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Grassauer Bauernbühne verzauberte das Publikum mit gutem Spiel und tollen Spezialeffekten

Fantastische Premiere von »Malefiz Donnerblitz«

Grassau – Ganz tief in die Trickkiste griff die Grassauer Bauernbühne bei der Aufführung ihres neuen Stücks »Malefiz Donnerblitz« von Ralf Wallner.

Mit Bibi (von links, Helmut Hain) haben sogar die Wetterfeen (Marianne Strehhuber und Mona Pavlak) Mitleid. (Foto: T. Eder)

Zwei Wetterhexen sorgten für Verwirrung und ließen es ordentlich krachen. Das Bühnenbild, die Nähstube des Schneiders Zwirn, wie auch die Spezialeffekte rundeten die grandiose Vorstellung ab.

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Über zwei Stunden beste Unterhaltung, lustige Dialoge und Aktion boten die neun Darsteller. Der arme Schneider Zwirn (Michael Strehhuber) muss sein kleines Geschäft am Laufen halten und sorgt sich zudem um Tochter Mona (Silvia Zeisberger), die heiraten möchte. Zwirns Freund, der »Wuisler« (Martin Kropf) hatte ihm gesteckt, dass Mona einen heimlichen Liebhaber habe. Alma, Zwirns Gattin (Regina Petermüller), steht ihrem Gatten so gut es geht bei.

In einem alten Sagenbuch liest Zwirn die Sage über die Wetterhexen Blitz-Burgl (Mona Pavlak) und Sonnen-Res (Marianne Strehhuber), die nur einmal im Jahr zusammenkommen, um das Wetter für das nächste Jahr »auszukarteln«. Gerade als sich der arme Schneider wünscht, die Verlobung seiner Tochter mit dem ungeliebten Hochzeiter durch ein Unwetter verhindern zu können, poltert es an der Tür und die düstere Blitz-Burgl möchte ihren zerfetzten Schirm reparieren lassen.

Etwas irritiert über den Gast und den plötzlichen Wetterumschwung, verlässt Zwirn die Stube. In dem Moment kommt auch Blitz-Burgls Schwester, die Sonnen-Res (Marianne Strehhuber), in die Schneiderwerkstatt. Schneider Zwirn wird umgarnt und gewährt den Schwestern Obdach, ohne zu wissen, was die beiden im Schilde führen.

Als ob die Verwirrung nicht groß genug wäre, erscheint auch noch die reiche, arrogante Fichlbäuerin (Sandra Kropf), der Dorfpapagei, mit ihrem einfältigen und müden Sohn Bibi (Helmut Hain). Sollte sich seine Tochter wirklich in diesen Langweiler verliebt haben? Leider kann seine Tochter Luca (Bernhard Polleichtner), den bayerischen Buam mit italienischen Wurzeln nicht leiden, obwohl dieser wohl die bessere Wahl wäre.

Währenddessen versuchen die ungleichen Wetterschwestern erneut das Wetter auszuhandeln, werden dabei aber immer wieder gestört und so übernimmt der Schneider diese Aufgabe, lässt es donnern und blitzen, regnen und schneien und dann wieder die Sonne scheinen. Als das Wetter verrückt spielt, können nurmehr die Wetterfeen das Schlimmste verhindern. Die Geschichte, eigentlich schon mehr ein Märchen, nimmt dann einen völlig anderen Verlauf und gipfelt in einem überraschenden Ende, das aber nicht verraten wird.

Lustige Dialoge, gepaart mit Vorurteilen, männliche und weibliche Verhaltensweisen betreffend, ließen das Publikum begeistert lachen. Die aktionsreiche Vorstellung faszinierte aber auch die Kinder. Es donnerte, es wurde gepoltert, dazu eine kleine Schlägerei, dann wieder eine kleine Zaubereinlage und die Vorstellung verging wie im Flug.

Großes Lob muss man den Wetterhexen zollen, die ihre Figuren hervorragend ausfüllten, die dunkle Fee, die laut und donnernd die Bühne einnahm und die blonde, sanfte Sonnen-Res, die mit Charme und einfühlsam auftrat, aber auch ganz anders werden konnte. Die Wahl der Kostüme war sehr einfallsreich, wobei die Fichlbäuerin mit ihrem schrillen Outfit fast noch die beiden Wetterfeen übertrumpfte. Gleich zwei neue Spieler konnte die Bauernbühne vorstellen, Martin Kropf und Helmut Hain. Sie meisterten ihr Debüt hervorragend.

Albert Strehhuber als Regisseur leistete mit seinen Anweisungen einen großen Beitrag zum Gelingen. Als langjähriger Spieler wusste er genau, auf was es ankommt und konnte so die Spieler ausgezeichnet führen. Bei der Bühnentechnik und den Spezialeffekten half Hias Strehhuber. Im Hintergrund agierten zudem Andrea Hagl als Souffleuse, Greti Strehhuber in der Maske, Günther Schmuck und Bert Küfner als Bühnenbauer. Im Juli und August wird das Stück im Heftersaal nochmals gezeigt. tb