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Siegsdorfer Gemeinderat beschäftigte sich mit Hochwasserschutzkonzept

Vier mögliche Varianten

Siegsdorf. Bei der jüngsten Siegsdorfer Gemeinderatssitzung informierte sich das Gremium über ein mögliches Hochwasserkonzept für Traundorf und Lohhäusl. Der Leiter des Planungsbüros »aquasoli«, Bernhard Unterreitmeier, stellte eine Studie mit vier möglichen Varianten vor, die sein Büro aufgrund von hydrologischen Daten erarbeitet hat.

Bei den Varianten eins und zwei handelt es sich um offene, lange Deichlösungen mit Bahnquerung. Die Binnenentwässerung lässt sich ohne Bypasslösung verwirklichen und kann im Bereich Lohhäusl über die bestehende Leitung ins Unterwasser des Wehres abfließen. Während bei Variante eins der Hochwasserstand rund 60 Zentimeter unter der tiefsten Stelle von Traundorf gehalten werden kann, würde bei Variante zwei mit erheblich kürzeren Dämmen nur eine Wasserspiegeldifferenz von 40 Zentimetern erreicht werden. Das Volumen des notwendigen Retentionsausgleichs beliefe sich bei Variante eins auf 43 000 Kubikmeter, wovon 22 000 Kubikmeter natürlicher Retentionsraum sein müssten. Bei Variante zwei würde ein Volumen von 37 000/ 16 000 Kubikmeter nötig.

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Variante drei beinhaltet eine Planung mit geschlossener Dammlösung, zwei Bahnquerungen und eine Binnenentwässerung über einen neuen Bypass ins Unterwasser des Wehres. Die Retentionsraumforderungen betragen hier 29 000/8000 Kubikmeter.

Variante vier, der eine Basisstudie des Wasserwirtschaftsamts zugrunde liegt, sieht eine Deichlösung zwischen Bahnlinie und Bebauung vor; dabei würden aber deutlich höhere Kosten entstehen als bei den anderen drei Varianten. Als Retentionsflächen zieht die Studie Standorte in Alzing und in Eisenärzt in Betracht.

Nach verschiedenen Anfragen der Ratsmitglieder erteilte man dem Bürgermeister und dem Bauamt den Auftrag, die besprochenen Varianten dem Wasserwirtschaftsamt bei den nächsten Verhandlungen zu präsentieren. Ziel ist auch, in der Reihenfolge der Hochwasserschutzmaßnahmen eine höhere Priorität zu erreichen.

Desweiteren genehmigte der Gemeinderat den Bau einer Reithalle für das sozialtherapeutische Erholungszentrum Meisau. Damit auch im Winter der therapeutische Reitbetrieb aufrechterhalten werden kann, beantragt der Bauherr nunmehr im Vorfeld der Bebauungsplansicherung die Errichtung der Reithalle. Die Halle soll mit einer Länge von 30,02 Metern und einer Breite von 15 Metern sowie einem Anbau von 10,07 Metern auf 5,70 Metern entstehen. Die seitliche Wandhöhe beträgt 5,15 Meter. Nachdem für den Bebauungsplan bereits das Aufstellungsverfahren eingeleitet ist, hatten Bauausschuss und Gemeinderat keine Einwände gegen das Bauvorhaben.

Im Gewerbegebiet »Am Sportplatz« soll ein Gewerbebau im Ausmaß von 20,74 Metern Länge und 12,11m Breite entstehen. Ferdinand und Wilma Huber haben bereits im November das notwendige Grundstück von der Gemeinde erworben. Im Erdgeschoß sind Büroräume, Werkstatt und Sozialräume geplant, im Obergeschoß ein Ausstellungs- und Schulungsraum. Als Dachfläche ist ein Pultdach vorgesehen, auf der eine Photovoltaikanlage installiert werden soll. FK