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Noch immer lagern 1000 Kubikmeter belastetes Erdmaterial neben dem Annette-Kolb-Gymnasium in Traunstein

Baubeginn der Turnhalle verzögert sich erneut

Traunstein – Der Baubeginn muss erneut nach hinten verschoben werden: Denn noch immer lagern rund 1000 Kubikmeter belastetes Erdmaterial dort, wo die Dreifachturnhalle am AKG entstehen soll.

Nachdem kontaminiertes Erdmaterial gefunden worden war, war der Baubeginn der Dreifachturnhalle auf Juli verschoben worden. Nun wurde der Start erneut nach hinten verlegt, da noch immer 1000 Kubikmeter belastetes Material auf dem Gelände lagern. (Foto: vew)

Die Mehrkosten liegen nach ersten Schätzungen der Obel-Architekten GmbH bei rund 1,5 Millionen Euro. Ob sich diese Summe bestätigen wird, »können wir gegenwärtig nicht abschätzen«, teilte Michael Reithmeier von der Pressestelle des Landratsamts mit. Baubeginn soll nun im August sein.

Stadt beauftragt Rechtsanwälte

Nachdem die Halle nicht nur für den Schulsport, sondern auch für den Breitensport bestimmt ist, beteiligt sich die Stadt mit rund der Hälfte an den Gesamtkosten, die zunächst auf rund elf Millionen Euro – ohne die nun anfallenden Mehrkosten – geschätzt wurden. Laut derzeitigem Vertrag muss die Stadt 55 Prozent der Mehrkosten übernehmen, der Landkreis 45 Prozent. Diese Aufteilung der Kosten wird nach einem Beschluss des Stadtrats allerdings rechtlich überprüft. Dafür haben die Stadt und das Landratsamt gemeinsam ein Rechtsanwaltsbüro beauftragt, wie Carola Westermeier, die Pressesprecherin der Stadt, auf Nachfrage schriftlich mitteilte. Weitere Informationen lägen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor, hieß es.

Bereits abtransportiert wurden 14 000 Kubikmeter belastetes Erdmaterial. Gefunden wurden laut Landratsamt vor allem Öle und Schwermetalle. Entsorgt wird der kontaminierte Aushub von der »Gesellschaft für Sondermüll Bayern« in Ingolstadt. Nachdem diese immer wieder an ihre Kapazitätsgrenze gelangt, ziehen sich die Arbeiten nun schon über zwei Monate hin. Und es kann sein, dass das noch nicht alles war an belastetem Material. »Derzeit warten wir auf die Ergebnisse der Haufwerks- und Sohlebeprobungen. Erst dann steht fest, ob weitere Aushubarbeiten notwendig sind«, teilte Michael Reithmeier mit.

Warum wusste das Landratsamt nichts davon?

Auf die Frage, wie es sein könne, dass der Bauherr, also das Landratsamt, von den Altlasten auf dem Gelände überrascht wurde – schließlich war ja bekannt, wer dort ansässig war – hieß es: »Mit möglichen Altlasten hatten wir natürlich gerechnet. Mögliche Kosten wurden auch dementsprechend eingeplant. Die Dimension der tatsächlich anfallenden Entsorgungsmaßnahmen übersteigt allerdings die ursprünglichen Annahmen, da die Fläche in den 1980er Jahren nach damaligen Kriterien als altlastenfrei eingestuft war«, so Michael Reithmeier in einer schriftlichen Stellungnahme.

Nun hofft das Landratsamt, dass im August mit dem Bau der Dreifachturnhalle begonnen werden kann. Je nach Wetter soll sie Ende 2018, Anfang 2019 fertig werden. Die Halle wird dann auch die neue Heimat für die Sportler des Turnvereins Traunstein. KR