgebiete auszuweisen. Mit Erfolg: Mittlerweise decken die alten und neuen »Pärke« bereits 15 Prozent der Landesfläche ab.

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»16 Pärke verschiedener Kategorien gibt es mittlerweile in der gesamten Schweiz, weitere werden folgen«, verriet die Mitarbeiterin des BAFU im Nationalpark-Haus. Pärke in der Schweiz entstehen aufgrund freiwilliger Initiativen einer Region in einem demokratischen Prozess. Dabei unterscheiden die Schweizer drei verschiedene Modelle: Nationalpärke, regionale Naturpärke und Naturerlebnispärke.

Die Schutzbestimmungen unterscheiden sich in drei Kategorien: Nationalpärke bieten in den Kernzonen unberührte Lebensräume für die einheimische Flora und Fauna sowie für die dynamische Eigenentwicklung der Naturlandschaft. In den Umgebungszonen der Nationalpärke wird die Kulturlandschaft naturnah bewirtschaftet. Regionale Naturpärke sind teilweise besiedelte, ländliche Gebiete, die sich durch hohe Natur- und Landschaftswerte auszeichnen und deren Bauten und Anlagen sich in das Landschafts- und Ortsbild einfügen. In den regionalen Naturpärken wird die Qualität von Natur und Landschaft erhalten und die nachhaltig betriebene Wirtschaft gestärkt.

Naturerlebnispärke liegen in der Nähe dicht besiedelter Räume. Sie bieten in den Kernzonen der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt unberührte Lebensräume zur dynamischen Entfaltung. In den Übergangszonen, die auch als Puffer gegen schädliche Einwirkungen dienen, werden der Bevölkerung Naturerlebnisse ermöglicht. »Unsere Pärke können sich ihre regional erzeugten Produkte wie zum Beispiel Fleisch- oder Milcherzeugnisse mit einem Produktlabel zertifizieren lassen«, erklärte Remund die Strategien zur Förderung der lokalen und regionalen Wirtschaft in den Pärken.

»Diese Gütesiegel gelten in der Schweiz als höchste Qualitätsversprechen und werden von Kunden sehr stark nachgefragt.« Davon möchten künftig auch andere Regionen profitieren: Zwei neue Nationalparks befinden sich in der Schweiz derzeit in Vorbereitung. Entstehen sollen sie in den Kantonen Graubünden und Tessin, auch die Namen der neuen Schutzgebiete stehen bereits fest: Parc Adula und Parco del Locarnese. Informationen zu den Schweizer Schutzgebieten gibt es auf der unter www.schweizer-paerke.ch.