weather-image
22°
Aus dem Gemeinderat Grabenstätt: BTI-Einsatz derzeit nicht nötig

Keine Mückenbekämpfung dieses Jahr am Chiemsee?

Ist für dieses Jahr der Einsatz vom Mückenbekämpfungsmittel BTI am Chiemsee geplant? – Darüber debattierte der Gemeinderat Grabenstätt.

Mücke
Eine Mücke saugt Blut aus dem Arm eines Mannes. Foto: dpa/Patrick Pleul/Illustration

Mit Blick auf den nahenden Sommer und die beginnende Badesaison wollte Andreas Danzer (FW) in der jüngsten Gemeinderatssitzung wissen, ob und wann in diesem Jahr am Chiemsee wieder das Mückenbekämpfungsmittel (BTI) ausgebracht werde. »Es liegt bislang noch keine Schöpfprobe vor, es hat heuer keine größeren Überschwemmungen im Uferbereich gegeben und der Pegelstand ist nach wie vor recht niedrig«, betonte Bürgermeister Georg Schützinger.

Anzeige

Der Abwasser- und Umweltverband (AUV) Chiemsee beobachte die Lage und entscheide über das weitere Vorgehen. Der AUV, früher AZV, ließ mittlerweile mitteilen, dass man derzeit von einem Hubschraubereinsatz, der das BTI gegen die Mücken verteile, noch weit entfernt sei. So müsste der Pegel am Alzausfluss in Seebruck erst um gut einen halben Meter auf 1,16 Meter ansteigen. Sinnvoll sei ein BTI-Einsatz erst ab einem Pegelstand von rund 1,30 Meter.

Anita Kohlbeck (SPD) kritisierte das »Spritzen mit BTI« und bedauerte, dass es immer weniger Insekten und so auch immer weniger Vögel gebe. Das sehe auch der Bund Naturschutz so. »Wir spritzen nicht, wir behandeln«, stellte Schützinger klar und sprach von einem »biologischen Produkt«. Stechmücken seien sicher nicht die Insekten, die man brauche.

Für den Menschen ungefährlich

BTI ist ein für Menschen ungefährliches Bakterium, das die Larven der Mücken abtötet. Es wird in Eisgranulat verpackt und mit einem Spezialhubschrauber rund um den Chiemsee verteilt. Ausgebracht werden darf es nur, bei entsprechendem Pegelstand und zudem muss in den Schöpfproben eine bestimmte Larven-Anzahl gezählt werden. Für den Einsatz gibt es auch ein genaues Zeitfenster. Wenn es nicht eingehalten wird, haben die Stechmücken die Nase vorne.

Die BTI-Ausbringung kostet den beteiligten Chiemsee-Gemeinden etwa 160 000 Euro. Maximal zweimal jährlich darf das BTI ausgebracht werden. Verboten ist dessen Ausbringung im Bereich des Naturschutzgebietes »Mündung der Tiroler Achen«. mmü